Der Fall Jane Eyre
Atemlose Hetzjagd durch die Welt der Bücher
(bhs).
Großbritannien in den 1980er Jahren: Literatur und Bücher beherrschen
den Alltag der Menschen. Verbrecherbanden drängen auf den Büchermarkt
und Literaturagenten muten an wie andernorts FBI-Leute. Seit 130 Jahren tobt
der „Krimkrieg“ mit Russland und es scheint, als hätte England
die Möglichkeit, das Blatt zu wenden und die Krim endgültig für
sich zu gewinnen. Dabei spielt die „Goliath Corporation“ eine große
Rolle, eine zwielichtige Organisation, die in England stetig innerhalb der Politik
intrigiert: Sie hat eine neue Wunderwaffe entwickelt, möchte neue Absatzgebiete
entwickeln und führt dabei nichts Gutes im Schilde.
Der Job von Thursday Next, Literaturagentin beim Geheimdienst, ist es eigentlich,
Fälschungen und Diebstähle aufzuklären. Sie ist die Hauptfigur
in dem Roman „Der Fall Jane Eyre“ von Autor Jasper Fforde und entstammt
einer reichlich seltsamen Familie, die ihre Vornamen nach Wochentagen aussucht.
Ein Bösewicht namens Hades hat es sich zum Ziel gesetzt, die englische
Regierung zu erpressen. Mit Hilfe einer Maschine, die von Thursday Nexts Onkel
erfunden wurde, steigt Hades in das Manuskript von „Martin Chuzzlewit“,
einem Charles Dickens Roman, ein und lässt eine Figur ermorden. Ein Aufschrei
geht durch die literarische Gemeinde. Für Thursday Next wird es zu einer
persönliche Herausforderung, Hades zu erledigen, nachdem dieser in den
nächsten Roman steigt und dort Jane Eyre entführt. Thursday Next ist
kurz davor, ihn zu packen, als die Leute von der Goliath Corporation in das
kriminelle Spiel einsteigen, die ihre ganz eigenen Interessen haben... .
Spannung, Action und pure Faszination machen „Der Fall Jane Eyre“
zu einem heftigen Lesevergnügen. Schwer macht der Autor es dem Leser dennoch:
Die Handlung ist sprunghaft und verworren, die Geschichte zu ausschweifend und
von wilden Elementen verschiedener Literaturarten geprägt. Darunter leidet
Jasper Ffordes sehr phantasievolle und mitreißende Geschichte, die den
Leser zwar außer Atem geraten, aber kaum noch mithalten lässt. Die
Kreation einer eigenen Welt wird betont durch eine so temporeiche Sprache, aus
dem Englischen von Lorenz Stern übersetzt, dass es schwer ist, Schritt
zu halten; anstrengend ist nicht nur der Wechsel zwischen der Ich-Form und der
dritten Person, sondern auch, nicht den roten Faden zu verlieren.
Für konzentrierte, geduldige Leser ist „Der Fall Jane Eyre“
ein wahrer Genuss – für Freunde einer klaren Spannungskurve hingegen
ein Objekt der Verwirrung!
Autorenportrait:
Jasper Fforde ist Waliser (daher das markante doppelte F) und wurde 1961 geboren.
Seine Romane schrieb er 14 Jahre lang neben seiner Arbeit als Kameramann bei
Filmproduktionen. Die Idee für seinen ersten Roman „The Eyre Affair“
kam ihm 1988.
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