Der Diogenes Verlag
Eine illustrierte Chronik 1952 – 2002 mit Bibliographie
(emk).
„Ach du liebe Zeit“, ist ein Titel aus dem Diogenes Verlag, mit
Zeichnungen von Paul Flora. – „Ach du liebe Zeit“, möchte
man beim Betrachten dieser dicken Verlagschronik ausrufen, „in nur
50 Jahren so viel verlegt, so bunt, so lustig, so klassisch, so aufregend und
so viele Feste!“ Tatsächlich ist das Diogenes-Erinnerungsbuch
mit knapp 1.000 Seiten zu einem ziemlich umfangreichen „Schinken“
geraten – wofür sich der Autor, Daniel Kampa, entschuldigt –
aber kein bisschen langweilig!
„Mit 20 versuchte ich selber zu schreiben und zu malen. Ich musste
aber feststellen, dass mein Talent nicht reichte“, gesteht der Verlagsgründer,
Daniel Keel, in seinem Vorwort. „Ich wurde Vermittler… Verleger
von Büchern“. Und was für einer! Respektabel allein schon
die Galerie der Autoren, die auf 13 Seiten dem Titelblatt des Jubiläums-Bandes
vorangestellt ist: Vom Homer bis Aron Grünberg, von Klassik bis Belletristik,
von Kinderbuch bis Karikatur hat Diogenes alles verlegt. In 50 Jahren 3.347
Titel.
Man liest sich immer wieder fest in dieser munter erzählten Verlagsgeschichte.
Da wird per Inserat ein „junger, tüchtiger Mann (evt. mit Führerschein)“
gesucht, geboten wird „guter Lohn, lange Ferien und viele Überstunden
in bester Gesellschaft.“ Oder Daniel Kampa berichtet von der ersten
Begegnung des unbekannten Loriot mit dem unbekannten Verleger. Natürlich
erfährt man auch aus welchem Grund „Diogenes“ Verlagsname wurde.
Es gibt eine Unmenge von Illustrationen aus Diogenes-Büchern, Abbildungen
von Buchumschlägen, Titelblättern, Plakaten und viele, viele private
Fotos. Die zahlreichen Bilder von Verlagsfesten erwecken den Eindruck, Diogenes
würde nur seine Erfolge feiern. Der Autor verschweigt in seiner Chronik
jedoch nicht, dass der Verlag auch schon kurz vor dem Konkurs stand. Eingestreut
in den Text sind kurze Biografien der Verlagsautoren. Das macht die illustrierte
Verlagschronik beinahe zu einem Nachschlagwerk.
Der bibliografische Teil umfasst rund 300 Seiten. Alle erschienenen Bücher
sind alphabetisch und chronologisch verzeichnet, außerdem gibt es ein
Register zur Verlagschronik mit Lebensdaten der Autoren, sowie Nachweise der
Abbildungen.
Am Ende des Bandes sind „Lobende Worte“, von verschiedenen Seiten
über Diogenes geschrieben, abgedruckt. Wir können diesen nur unser
großes Lob für den ungewöhnlichen Verlag und für dieses
gelungene Buch über seine Erfolgsgeschichte hinzufügen!
Autorenportrait:
Daniel Kampa, geboren 1970, arbeitet seit 1994 im Diogenes Verlag, seit 1997
als Assistent des Verlegers und der Geschäftsführung.
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