Das Jazz-Kochbuch
Porträts und Rezepte der Großen des Jazz – von George Adams bis Phil Woods – Mit CD
(pr).
„Das Jazz-Kochbuch“ von Bob Young und Al Stankus setzt eine sehr
originelle Idee um: Das Buch präsentiert die 50 berühmtesten Jazz-Musiker,
ihre Erinnerungen und Lieblingsrezepte. Dabei kann der Leser viel über
den Jazz, aber auch über die Essgewohnheiten verschiedener Kulturen lernen,
denn die Musiker stammen nicht nur aus den USA. Das Buch ist nach den Musikinstrumenten
der Künstler geordnet, innerhalb eines Kapitels sind die Musiker wiederum
in alphabetischer Reihenfolge porträtiert. Jeder Musiker stellt genau ein
Rezept vor, dadurch sind diese Rezepte wild durcheinander gewürfelt, da
gibt es Desserts neben Hauptgerichten und vegetarische Rezepte neben Braten.
Jeder Musiker präsentiert seine individuellen Erinnerungen, an seine Musik
und an seine Essgewohnheiten, aus dem Amerikanischen von Beate Gorman und Elisabeth
Winckelmann übersetzt. Der Saxophonist George Adams erzählt, dass
zwei seiner Brüder Restaurants besaßen. Das von ihm präsentierte
Rezept „Süßkartoffelkuchen“ war das traditionelle Dessert
seiner Familie bei großen Feiern. Weiterhin vermittelt das Kochbuch viele
interessante und neue Details über die Musiker. Der Leser erfährt
beispielsweise, dass Arthur Blythe zunächst Rausschmeißer und Kassierer
in einem Pornokino in Manhattan war, oder dass Illinois Jacquet Vegetarier ist
und vieles mehr.
Unter den abgedruckten Rezepten sind einige gewöhnungsbedürftige,
originelle und amüsante. Der 1931 in Florida geborene Nat Adderley präsentiert
den „Westindischen Eintopf“, der vor allem aus Schweinefüßen,
-schwänzen und -ohren besteht. Ray Anderson gesteht: „Es fiel
mir schon immer schwer, die genauen Mengen der verschiedenen Zutaten zu bestimmten.
Ich dosiere alles nach Augenmaß und nicht nach irgendwelchen Angaben.“
Der Leser sollte sein Rezept „Rühr Tofu“ also – was die
Mengenangaben angeht – vorsichtig betrachten.
Häufig stammen die Rezepte von den Ehefrauen der Musiker. Larry Coryell
liefert beispielsweise „Pasta mit Krabben von Molly“, seiner Frau.
Und über Jim Hall erfährt man, dass er erst Kochen lernte, als seine
Frau ihn zum Kochkurs „Wasserkochen leicht gemacht“ schickte.
Milt Hinton beschreibt wie er mit seinen Musikern auf Tournee immer den „Hackbraten
Millionär“ zubereitete, den sie so nannten, weil die Zutaten
damals teuer waren. Vor der Show wurde das Hack zunächst im Ofen gebacken,
in der Pause mit Tomatensoße verrührt, weitergebraten und nach dem
Konzert verzehrt.
Keyboarderin Carla Bley erzählt, dass sie immer Suppen aus Resten von gestern
kocht. Dabei sei das Kochen eigentlich wie die Musik: „Zuerst hole
ich die Reste des Abendessen vom Vortag aus dem Kühlschrank. Dies ist mein
Thema. Gab es Hühnchen? Aha!“ Im lockeren Stil zeigt sie dabei
auf wie man aus allen Resten eine schmackhafte Suppe kochen kann. Und ihr Kollege
Les McCann hat das Rezept „Liebeskuchen von Saddie“ beigesteuert.
Diesen Kuchen backte die Frau eines Bandmitglieds, wenn sie auf Tournee waren.
„Wir nannten ihn Saddie’s Love Cake, den Liebeskuchen, weil
man nach einem Stück davon ganz zärtliche Gefühle bekam.“
Neben den Rezepten spielt natürlich auch die Musik eine große Rolle.
Die Musiker erinnern sich an ihre Karrieren, und die Autoren Bob Young und Al
Stankus stellen die Besonderheiten der einzelnen Künstler dar. Eine dem
Buch beigefügt CD mit 12 Stücken gibt einen kleinen Einblick in die
Welt des Jazz. So kann der Leser beim Kochen gleich die Jazz-Musik der Hobbyköche
hören. Zahlreiche Schwarzweißfotos von Deborah Feingold, Ssirus Pakzad
und Martin Jacobs zeigen die Musiker mit ihren Instrumenten oder auch ganz privat.
Dadurch bekommt das Buch einen nostalgischen Touch, was gut zur Jazz-Musik an
sich passt.
„Das Jazz-Kochbuch“ ist ein tolles und stimmiges Buch, Erinnerungen
sind mit Rezepten und Musik verbunden – eine Kombination, die das Kochbuch
zu einem einmaligen Erlebnis für Jazz-Fans macht!
Autorenportrait:
Bob Young, geboren in der Bronx, lebt in Cambridge, Massachusetts. Er schreibt
regelmäßig in Boston Herald über Jazz und ist Kolumnist im „Jazziz-Magazin“
Al Stankus, aufgewachsen in Miami, lebt in Boston. Er ist Autor, Kochlehrer
und Weinexperte.
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