Coco Chanel
Ihr Leben in Bildern
(asp).
Der Aufstieg Gabrielle Chanels zur weltberühmten Modeschöpferin Coco
Chanel gleicht einem Märchen: 1883 wird Gabrielle Chanel als zweite Tochter
eines bitterarmen, unverheirateten Paares in einem Hospiz der französischen
Provinz geboren. Ihr Vater ist ein fahrender Händler, die Mutter eine arme
Bauerntochter aus der Auvergne. Gabrielle Chanel ist noch ein kleines Mädchen,
als ihre Mutter stirbt und ihr Vater sie ins Waisenhaus gibt. Unter dem strengen
Reglement des Klosters wächst sie auf, bis sie mit 18 Jahren ihr Leben
außerhalb der Klostermauern beginnt.
Als Näherin und Tingeltangelsängerin bestreitet sie in Moulin ihren
Lebensunterhalt. Sie kennt nur zwei Lieder, als sie auf der Bühne der Rontonde
in Moulin debütiert: „Ko-Ko-Ri-Ko“ und „Qui qu’a
vu Coco“. Ihr Publikum inspirieren die beiden Refrains zu ihrem Spitznamen
und bald ist Gabrielle Chanel nur noch die kleine Coco.
Die Leutnants der Garnisonsstadt umschwärmen sie, aber den Vorzug gibt
sie dem jungen Infanterie-Offizier Étienne Balsan. Mit 25 Jahren nimmt
sie sein Angebot an und folgt dem Sohn aus gutem Hause auf sein Anwesen in der
Nähe von Paris – unverheiratet, als „Illegitime an der
Seite des Schlossherrn“. Schnell avanciert die außergewöhnliche
Schönheit, die schon früh einen unbändigen Willen besitzt, zum
Liebling der jungen Dandys ihrer Zeit. Im Sommer 1913 hat sie genug vom Leben
als Mätresse, will endlich auf eigenen Beinen stehen und macht mit finanzieller
Hilfe ihrer neuen Liebe Boy Capels im Seebad Deauville ihre erste Boutique auf.
Von nun an führt Coco Chanels Weg als Revolutionärin der Modebranche
steil nach oben: Sie befreit mit ihrer Mode die Frauen vom Korsett, kürzt
die Röcke, ist die erste Frau, die sich in Hosen und mit kurzen Haaren
der Öffentlichkeit präsentiert und erhebt die Schlichtheit zum Gipfel
der Eleganz. Ihr Name wird zum Inbegriff für einen Stil, der eine ganze
Epoche prägt. Als sie am 10. Januar 1971 mit 87 Jahren stirbt, ist sie
bereits ein Legende, ihr Lebenswerk längst in die Geschichte eingegangen.
„Ich mag es nicht, wenn man von Chanel-Mode spricht. Chanel ist zunächst
einmal ein Stil. Und Mode kommt aus der Mode, Stil niemals.“ Der
Stil Chanel hat sich bewährt, ist bis heute nicht aus der Mode gekommen
und hat seine Schöpferin unvergesslich gemacht. Der Bildband „Coco
Chanel“ widmet sich dem Leben der Legende, das vordergründig wie
der amerikanische Traum vom Tellerwäscher zum Millionär daher kommt
– ein Bild das Coco Chanel selbst stets abgelehnt hat, die Menschen aber
seit jeher fasziniert.
Großartige historische Fotografien und Dokumente aus dem Fotoarchiv des
Hauses Chanel führen den Betrachter durch alle Stationen ihres Lebens und
sind zugleich Zeugen ihres Jahrhunderts. Private Aufnahmen, Skizzen, Illustrationen,
Gemälde und professionelle Portraitaufnahmen – die Vielfalt des sorgfältig
zusammengestellten Bildmaterials ist wirklich beachtlich.
Die Chanel-Kennerin Edmonde Charles-Roux hat den Begleittext geschrieben und
entwirft das Bild einer Frau voller Stolz und Eigensinn, die sich bis ins hohe
Alter mit Leidenschaft ihrer Arbeit hingab – inmitten ihres außergewöhnlichen
beruflichen Erfolgs aber bis zum Schluss sehr einsam war. Sie hat niemals geheiratet
und starb kinderlos.
Die aus dem Französischen von Eva Plorin übersetzten Texte verbinden
sich mit den zahlreichen Bildern zu einem intensiven Blick auf die Entwicklungsgeschichte
des heute unvergleichbaren Chanel-Stils. „Mode ist immer ein Abbild
ihrer Zeit, aber man vergisst sie, wenn sie dumm ist“, lautet eine
der viel zitierten Maximen Coco Chanels, die zugleich den Leitfaden dieser Bildbandbiografie
formuliert. „Coco Chanel“ porträtiert nicht nur das wilde Leben
der Modeschöpferin, sondern erzählt gleichzeitig auch ein Stück
Kunst- und Kulturgeschichte, von der ihre Mode maßgeblich beeinflusst
wurde.
„Wenn man ohne Flügel geboren wurde, darf man sie nicht am Wachsen
hindern.“ – Coco Chanel hat mehr hinterlassen, als Kleidung
und eines der berühmtesten Parfüms der Welt. Ihr Leben ist ein Märchen
und gleichzeitig eine Tragödie. Emanzipierter und unabhängiger kann
man sich eine Frau kaum vorstellen, doch „sie war in dem, was für
sie am meisten Bedeutung hatte, in ihrem Leben als Frau, gescheitert“.
Der herrliche Bildband „Coco Chanel“ setzt der berühmtesten
Modeschöpferin der Welt ein imposantes Denkmal, ohne sie und ihr Leben
zu verherrlichen und wird ihr auf diese Weise vielleicht am ehesten gerecht
– wirklich hervorragend!
Autorenportrait:
Edmonde Charles-Roux ist Journalistin und Schriftstellerin. Sie arbeitete zunächst
als Redakteurin für „Elle“ und war von 1950 bis 1966 Chefredakteurin
der französischen „Vogue“. Für ihren ersten Roman „Palermo
vergessen“ erhielt sie den Prix Goncourt. Seitdem hat sie zahlreiche Bücher
veröffentlicht, darunter auch eine Biografie von Coco Chanel, die zum Standardwerk
über die berühmte Modeschöpferin geworden ist.
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