Das Schokoladenmädchen
Ein Liebesroman zum Vernaschen
(gjk).
In dem Roman „Das Schokoladenmädchen“ von Autorin Katryn Berlinger
macht sich eine junge Frau als Zuckerbäckerin einen Namen. Doch zuvor bekam
Madelaine die Bitterkeit des Lebens bereits in vollen Zügen zu kosten:
Im fernen Chile, in das sie ihren Eltern einige Jahre zuvor folgen musste, um
der Armut zu entfliehen, starb der Vater. Ihrer Mutter bedeutet sie nicht viel.
„Du hast mein Leben zerstört“, wiederholt diese auf
dem Heimweg nach Hamburg immer wieder. Doch wie das Los es will, sollen die
beiden auf ihrem Weg in die Hansestadt schon bald für immer getrennt werden:
Unweit der Küste Europas sinkt das Schiff im tosenden Sturm und der Ozean
verschlingt fast alle Passagiere. Nur „acht und eine Meerjungfrau“
können sich retten.
Dennoch findet sich Madelaine weder allein noch mittellos auf der Welt wieder,
denn das Schicksal lässt nicht lange auf sich warten: Ein Schweizer Zuckerbäcker,
Urs Martieli, hat den Schiffbruch ebenfalls überlebt und bietet Madelaine,
von ihrer außerordentlichen Schönheit begeistert, eine Ausbildungsstelle
in der Hamburger Filiale seiner Zuckerbäckerei an. Sie greift dankbar zu
und entpuppt sich als ein wahres Talent für Torten, Pralinen und jegliche
Süßkreationen, sodass sie die Künste ihres unsympathischen Meisters
namens Kloß schon bald eingeholt hat. Ob „Prinzregententorte,
Schwarzwälder Kirschtorte, Sachertorte, Schokoladenbrownies mit Pekannüssen,
Karlsbader Dattelkuchen“ oder „Torten mit Marzipan, Nougat
und Buttercreme“, unter Madelaines Händen wird alles zu einem
Genuss für den Gaumen und für die Seele.
Währenddessen kümmert sich ihr begehrenswerter Retter um Geschäftliches
und bereist halb Europa. Als dieser sich jedoch entschließt, gemeinsam
mit seiner lettischen Geliebten nach Riga zu ziehen, um dort eine weitere Konditorei
zu eröffnen, folgt ihm Madelaine, bricht wieder in ein fremdes Land auf,
wieder auf der Suche nach Besserem.
Dort ist die junge Frau schon bald durch ihr entzückendes Äußeres
und die überwältigende Süße ihrer Backkünste stadtbekannt.
Schnell gehört sie zur Klasse der Reichen und Feinen – aber etwas
unklug mag es schon sein, sich ausgerechnet in einen hohen Adligen zu verlieben...
.
Sie sind gespannt, wie es weiter geht? In Katryn Berlingers „Das Schokoladenmädchen“
wird die Geschichte bis zum Ende erzählt – und ob dieses süß,
bitter oder vielleicht bittersüß ausfällt, schmecken Sie am
besten selbst!
Leider flicht Katryn Berlinger die geschichtlichen Hintergründe wie die
sozialistische Arbeiterbewegung gen Ende des 19. Jahrhunderts nur ganz lose
und unbestimmt in die Handlung ein. Als Randerscheinung bietet die Geschichte
so nicht genügend Rahmenstärke, um „Das Schokoladenmädchen“
zu einem historischen Roman werden zu lassen, sodass die Erzählung zwischen
etwas Historie und der rührenden Liebesgeschichte balanciert. Hingegen
ist der insgesamt leseleichte Schreibstil geradezu eine Einladung, sich abends
zurückzulehnen, die Beine auszustrecken und bei einem Becher heißen
Kakaos mit dem „Schokoladenmädchen“ völlig abzuschalten.
Autorenportrait:
Katryn Berlinger war mehrere Jahre lang Direktionsassistentin, bevor sie Literaturwissenschaft
und Systematische Musikwissenschaft studierte. Nach dem Magister baute sie das
Lektorat eines Schallplattenunternehmens in Hamburg auf. Einige Jahre später
tauschte sie dann den Beruf gegen ihre Familie ein. Heute lebt und arbeitet
sie als Schriftstellerin in Norddeutschland.
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