Braut-Couture von Grace Kelly bis Vivienne Westwood
Das Standardwerk zum Thema Brautmode
(pr/sl).
Von A wie „außergewöhnlich auffallend“ bis Z wie „zaghaft
zurückhaltend“ bietet die Brautmode alles, was das weibliche Herz
begehrt. Damals wie heute stellt die Brautmode eines der sensibelsten und emotionalsten
Themen im Leben einer Frau dar. Wie sich diese Mode seit dem 19. Jahrhundert
verändert hat, welche Bedeutung sie in den verschiedenen Modeepochen hatte
und durch welche äußeren Umstände sie beeinflusst wurde, stellt
Caroline Cox mit ihrem Bildband „Braut-Couture von Grace Kelly bis Vivienne
Westwood“ dar.
Der Hochzeitstag gehört zu den schönsten Tagen im Leben zwei verliebter
Menschen und bildet den Höhepunkt einer gereiften Liebe. Um diesen Höhepunkt
auch modisch zum Ausdruck kommen zu lassen, wurden schon die extravagantesten
Kreationen auf den Laufsteg gebracht. Einen umfangreichen Einblick in die vielfältige
Brautmodenwelt bietet dieser Bildband mit zahlreichen Fotos, Illustrationen
und Modezeichnungen. Informativ und zugleich unterhaltend führt Caroline
Cox den Betrachter durch diese besondere Modenschau, aus dem Englischen von
Natascha Afanassjew übersetzt. Gesellschaftlich, wirtschaftlich oder auch
politisch analysiert sie, was und warum zu einer gewissen Zeit brautmodisch
angesagt war.
Die extravagante Brautmode um 1900 eröffnet diese Bilderschau der Superlative.
Das erste Kapitel enthält die unterschiedlichsten stilistischen Aussagen,
die in dem gesamten Buch zu finden sind. Die hier abgedruckte Brautmode lässt
den Betrachter in eine ungeahnte Welt der Adjektive reisen: Pompös, elegant,
schlicht, fantasievoll, experimentell, blumig, frech, mädchenhaft, nostalgisch,
lässig, theatralisch, erotisch, leger, zugeknöpft. Zu Beginn des 19.
Jahrhunderts durfte Brautmode scheinbar alles verkörpern. Einzige Voraussetzung:
Sie musste sich vom Gewöhnlichen distanzieren.
Der Flapper-Look zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte da ganz andere Maßstäbe,
denn „in den konsumorientierten 20er-Jahren (...) wurde in allen Bereichen
des Designs die Weltordnung auf den Kopf gestellt – zugunsten einer modernistisch-utopischen
Stromlinienform: leuchtend, jugendlich und strahlend weiß“.
Kurze Röcke und der berühmte Glockenhut, der das Haar verdeckte, zeichneten
den Flapper-Look aus. Die neue Ästhetik dieses „modernen“ Looks
„basierte auf dem Prinzip der einfachen Form“ und hatte
nach Einschätzungen von Caroline Cox „mit dem extravaganten Äußeren
einer Braut um 1900 denkbar wenig zu tun“.
Das Kapitel „Kriegsbedingte Beschränkungen und bauschiger New Look“
leitet die Autorin mit einer gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Analyse
der Brautmode und ihrer damaligen Entwicklung ein. Dass das Zeitgeschehen Einfluss
auf das kulturelle Leben nimmt, wurde besonders zu Zeiten des Krieges deutlich.
Der Zweite Weltkrieg hatte beispielsweise enorme Auswirkungen auf die Form der
Hochzeiten in Folge einer veränderten Moral, die ein Überdenken der
Haltung gegenüber Liebe, Sex und Ehe forderte. Da die Soldaten in den Krieg
ziehen mussten, blieb nur wenig Zeit für das Heiraten, und so hatten damals
kurzfristige Hochzeiten Hochkonjunktur. Die zeitliche und vor allem wirtschaftliche
Knappheit erforderten modische Einsparungen, so dass edle Stoffe rationalisiert
wurden. Der Trend zur bescheidenen Einfachheit war Folge dieser äußeren
Umstände.
Die Stilrichtung „Counterculture-Chic“ bezeichnet die Brautmode
der 1960er Jahre. Diese distanzierte sich durch eine neue Schlichtheit vom vorausgegangenen
New Look. Sparsam verhaltene und subtile Formen waren für diese Stilrichtung
entscheidend. Das letzte Kapitel des Bandes „Braut-Couture“, dessen
Originaltitel „I do ...“ lautet, widmet sich der Brautmode von etwa
1980 bis heute. Der Titel „Moderne Märchen“ lassen den Leser
erahnen, was in diesem letzten Kapitel auf ihn zukommt: Viele Experimente mit
Farben und historischen Stilen charakterisieren den bis heute nachzuvollziehenden
Zeitgeschmack. Das Hochzeitskleid von Lady Diana, die im Juli 1981 Prinz Charles
das Ja-Wort gab, gehört mitunter zu den aussagekräftigsten Kreationen,
die in dieser Zeit hervorgebracht wurden.
Der Bildband „Braut-Couture von Grace Kelly bis Vivienne Westwood“
bietet dem Leser einen umfangreichen Einblick in die Geschichte der Brautmode.
Aufschlussreich kommentiert die Autorin und Modeexpertin Caroline Cox die vielen
Illustrationen, die dem Betrachter ein Gespür für die jeweilige Mode
vermitteln sollen. Der Bildband, der unter anderem die Funktion eines Modeberaters
übernehmen könnte, enthält zudem viele interessante Bilder von
prominenten Bräuten wie Elisabeth Taylor, Yoko Ono oder auch Farah Diba.
Der opulent ausgestattete Bildband, der für Berufstätige in der Modebranche
ebenso geeignet ist wie für den privaten Gebrauch, ist eines von wenigen
Büchern, die sich mit diesem zum Träumen einladenden Thema befassen.
Die ausgefallenen Bilder liefern viele Anregungen für Frauen, die ihren
Traum in Weiß entweder in Eigenarbeit oder auch mit erfahrener Hilfe wahr
werden lassen möchten. Der Individualität sind keine Grenzen gesetzt,
und egal, für welche Kreation man sich letztendlich entscheidet, mit diesem
Buch ist der erste Schritt in Richtung „schönster Tag des Lebens“
getan.
„Braut-Couture von Grace Kelly bis Vivienne Westwood“ ist eine gelungene
Mischung aus Modehistorie und (Braut-)Schau!
Autorenportrait:
Caroline Cox ist eine Autorität auf dem Gebiet der Mode. Sie beobachtet,
wie sich kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen in der Modewelt widerspiegeln.
Ihre Bücher waren internationale Erfolge. Modeindustrie, Medien und Universitäten
lassen sich gerne von ihr beraten. Sie tritt regelmäßig im Fernsehen
auf und hält weltweit Vorlesungen.
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