Vollidiot
Der Roman – Zum Brüllen komisch
(bhs).
Simon Peters aus Köln ist T-Punkt Verkäufer. Mit beständiger
Sicherheit tappt er in jedes Fettnapf, das auch nur im Entferntesten erreichbar
ist. Seine Putzfrau Lala möchte ihn mit einem „gackernden Business-Huhn“
verkuppeln, im Gay-Fitness-Studio, in dem er sich natürlich nur versehentlich
angemeldet hat, lauern die Verehrer, und dabei ist er doch verknallt in Marcia,
die in der Bar gegenüber jobbt. Sie mag er – sich selbst und den
Rest der Welt hingegen nicht. Ikea auch nicht mehr – da lauern nur Pärchen
auf ihn, und deshalb wird er dort auch eines Tages jubilierend seinen Single-Sessel
mit Benzin übergießen. Doch zunächst gibt Simon alles, die Frau
von gegenüber „rumzukriegen“.
Ein irrsinniger Strudel aus Wahnwitz, Wortwitz und Depression, stetig am Rande
des Abgrunds entlang, ein Verlierer, der gewinnen möchte und es doch einfach
nicht schafft. An sich eine bedauernswerte Gestalt, dieser Simon. Wenn er dabei
nicht so charmant dusselig wäre, so tollpatschig und zynisch noch dazu.
Man lacht und kommt aus dem Lachen nicht mehr raus. Und das trotz Argwohn zu
Anfang des Buches, wird es doch von Anke Engelke angepriesen – und die
hat bekanntlich nicht jedermanns Humor. Doch schon die ersten drei Zeilen beruhigten.
Nein, eigentlich beunruhigen sie: Mit lautem Prusten, anfänglicher Bauchmuskulatur-Quälerei
und Tränen in den Augen.
Es ist ein frischer, skurriler Sprachwitz, mit dem Autor Tommy Jaud seinen Roman
„Vollidiot“ verfasst hat, eine große Beobachtungsgabe, Zeitgeist
und Tempo. Scheinbar beiläufige, wirre Gedankenkonstruktionen reihen sich
an Situationen voller Komik. Dies gepaart mit einem herrlich sarkastischen Unterton,
bösartig-witzigen Beschreibungen von Personen, kann man „Vollidiot“
nicht mehr zur Seite legen.
„Vollidiot“ ist das lustigste Buch, das ich seit langem gelesen
habe. Ein Buch aus einer wunderbar männlichen Sicht, das Frauen einen herrlichen
Einblick in die männliche Denkweise gibt – zumindest in die eines
Vollidioten. Sprachlich sicher nicht ausgefeilt, eher umgangssprachlich und
teils von einem gewissen „Gossen-Jargon“ geprägt – aber
auch im Kino sind viele Filme Kassenknüller, die nur darauf ausgelegt sind,
Menschen zum Lachen zu bringen. Und das gelingt mit „Vollidiot“
hundertprozentig. Die Handlung ist ein Stück weit schwachsinnig, die Sprache
etwas platt – aber skurril und zynisch. „Vollidiot“ ist ein
schönes Unterhaltungsbuch, in dem sich sicher der eine oder andere trotz
– oder eben gerade wegen – diverser Peinlichkeiten wiederfindet.
Tommy Jaud weiß, wie man als Comedy-Autor Pointen setzt, Klischees bedient
und Laune macht!
Autorenportrait:
Tommy Jaud lebt als freier Autor in Köln. Er schreibt und entwickelt Comedy-Formate,
war Headwirter der Sat1-Wochenshow und Creative Producer der Kultsendung „Ladykracher“.
„Vollidiot“ ist sein erster Roman. Sein „Zweitbuch“
heißt „Resturlaub“,
sein dritter Roman „Millionär“.
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