Dampflokomotiven
Ikonen aus Stahl
(pr).
Der großformatige Bildband „Dampflokomotiven“ von Armin Schmolinske
und Hans Faust widmet sich den schwarzen „Ikonen aus Stahl“. Neben
einer Einführung über die Geschichte der historischen Bahn gibt es
kurzweilige, informierende Texte zu den wenigen verbliebenen, jedoch noch weltweit
fahrenden Dampfzügen.
Im ersten Kapitel „Die Dampflokomotive – erst eroberte sie die Welt
und als sie verschwand, eroberte sie die Herzen der Menschen“ erzählen
die Autoren ausführlich von der Geschichte der Dampfeisenbahn in den verschiedenen
Ländern, mit der ersten Dampfmaschine in England 1802 beginnend. „Anfangs
fürchteten sich die meisten Menschen vor einer Fahrt mit dem rasenden Verkehrsmittel.
Ärzte warnten vor der dreifachen Geschwindigkeit einer Postkutsche. Doch
als auch die Bequemlichkeit des Reisens im Dampfzug die der Fahrt in der Pferdefuhre
um das Dreifache übertraf, änderte sich allmählich die Einstellung.“
Ab 1950 wurden zunächst in den USA und über die Jahrzehnte überall
auf der Welt die Dampf- durch Diesellokomotiven ersetzt. Doch die historischen
Bahnen fahren auch heute noch: „Geradezu unüberschaubar ist das
Angebot attraktiver Museumsbahnen weltweit. Diese Bahnen werden zwar alleine
zum Freizeitvergnügen und zur Pflege nostalgischen Fahrgenusses betrieben,
sind aber für die Bewahrung kulturgeschichtlicher Denkmäler unverzichtbar.“
Anschließend werden die heute noch fahrenden Dampflokomotiven auf der
ganzen Welt vorgestellt. Am Beginn der Kapitel stehen allgemeine Informationen
über diese besonderen Bahnen im jeweiligen Land, danach gibt es kurzweilige,
informative Texte zu einigen dort fahrenden Dampflokomotiven. Bei manchen der
historischen Züge werden in einem zusätzlichen Kasten technische Daten
genannt.
Armin Schmolinske und Hans Faust beginnen mit den europäischen Dampflokomotiven.
Im Kapitel „Österreich – 52-er Friedensloks und viel Dampf
auf schmaler Spur“ erfahren interessierte Leser beispielsweise von der
Steyrtalbahn, die in den 1970ern nicht nur für den Personenverkehr diente,
sondern auch dortige Sägewerke mit Nachschub versorgte.
Aber auch anderswo befahren die „schwarzen Riesen“ noch heutzutage
die Gleise. Im Kapitel „Kuba – Viva la revolutión y viva
la locomotora de vapor“ berichten die Autoren von noch immer Zuckerrohr
transportierenden Dampfloks. Auf der „1 D-Lok“ von 1958, Ecuadors
jüngster Dampflok, fahren Passagiere auch auf dem Dach mit, ebenso wie
in Nepal.
Nach der weiten Reise in die Welt der Dampflokomotiven gehen die beiden Autoren
noch einmal näher auf besondere Bahnen in Deutschland ein: Kapitel über
die „Rügensche Kleinbahn“, die „Mecklenburgische Bäderbahn
Molli“ und die „Harzer Schmalspurbahn“ runden diesen schönen
Bildband ab. Im Anhang gibt es einen Fotonachweis und Kontaktadressen für
die drei zum Schluss genannten deutschen Bahnen.
Beeindruckende Fotografien von den Dampflokomotiven, überwiegend von den
beiden Autoren gemacht, stehen bei dem nostalgischen Bildband im Vordergrund.
Aus den verschiedensten Perspektiven sind faszinierende Fotos von den historischen
Bahnen, in großartige Landschaftskulissen eingebettet, entstanden. Die
ausführlichen Bildunterschriften stören jedoch manchmal den Genuss
des Betrachtens, da sie direkt ins Bild gedruckt wurden.
Der schöne Bildband „Dampflokomotiven“ lädt zu einer spannenden
Reise auf den Gleisen dieser Welt ein!
Autorenportrait:
Armin Schmolinske, geboren 1957, arbeitet als Fotograf in einem großen
Verlagshaus. Schon als Schüler erbte er vom Vater die Leidenschaft für
Eisenbahnfotografie. Mit seinen Aufnahmen, die in vielen Büchern erschienen
sind, hat er vor allem den Bahnen der alten Bundesrepublik ein Denkmal gesetzt.
Seit einigen Jahren widmet er sich verstärkt den noch in großer Zahl
fahrenden Dampfloks in China.
Hans Faust, geboren 1942, ist Maschinenbauingenieur und ausgebildeter Lokführer.
Seit über 40 Jahren fotografiert er Eisenbahnen und hat sich durch zahlreiche
Veröffentlichungen in Büchern und Kalendern einen Namen gemacht. Auf
der Suche nach neuen faszinierenden Motiven bereiste er inzwischen fast alle
Kontinente, wobei er ein besonderes Faible für Indien und dessen historische
Dampfloks entwickelt hat.
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