Anne Frank
Ein fesselndes Bilderbuch über ein erschütterndes Schicksal
(pr).
Das Schicksal der Anne Frank bewegt noch heute unzählige Menschen auf der
ganzen Welt. Es gibt kaum jemanden, der ihr Tagebuch nicht gelesen hat. Josephine
Poole hat nun das Bilderbuch „Anne Frank“ geschrieben, das auch
Grundschülern das Leben Anne Franks zugänglich macht und die schreckliche
Zeit des Zweiten Weltkriegs anschaulich erklärt. Mirjam Pressler, die das
Buch aus dem Englischen übersetzt hat, beschäftigt sich in einem Vorwort
mit der Frage, ob es wichtig ist, auch jüngere Kinder mit dieser Geschichte
zu konfrontieren. Sie ist der Meinung, das Bilderbuch wirke der Überhöhung
der Figur Anne Frank entgegen und zeige sie als das Mädchen, das sie wirklich
war. „Die kindlichen Leser erfahren Anne Frank als ganz normales Mädchen,
ihr Name wird ihnen vertraut. Sie werden später leichter zu ihrem Tagebuch
greifen und sind der Gefahr der Idealisierung weniger ausgeliefert.“
Das Bilderbuch schildert das Leben der Anne Frank in eindringlichen und zugleich
einfachen Worten, damit es für Kinder verständlich wird. Dabei geht
die Autorin auch auf die allgemeine Situation in Deutschland und Adolf Hitler
ein. „Adolf Hitler hasste die Juden und erzählte ohne Skrupel
Lügen über sie. Wer war schuld an den Schwierigkeiten der Deutschen?
Hitler wusste die Antwort. Er beschuldigte die Juden, sie würden den Deutschen
die besten Arbeitsplätze wegnehmen und ehrlichen Menschen das Brot vor
dem Mund wegschnappen.“
Weiterhin beschreibt das Buch wie Annes Vater Otto Frank den Plan fasste, sich
und seine Familie im Hinterhaus seines Büros zu verstecken. Dabei hält
sich die Autorin an die historischen Gegebenheiten. Sie erzählt, dass Miep
Gies die Versteckten versorgte, dass Anne nicht so brav war wie ihre Schwester
Margot, dass Anne sich in dem engen Haus eingesperrt fühlte, und vor allen
Dingen, dass Anne begann Tagebuch zu schreiben. „Sie brauchte dringend
jemanden, mit dem sie sprechen konnte, jemanden, der sie verstand... Sie wandte
sich ihrem Tagebuch zu, in dem sie Briefe an Kitty schrieb, ein Mädchen,
das sie vor langer Zeit gekannt hatte.“
Natürlich fehlt auch die Entdeckung der Untergetauchten in dem Bilderbuch
nicht. Die Gräuel des Konzentrationslagers werden allerdings nicht beschrieben.
Sie würden Grundschüler überfordern. Stattdessen wird einfach
erzählt, dass nur Otto Frank überlebte und dass Miep ihm Annes Tagebuch
übergab. „Aber Herr Frank war der Einzige, der nach dem Krieg
zurückkehrte. Er war von seiner Frau und seinen Töchtern getrennt
worden. Dass seine Frau tot war, wusste er. Er betete darum, von Anne und Margot
gute Nachrichten zu bekommen. Doch sie waren in einem deutschen Konzentrationslager
an Typhus gestorben.“
Das Bilderbuch „Anne Frank“ ist besonders gut gelungen, es bringt
jungen Lesern das jüdische Mädchen näher und zeigt auch die schrecklichen
Ereignisse des Zweiten Weltkriegs kindgerecht auf. Es bietet einen ersten Zugang
zum Thema Holocaust und kann in Grundschulen besprochen werden. Im Anhang findet
sich eine Zeittafel, die die Geschichte der Familie Frank und die Ereignisse
des Zweiten Weltkriegs festhält.
Eindringliche Illustrationen von Angela Barrett bebildern das Buch „Anne
Frank“ auf beeindruckende Weise. Die Personen sind klar wiedererkennbar,
da die Illustrationen sich wohl an Fotos orientieren. Die Farben sind gedeckt
gehalten, was dem Thema des Buches entspricht. Auf einem Bild sieht man Anne
zusammen mit zwei Mädchen. Sie alle tragen den Judenstern. Bewegend ist
auch eine Illustration, auf der Anne sich von ihrer Katze „Moortje“
verabschiedet. Jedes Kind wird nachvollziehen können wie weh das tut.
„Anne Frank“ ist ein außergewöhnliches Bilderbuch und
eine gelungene Kombination aus eindringlichen Bildern und einfühlsamen
Text!
Autorenportrait:
Josephine Poole hat mehrere Bücher für Kinder und junge Erwachsene
geschrieben. Außerdem arbeitet sie als Fernsehautorin. Sie lebt in Somerset,
England.
Illustratorenportrait:
Angela Barrett studierte am „Royal College of Art“ und begann nach
ihrem Abschluss im Jahr 1980 eine Karriere als Illustratorin. Sie erhielt den
„Smarties Preis“ und den „WHS-Illustrationspreis“. Ihr
Werk wurde in der „Magic Pencil“ Ausstellung der „British
Library“ gezeigt.
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