Schlechte Nachrichten
Drittes Buch der Eddie-Dickens-Trilogie
(emk).
„Schlechte Nachrichten“ heißt die Tageszeitung, die ein Verwandter
von Eddie Dickens in Amerika betreibt. Und Eddie soll nun nach Amerika reisen.
„Schlechte Nachrichten“ ist der dritte und letzte Band der Eddie-Dickens-Trilogie
von Philip Ardagh. „Schlimmes
Ende“ machte den Anfang, gefolgt von „Furcht
erregende Darbietungen“. Wer Band eins und zwei der Trilogie
kennt, wird auf den dritten Band schon gewartet haben. „Schlechte Nachrichten“
lässt sich aber auch ohne „Vorkenntnisse“ lesen.
So verrückt wie diese Buchtitel ist auch der Inhalt des dritten Bandes,
denn es tauchen wieder die peinlichen Verwandten von Eddie auf: Sein Vater malt,
auf einem Gerüst liegend, die Decke der Halle von „Schlimmes Ende“
aus, wobei alle seine Gestalten wie Leberwürste aussehen. Eddies Mutter
schneidet mit einer Teppichschere dreckigen Weißbrotscheiben die Rinde
ab.
Zu den schon bekannte Figuren, dem Wahnsinnigen Onkel Jack, der Noch Wahnsinnigeren
Tante Maud und der Laberliese hat Philip Ardagh Lady Constance, eine mordende
Gouvernante, einen ausgebrochenen Sträfling, einen Riesendiamanten und
am Schönsten: den „Schießpulverholer“ erfunden, einen
Schiffsjungen, der mit Zahnlücken ausgestattet ist, die sich im Text so
anhören: „„Fu Befehl, För“ oder „Waf haft
du denn vor“, fragte das Faff, äh, Fass““.
Um es gleich vorwegzunehmen: In Amerika kommt Eddie nie an. Dafür erlebt
er bei den Vorbereitungen und auf der Reise dort hin die unglaublichsten Dinge
und die haarsträubendsten Abenteuer.
Philip Ardagh hat „Schlechte Nachrichten“ wieder so voll gepackt
mit Absurditäten, Wortspielen und einer komischen, sich überschlagenden
Handlung, dass man sich beinahe schlapp lacht. Da stört es dann auch gar
nicht, dass die Geschichte eigentlich nicht so recht vorankommt.
Das Buch für Kinder ab zehn Jahren wurde auch dieses Mal von Harry Rowohlt
in lockere Gegenwartssprache übersetzt; auf Seite 69 allerdings, muss er
die Übersicht über die verwirrenden Verwandtschaftsverhältnisse
der Familie verloren haben, denn es handelt sich hier um Eddies Tante und nicht
um die von Mr. Dickens. Der Übersetzer lässt keine Wortspielerei aus
und hat den Text sogar mit zwei eigenen, witzigen Anmerkungen versehen. Man
kann jedoch nicht sicher sein, dass diese Fußnoten nicht doch von Philip
Ardagh, dem Autor stammen, denn bei dessen vielen skurrilen Einfällen und
der Tatsache, dass er immer wieder aus der Handlung heraustritt und mit dem
Leser spricht, könnte das ebenso gut eine neue Idee von ihm sein.
Die Illustrationen von David Roberts sind schrecklich-schön wie in den
vorangegangenen Eddie-Dickens-Büchern.
„Schlechte Nachrichten“ ist ein Muss für Kinder und alle Liebhaber
von schwarzem Humor und englischer Nonsens-Literatur!
Autorenportrait:
Philip Ardagh hat auch mehr als 50 Bücher für Kinder jeden Alters
geschrieben. Er arbeitete unter anderem als Werbetexter, als Reinigungskraft
in einer Klinik, als (höchst untauglicher) Bibliothekar und als Vorleser
für Blinde. Derzeit ist er Vollzeit-Schriftsteller. Seine Bücher,
die er unter verschiedenen Namen veröffentlicht, wurden bislang in neun
Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Frau und zwei Katzen in einem kleinen
Küstenort in England. „Schlimmes
Ende“ wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2003 ausgezeichnet.
Illustratorenportrait:
David Roberts, geboren in Liverpool, studierte Modedesign, bevor er nach Hongkong
zog, wo er als Modezeichner arbeitete. Er hat acht Bücher illustriert und
einen Preis für Kinderbuchillustration erhalten. Heute lebt er in London,
zeichnet und macht gelegentlich Hüte.
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