Pausanias Beschreibung Griechenlands
Ein Reise- und Kulturführer aus der Antike
(emk).
Anlässlich der Olympiade 2004 erinnerte sich Griechenland verstärkt
an seine antike Vergangenheit. Einige Wettkämpfe fanden sogar am Ausgrabungsort
der Arena von Olympia statt. – In „Pausanias Beschreibung Griechenlands“
ist nachzulesen, wie das Stadion zu seinen Lebzeiten (110 bis 180 n.Chr.) aussah.
Demnach haben sich vor dem Eingang Statuen befunden, die aus Geldbußen
der Athleten errichtet worden waren.
Der erste Reise- und Kulturführer aus der Antike, „Perégesis
tes Hellados“, die „Beschreibung Griechenlands“, ist in zehn
mehr oder minder vollständigen Büchern erhalten, von denen Jacques
Laager eine Auswahl getroffen und aus dem Griechischen übersetzt hat. Dabei
versuchte er, die typische Sprachatmosphäre wiederzugeben.
Pausanias kam aus Klein Asien und besuchte Griechenland als Fremder. Daher ist
seine Darstellung von kritischer Objektivität. Er schrieb sowohl seine
eigenen Reiseeindrücke als auch die mündlichen Mitteilungen seiner
Zeitgenossen vor Ort auf. In seiner „Beschreibung Griechenlands“
bezieht Pausanias die Sagenwelt und die unterschiedlichen Religionen des Landes
mit ein. Dabei zitiert er zeitgenössische und viele antike Autoren, es
finden sich auch Verse von Homer. Detailliert schildert Pausanias Tempelanlagen
und Stadtmauern, die inzwischen zerstört sind. So ist seine „Beschreibung
Griechenlands“ ein wichtiges Hilfsmittel für die Archäologie,
Landeskunde und Religionsgeschichte geworden.
Der Text setzt umfassende Kenntnisse der griechischen Geschichte und Mythologie voraus. Zum besseren Verständnis schickt der Herausgeber Jacques Laager eine Einleitung zu Beginn jeden Abschnitts voraus. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Anmerkungen im Anhang und ein ausführliches Nachwort. Die „Beschreibung Griechenlands“ erschien schon 1998 in der „Manesse Bibliothek der Weltliteratur“. Das Werk liegt hier aus aktuellem Anlass in Neuauflage, allerdings nicht ohne Druckfehler, vor.
Mit dem Reise- und Kulturführer der Antike erweckt Pausanias die Kultur
seiner Zeit zu neuem Leben und lässt uns das frühe Griechenland mit
den Augen eines Zeitgenossen sehen. Damit gibt er allen, denen herkömmliche
Reiseführer nicht ausreichen, eine wertvolle Ergänzung an die Hand.
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