Gletscher im Treibhaus
Eine fotografische Zeitreise in die alpine Eiswelt
(pr).
Der Bildband „Gletscher im Treibhaus“ führt seine Leser in
„Eine fotografische Zeitreise in die alpine Eiswelt“. Wolfgang Zängl
und Sylvia Hamberger informieren zusammen mit anderen Experten über Ursachen
und Folgen des Gletscherschwunds. Innerhalb von vier Jahren waren sie dafür
wiederholt mit ihrem Team in den Alpen, um den bestürzenden Schwund zu
dokumentieren.
Die Autoren haben zahlreiche Postkarten mit alpinen Gletschern als Motiv von
Anfang des letzten Jahrhunderts gesammelt. Zwischen 2000 und 2003 fotografierten
sie aus der gleichen Perspektive Vergleichsbilder, die den rapiden Gletscherschwund
dokumentieren. Die Bildvergleiche stehen im Mittelpunkt des ersten Teils des
Bildbandes „Gletscher im Treibhaus“ und sind nach den alpinen Gebieten
in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien unterteilt.
Zu manchen Motiven werden Bergführer, Zeitungen oder berühmte Persönlichkeiten
wie Johann Wolfgang von Goethe zitiert.
Im zweiten Teil kommen verschiedene Experten zu Wort, die in ihren spannenden
Beiträgen über Ursachen und Folgen des Gletscherschwunds informieren.
Im ersten Artikel „Herzliche Grüße vom wunderbaren Gletschergebiet“
kontrastiert Sylvia Hamberger die alten Postkarten von den schönen, weißen
Alpen mit der heutigen Realität von Gletschern, die durch Moränenschutt,
Wüstensand und Schmutzpartikel schwarz gefärbt sind.
Im Kapitel „Gletscher im Brennpunkt des Klimawandels“ zeigt Max
Maisch wieso Gletscher Klimazeugen der Erdgeschichte sind. Schmelzende Gletscher
sind das sichtbarste Zeichen einer globalen Klimaerwärmung. Klimaforscher
Mojib Latif geht in seinem Text „Der globale Klimawandel“ auf den
Treibhauseffekt ein und nimmt unmittelbare Auswirkungen des heißen Sommers
2003 unter die Lupe. In „Bergsteigen im Treibhaus“ stellt Stefan
Witty die zunehmenden Gefahren des Bergsteigens durch verstärkte Stein-
und Eisschläge, Spaltensturzgefahr und anderes vor.
Wolfgang Zängel erklärt im Kapitel „Von Kyoto nach Bagdad und
zurück“ warum Gletscher heutzutage verstärkt schmelzen. Auslöser
ist unter anderem die zunehmende Energieerzeugung. Am Beispiel von Deutschland
erläutert er, wie sinnlos Kohlendioxid erzeugt wird. Diese und andere eindringliche
Artikel führen dem Leser Ursachen und Folgen des bestürzenden Gletscherschwunds
vor Augen.
Die zahlreichen aktuellen Fotografien der Alpen als Vergleichsbilder jahrzehntealter,
meist schwarzweißer Postkarten beeindrucken und bestürzen zugleich.
Die Farbfotos dokumentieren eindringlich, wie sich eine Landschaft innerhalb
eines Jahrhunderts dramatisch gewandelt hat. Verschiedene Grafiken wie die schematische
Darstellung des Treibhauseffekts veranschaulichen die Texte der Gletscher-Experten.
Im Anhang werden die Herausgeber und Autoren des Bildbandes in kurzen Portraits
vorgestellt. Außerdem gibt es ein Gletscher- und Hüttenregister zum
Nachschlagen.
Mit den Eiskappen verschwindet nicht nur ein Teil der Schönheit der Alpen.
Ihr Schrumpfen bringt auch Erdrutsche und Gerölllawinen mit sich, ein wichtiger
Wasserspeicher geht verloren, neue Gletscherseen bedrohen Ortschaften. „Merkwürdigerweise
stehen die Gletscher jedoch trotz ihres rapiden Rückgangs immer noch für
intakte Natur und ewiges Eis“ erklärt Wolfgang Zängel.
„Gletscher im Treibhaus“ ist ein facettenreicher Bildband für
Menschen, die sich mit ihrer Umwelt beschäftigen ebenso wie für passionierte
Bergsteiger und Liebhaber der alpinen Landschaft. „Eine fotografische
Zeitreise in die alpine Eiswelt“ wird durch die wertvollen Experten-Beiträge
vervollständigt. Der beeindruckende Bildband öffnet seinen Lesern
die Augen und macht deutlich, dass die Alpen, wie wir sie heute kennen, nicht
mehr lange existieren werden!
Autorenportrait:
Wolfgang Zängl, Dr. rer. Pol., lebt in München und ist Gründungsmitglied
der „Gesellschaft für ökologische Forschung e.V.“. Er
schrieb seine Dissertation über die Geschichte der deutschen Elektrizitätswirtschaft.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind Verkehr und Energie. Neben der Mitarbeit an vielen
Ausstellungen veröffentlichte er zahlreiche Bücher zu Umweltthemen
und Technikkritik. Am Gletscherprojekt arbeitet er mit Sylvia Hamberger und
dem Team seit 1999. Es ist für ihn der Schnittpunkt zwischen der Kritik
an der bestehenden Industrieproduktion und dem Kampf für den Erhalt der
Umwelt: Denn die Zerstörung der Natur bedeutet immer auch einen Verlust
für die Menschheit.
Sylvia Hamberger, Diplom-Biologin, lebt in München und hat mit Wolfgang
Zängl und anderen 1977 die „Gesellschaft für ökologische
Forschung e.V.“ gegründet, in deren Vorstand sie ist; Mitautorin
und -herausgeberin der Ausstellungen und Kataloge der „Gesellschaft“
und Verfasserin von Veröffentlichungen im Umweltbereich. Sie arbeitet seit
vielen Jahren an Langzeit-Fotodokumentationen zu Wald- und Alpenthemen, seit
1999 intensiv am Gletscherprojekt. Sie sieht die Gletschervergleiche als Möglichkeit,
die Folgen der Klimaänderung sichtbar zu machen, aber auch die Schönheit
und Fragilität der Gletscher zu zeigen.
© Copyright by: Public Dialog Hamburg