Die Belle Époque des Segelsports

Yachten – Luxus – Lebensart

Die Belle Époque des Segelsports(pr). Der opulente Bildband „Die Belle Époque des Segelsports“ von Jean-Michel Barrault entführt den Leser in die Zeit Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, um „Yachten – Luxus – Lebensart“ des damaligen Segelsports wieder aufleben zu lassen. Schilderungen, Anekdoten und Legenden in dem informativen Bildband, der von Manfred Braun aus dem Französischen übersetzt wurde, erinnern an die Blütezeit des Yachtsports, der vor allem Adelige und Reiche wie Kaiser Wilhelm II. oder die Bankiersfamilie Rothschild in seinen Bann zog.


Im einführenden Kapitel „Adeliger Yachtsport“ erzählt der Autor, welche Klientel damals den Segelsport liebte und betrieb: „Ende des 19. Jh. und Anfang des 20. Jh. segelte auf den Meeren die prächtigste, eleganteste und luxuriöseste Flotte aller Zeiten, im Besitz einer Elite durch Geburt oder Vermögen, im Wert von zehntausenden Pfund Sterling, Dollar, Goldfrancs.


Im Kapitel „Britannia rules the waves“ berichtet Jean-Michel Barrault vom vermutlich ersten Yachtclub der Welt 1720 in Großbritannien und dortigen Regatten. Briten wie die Familie Brassey begaben sich 1874 auf Weltreise per Segelboot. Für die Seefahrernation Großbritannien „war der Yachtsport eine Lebensart.“ Für die Amerikaner hingegen bedeutete dieser Sport Macht und Prestige, wie der Leser im Kapitel „Amerika schwelgt in voller Pracht“ erfährt. Es werden Milliardäre wie John Stevens und im Gegensatz dazu echte Seeleute wie William Henn vorgestellt. 1866 gab es erstmalig ein Wettrennen über den Atlantik, bei dem der Sieger James Gordon Bennett 90.000 Dollar gewann.


Auch Frankreich will in der damaligen Blütezeit des Segelsports mithalten. Die „Société des Régates du Havre“ feierte 1913 ihr 75. Jubiläum. Im darauf folgenden Jahr erhielt Professor Jean-Baptiste Charcot „Fördermittel für eine Expedition in die Antarktis, um dort die französische Flagge zu hissen.“ Im Kapitel „Amateure und Profis“ verrät Jean-Michel Barrault, dass die Besitzer auf ihrer eigenen Yacht meist nur Passagiere waren. Ausgebildete Kapitäne und Matrosen segelten die Boote. Bei Regatten waren die Eigentümer oftmals gar nicht mit an Bord.


Im Kapitel „Der Kaiser und andere königliche Yachteigner“ wird Wilhelm II. als Segler porträtiert. 1887 gründete er den kaiserlichen Yachtclub. Für ihn waren Yachten nicht nur zu seinem Vergnügen und als Prestigeobjekte bestimmt. Er wollte in Konkurrenz mit den Briten treten: „Der Kaiser hatte das Ziel, die deutsche Flotte zur besten der Welt zu machen und der kaiserliche Yachtsport sollte dazu seinen Beitrag leisten.“ 1882 rief Wilhelm II. die noch heute stattfindende „Kieler Woche“ ins Leben.


Im letzten Kapitel „Arm und einsam“ werden die Einhandsegler Richard Turrell McMullen und Joshua Slocum vorgestellt, die nichts für die damalige Seglermode der Reichen und deren Regatten übrig hatten. Joshua Slocum umsegelte als Erster alleine die Welt. Im Anhang stehen Bildnachweise, Angaben der verwendeten Literatur sowie ein ausführliches Register.


Zahlreiche historische Fotografien, Gemälde von Künstlern wie Pierre Bonnard und alte Stiche von Yachten, deren Besitzern, Regatten und anderem mehr, illustrieren gelungen den Bildband „Die Belle Époque des Segelsports“. Gekonnt sind Schilderungen, Anekdoten und Legenden mit historischen Illustrationen verknüpft und führen in die luxuriöse und kuriose Welt des damaligen Segelsports ein.


„Die Belle Époque des Segelsports“ ist allen passionierten Seglern zu empfehlen, denn der schöne Bildband lädt zu einer spannenden und faszinierenden Segeltour in die Vergangenheit ein!

Autorenportrait:

Jean-Michel Barrault ist Autor von über 30 Büchern, die sich fast alle dem Meer widmen, schreibt Beiträge für „Le Figaro“, „Paris-Match“ und zahlreiche nautische Fachzeitschriften. Er ist Schöpfer des Wettbewerbs „La course en Solitaire du Figaro“ und hat von den meisten großen Segelsport-Ereignissen der letzten 30 Jahre berichtet. Jean-Michel Barrault ist selbst begeisterter Segler und hat auf der eigenen Slup mit seiner Frau eineinhalb Mal die Welt umsegelt.

Die Belle Époque des Segelsports

Jean-Michel Barrault
Die Belle Époque des Segelsports
Yachten – Luxus – Lebensart
Aus dem Französischen von Manfred Braun
blv Verlag, München
ISBN 3-405-16639-X
1. Auflage 2004, 176 Seiten, mit 130 meist farbigen Abbildungen, Halbleinen gebunden mit Schutzumschlag, Format 24,7 x 34,8 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 49,90 (D) / € 51,30 (A) / sFr 85,50

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