Tierverbündete
Die Seelenverwandtschaft von Mensch und Tier – Fährtensuche im Reich von Mythos und Biologie
(twi).
Meine persönliche Meinung einmal vorweg gestellt, bin ich der Ansicht,
dass der Mensch das Tier nötig hat aber nicht umgekehrt. Was letztendlich
bedeutet: Wir sind die Abhängigen, und wir wollen uns verbinden; das Tier
hat es nicht nötig und ist – einmal abgesehen von Kulturfolgern –
auch nicht wirklich abhängig von uns.
Der Mensch hat eine bereits 100.000 Jahre währende Entwicklung hinter sich,
davon waren mehr oder minder 99.000 Jahre enge Partnerschaft mit Tieren dabei.
Erst in den letzten 1.000 Jahren – und insbesondere in den letzten 50
Jahren – haben wir uns mehr und mehr von der Natur verabschiedet.
Das Buch „Tierverbündete“ von Autorin Susanne Fischer-Rizzi
zeigt dem Leser 12 ausgewählte Tiere, voll von schamanischer Kraft und
Verbundenheit mit dem Menschen. Der Bär, der Delfin, der Fuchs, die Hausgrille,
der Hund, die Katze, der Luchs, das Pferd, der Rabe, das Rind, das Schwein und
der Wolf bilden die zwölf Vertreter der Archetypen. Diese Seelenverwandtschaft
ist es, welche das Reich der Biologie mit der Mystik und dem Mythos verbindet.
Tiere sind seit undenklichen Zeiten Begleiter des Menschen und verbinden uns
noch heute mit den archaischen Strukturen unseres Bewusstseins. Eindrückliche
und außergewöhnlich gelungene Photos von Nomi Baumgartl zeigen den
Streifzug durch die Tierwelt und damit die Geschichte der Menschheit. Psychologie,
Biologie und persönliches Erlebnisse verquickt Susanne Fischer-Rizzi gekonnt
zu einem Panoptikum der europäischen Archetypen der Menschheit.
Die Qualität der Ausführungen der Autorin wird übrigens insbesondere
in dem Text „Der Delfin“ deutlich, denn Delfine in Schwimmbecken
mit gechlortem Wasser, missbraucht als Streicheltiere für jedermann, sind
mit aller Deutlichkeit abzulehnen! Auch im Abschnitt „Der Hund“
ist die Frage berechtigt, ob es uns der Hund jemals danken wird, was wir mit
ihm angestellt haben und was wir aus ihm, dem Wolf, gemacht haben.
Im Abschnitt „Die Krone der Schöpfung“ stimme ich vollauf mit
der Autorin überein, dass der Thron wankt. Wir stehen am Scheideweg der
Schöpfung, und es steht die Frage im Raum, ob wir unsere „Freunde“
die wir seit 100.000 Jahren kennen, verlassen oder nicht.
Das Buch zeigt in großformatigen und außergewöhnlich eindrucksvollen
Bildern unsere Tierverwandten, die dazu gestellten Texte sind persönlich
und gefühlvoll und bergen eine übergeordnete Vernunft, der sich keiner
entziehen kann, welcher „Tierverbündete“ liest. Ein sehr gutes
Adressenverzeichnis am Ende und eine gute Bibliographie schließen dieses
Buch ab.
„Tierverbündete“ beeindruckt durch seine offene und sehr persönliche
Darstellung, welche sicherlich jeden Leser berühren wird!
Autorenportrait:
Susanne Fischer-Rizzi, Studium der Philosophie, Ausbildung zur Heilpraktikerin.
Studierte in Indien ayurvedische und tibetische Kräuterheilkunde und lernte
bei indianischen Heilern in Amerika. Naturheilpraxis in Deutschland. Lehrtätigkeit
in der von ihr gegründeten Schule für Heilpflanzenkunde und Aromatherapie.
Bisher sind von ihr zehn in viele Sprachen übersetzte Bücher im Bereich
Naturheilkunde und Aromatherapie erschienen. Sie lebt von vielen Tieren umgeben
in einem Bauernhaus im Allgäu.
Fotografenportrait:
Nomi Baumgartl lebt und arbeitet als freie Fotografin in München. Tätigkeit
als Bildjournalistin für nationale und internationale Magazine sowie im
internationalen Advertising-Bereich. Zahlreiche Veröffentlichungen, Fotofilme
und Bildbände, internationale Gruppen- und Einzelausstellungen.
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