Bacchus
Kunst für Weinfreunde – Wein für Kunstfreunde
(dsz).
Paul Cézanne, Joan Miró, Rembrandt, Caravaggio, Michelangelo,
Pablo Picasso, Georg Baselitz, Marc Chagall, August Macke und viele mehr –
wie es scheint, haben sich fast alle Künstler mit dem verführerischen
Getränk beschäftigt und wurden von ihm inspiriert: Wein gibt es schon
seit mehreren tausend Jahren, und er hat viele Menschen fasziniert. Künstler
aller Epochen haben sich mit Wein auseinandergesetzt und ihn zum Thema ihrer
Kunst erklärt.
Die Herausgeber Verena und Mark Füllemann haben die Faszination der Maler
festgehalten und sie für den Leser umgesetzt. Der Bildband „Bacchus.
Kunst für Weinfreunde – Wein für Kunstfreunde“ ist eine
einzigartige Sammlung der bedeutsamsten Bilder und Gemälde rund um das
Thema Wein. Eine attische Tonschale aus den Jahr 530 v.Chr. steht dabei ebenso
im Lichte des Weins wie ein Gemälde von George Grosz.
Begleitet werden die Gemälde von interessanten und kurzweiligen Essays
von Hugo Loetscher, der alle Informationen über Herkunft und Anbau der
Reben sowie die Herstellung des Weins zusammenfügt. Die Bedeutung des Rebstockes
in der Bibel, die Geschichte des Dionysos (respektive Bacchus) in der griechischen
Mythologie oder auch Anekdoten, Zitate, Gedichte und sogar „Poesie-Rezepte
aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts“ finden in „Bacchus“ ihren
Platz neben den passenden Gemälden.
„Du machst mich immer still und froh, / mein lieber guter Freund Bordeaux.“
So soll es Alexander Puschkin formuliert haben. Doch der Wein bringt nicht nur
Freude. Trauer und Melancholie, Spaß und Frohsinn ebenso wie harte Arbeit
werden durch die Kunstwerke in „Bacchus“ widergespiegelt. Ein Spaziergang
im Grünen Weingarten von van Gogh, Manets Bardame in der Bar in den Folies-Bergère
und Rembrandts verlorener Sohn, der sein Vermögen in den Weinstuben verprasst.
Egal ob Stillleben, Medaillen, Wandteppiche oder Vasen – die Vielfalt
der in „Bacchus“ abgebildeten Kunstwerke ist beachtlich.
„Die Traubenpresse soll das Modell abgegeben haben für die Druckerpresse.
Für einmal kamen nicht Trauben in die Presse sondern Wörter, und was
aus der Druckerpresse kam, konnte ebenso sauer und fruchtig sein wie das, was
aus der Traubenpresse kam.“ – Die Gemälde haben das Modell
abgegeben für Hugo Loetschers Essays – und was dabei herauskam, ist
ein vollmundiger Geschmack eines runden Werkes.
Der Bildband „Bacchus“ muss ganz langsam und in Ruhe genossen werden,
so dass er auf den Leser wirken kann – genau wie ein guter Wein!
Herausgeberportrait:
Verena Füllemann, geboren 1949, Juristin, Geschäftsführerin der
UBS Kulturstiftung und Mark Füllemann, geboren 1949, Dipl. Phys. ETH, Stabsstellenleiter
bei Holcim, geben mit „Bacchus“ den zweiten Bildband heraus. Weinbauende
Vorfahren in Baden und Berlingen, „Landdienst“ bei Verwandten auf
der Az. Agr. „Tordimaro“ in Orvieto und Ferien in Frankreich, der
Toscana und im Piemont sind die Wurzeln von „Bacchus“.
Autorenportrait:
Hugo Loetscher, geboren 1929, Schriftsteller, Kritiker und Publizist. Studium
der Politischen Wissenschaften, Wirtschaftsgeschichte, Soziologie und Literatur
in Zürich und Paris. Nach der Promotion Literaturkritiker bei der „Weltwoche“
und der „Neuen Zürcher Zeitung“. 1958-1962 Redaktor der Zeitschrift
„du“, danach freier Schriftsteller. Reisen und Aufenthalte in Italien,
Griechenland, Portugal, Lateinamerika, im Fernen Osten, in Südostasien
und den USA. Zahlreiche in viele Sprachen übersetzte Werke und Textbeiträge;
Herausgebertätigkeit; viele Auszeichnungen.
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