Bücher sammeln
Aus der Reihe „Kleine Philosophie der Passionen“
(tep).
Klaus Walther hat so viele Bücher, er weiß nicht mehr, wohin damit.
Jeder freie Wandwinkel wird mit einem Regal versehen. Selbst auf der Gästetoilette,
wenn es die Gemahlin denn erlaubt. Rein rechnerisch kann Klaus Walther seine
Schätze, insgesamt fast 20.000 Bücher, niemals alle selbst lesen.
Aber dies ist auch nicht das Ziel des Sammlers. Wichtig ist das Besitzen und
Vervollkommnen der Sammlung. Das beruhigende Gefühl, in einer bestimmten
Stunde auf ein bestimmtes Buch zurückgreifen zu können. Dafür
sucht Klaus Walther ganze Bibliotheken, Antiquariate, Buchhandlungen und Museums-Shops
ab.
Dafür ist er weit gereist und hat interessante Menschen getroffen. Seine
Erlebnisse notiert Klaus Walther sympathisch und kurzweilig in dem Buch „Bücher
sammeln“: Manchmal fehlt jahrelang ein einziger Band, um eine außergewöhnliche
Reihe zu komplettieren. Manchmal wird einem direkt vor der Nase ein Kleinod
weggeschnappt. Und manchmal hilft nur Einfallsreichtum.
Da Leidenschaften bekanntlich nicht nur Freude, sondern eben auch Leiden schaffen,
werden die „Schattenseiten“ dieser Passion nicht ausgelassen. Im
Auftrag von Freunden ist Klaus Walther gern bereit, bestimmte Bücher zu
suchen – auch das befriedigt den Sammeltrieb. Was er allerdings gar nicht
gern tut, ist Bücher an Freunde verleihen. Meist bekommt man sie nicht
oder nur in schlechtem Zustand, mit Fettspuren oder Eselsohren zurück.
Eines Sammlers Graus! Der Leser schmunzelt über solche Nöte und freut
sich über die eigene, überschaubare Sammlung... .
Für Nachahmer wird ausführlich erklärt, welche Nachschlagewerke
und Verzeichnisse es zum richtigen Büchersuchen und -finden gibt. Bereits
33 Bände sind in der Reihe „Kleine Philosophie der Passionen“
erschienen, zu der auch „Bücher sammeln“ gehört. Nach
der Lektüre des ersten Bandes könnte das Sammeln dieser Reihe glatt
zur ganz eigenen Passion werden.
„Bücher sammeln“ ist ein leidenschaftliches Plädoyer für
das Büchersammeln!
Autorenportrait:
Klaus Walther, geboren 1937 und promovierter Literaturwissenschaftler, war bis
2001 Leiter des Buchprogramms der „Freien Presse Chemnitz“. Heute
arbeitet er als Berater, Autor und Kritiker. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen
vorgelegt und lebt in Zwönitz im Erzgebirge.
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