Sex and the City Vol. 2
Neue Kolumnen aus New York
(fkl).
Nach „Sex and
the City“ erscheint mit „Sex and the City Vol. 2“
bereits das zweite Hörbuch, das den Zuhörer, basierend auf Kolumnen
der amerikanischen Klatsch-Reporterin Candace Bushnell, in die Glitzerwelt Manhattans
entführt. Carrie, das literarische Pendant der Autorin, lädt zu einer
Fahrt an für sie bedeutsame Orte ein und schildert in sieben kurzen Episoden
zahlreiche kuriose Erlebnisse aus der Welt einer Boulevard-Journalistin. Irina
von Bentheim, die jedem Fan der Fernsehserie „Sex and the City“
sofort als Carries deutsche Stimme vertraut ist, hat auch dieses Hörbuch
mit viel Hingabe gesprochen. Eingespielte Hintergrundgeräusche wie Autohupen
und Vogelgezwitscher lassen ihre Schilderungen besonders authentisch wirken.
In „Sex and the City Vol. 2“ geht es – wie könnte es
anders sein – um die Freuden und Leiden der reichen und einflussreichen
Mittdreißiger Manhattans, die verzweifelt nach dem Partner fürs Leben
suchen. Die Ausführungen reichen von „Jugend, Schönheit und
Ruhm“ über die Erlebnisse mit oberflächlichen Modeljägern
bis hin zur „Erotik des Unzuträglichen“ – ein Ausdruck,
hinter dem sich nichts anderes verbirgt als die Frage, warum hässliche,
unreife Männer manchmal so verdammt attraktiv sein können. In gewohnt
lässiger Weise wird über alles geredet, was das Singleleben lebenswert
macht.
Das Cover der CD „Sex and the City Vol. 2“ täuscht jedoch.
Auch wenn Sarah Jessica Parker darauf abgebildet ist, hat das Hörbuch mit
der Fernsehserie nicht besonders viel gemein – einmal abgesehen von der
Stimme Irina von Bentheims. Wer von dem Hörbuch ähnlich Spektakuläres
erwartet wie von der erfolgreichen TV-Produktion, wird vermutlich enttäuscht
werden, denn diesem Vergleich ist das Hörbuch nicht gewachsen. Während
die nachdenklichen Reflexionen Carries die Fernsehserie so liebenswert machen
und den kuriosen Ereignissen einen tieferen Sinn verleihen, fehlen diese in
der gesprochenen Fassung gänzlich. Und wer auf einen Auftritt von Charlotte,
Samantha und Miranda wartet, der tut dies vergebens.
Die Gesprächssituationen und Kommentare erscheinen im Vergleich zur TV-Serie
banal und nicht einmal besonders witzig. Dadurch nimmt man das Hörbuch
schnell als belangloses Geplapper wahr und ist mehr als einmal versucht, mitten
im Satz den Stopp-Knopf zu drücken, um seine Ruhe zu haben. Einzig die
Hoffnung darauf, dass es vielleicht noch besser wird – schließlich
steht ja „Sex and the City“ drauf – lässt den Hörer
eisern durchhalten.
„Sex and the City Vol. 2“ ist anders als das, was wir aus dem Fernsehen
kennen, aber ist es deshalb schlecht? Es darf nicht vergessen werden, dass dem
Hörbuch die viel gerühmte aber im Grunde harmlose Zeitungs-Kolumne
von Candace Bushnell zu Grunde liegt und eben nicht die darauf basierende Fernsehserie.
Jeder, dem es gelingt, das Hörbuch als eigenständige Produktion und
alternative Umsetzung der schriftlichen Fassung zu betrachten, kann vermutlich
wesentlich mehr amüsante Stellen entdecken, als der bereits voreingenommene
Zuhörer, der die TV-Serie liebt. Man muss sich freimachen von den Erwartungen,
die der Name „Sex and the City“ mittlerweile zwangsläufig birgt,
um der CD wirklich etwas abgewinnen zu können.
Jedem Fan der leichten Unterhaltung ist mit „Sex and the City Vol. 2“
jedoch rund 80 Minuten Kurzweil garantiert, wenn die vermutete Nähe zur
TV-Serie nicht das entscheidende Kriterium zum Kauf des Hörbuches war.
Autorenportrait:
Candace Bushnell, geboren 1958 in Glastonbury, Conneticut, studierte an der
„Rice University“ und wechselte anschließend zur „New
York University“. Bereits vor Abschluss ihres Studiums berichtete sie
für die Zeitschrift „Beat“ über die Szene um den legendären
Disco-Club „Studio 54“. Als freie Mitarbeiterin veröffentlichte
sie in den Magazinen „Self“ und „Mademoiselle“. 1994
begann sie für den New Yorker „Observer“ zu schreiben. Schnell
wurde ihre Kolumne „Sex and the City“ Kult. Durch die Stimme ihres
Alter Ego Carrie durchleuchtete sie ihr eigenes Leben sowie das ihrer Freunde,
Bekannten und der Elite New Yorks. Sie recherchierte dort, wo Manhattans „Beautiful
People“ sich amüsieren. Sie traf die Reichen und Einflussreichen
der Stadt, trank und feierte mit ihnen. Vor allem aber gelang es ihr wie keiner
anderen, die Freuden und Qualen der Dreißigjährigen zu schildern,
die rastlos nach dem Richtigen suchen, aber immer im falschen Bett landen. Im
Bett von „Mr. Big“ zum Beispiel, dem Pendant zu Candace Bushnells
Ex-Liebhaber Ron Galotti – einem der mächtigsten Verleger und Herausgeber
New Yorks. Anders als die Protagonistinnen ihrer Kolumnen hat Candace Bushnell
schließlich den Einen gefunden: Sie ist glücklich mit Charles Askegaard,
Tänzer beim American Ballet, verheiratet. Ihre legendären und gefürchteten
zynischen Beobachtungen der New Yorker Paarungsrituale erschienen 1996 als Buch
und wurden von Drehbuchautor Darren Star zur Erfolgsserie „Sex and the
City“ verarbeitet. Candace Bushnell ist im Vorstand der „Young Lions
of the Public Library“, einer Vereinigung für betuchte Jung-New-Yorker,
die sich für Literatur engagieren.
Erzählerportrait:
Irina von Bentheim ist vor und hinter der Kamera aufgewachsen. Als Kinderstar
hat sie sich an der Seite deutscher Filmgrößen wie Heinz Erhardt,
Heinz Rühmann und Peter Alexander in die Herzen des Publikums gespielt.
Später hat sie beim RIAS und SFB gearbeitet, auf der Bühne gestanden,
Lesungen gemacht und moderiert. Aber das Synchronsprechen hat einen besonderen
Stellenwert für sie: Sie lieh ihre Stimme z.B. Robin Wright-Penn, Minnie
Driver und Naomi Watts. Seit drei Jahren ist sie die Synchronstimme von Sarah
Jessica Parker. Ihre „Sex and the City“-Lesungen sind ein großer
Publikumserfolg, ebenso wie das daraus entstandene erste Hörbuch „Sex
and the City“.
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