Best of National Geographic
Die faszinierendsten Gesichter der Welt
(pr).
Nach dem großen Erfolg des ersten Bildband-Bestsellers „Best
of National Geographic – Die Welt in atemberaubenden Bildern“
liegt nun der zweite monumentale Bildband „Best of National Geographic“
vor, der „Die faszinierendsten Gesichter dieser Welt“ auf brillanten
Bildern zeigt.
Im Vorwort schildert der stellvertretende Chefredakteur des bekannten Magazins
Chris Johns Schwierigkeiten professioneller Fotografen, ihre Jagd nach der perfekten
Fotografie und die Besonderheit des Portraits: „In jedem Porträt
offenbart sich ein Individuum, ein eigenes Leben, eine eigene Geschichte. Wenn
eine Vertrauensbasis zwischen Fotografen und seinem Gegenüber besteht sowie
Geschick und Einfühlungsvermögen des Fotografen groß genug sind,
vermag das Porträt möglicherweise das Wesen der Person einzufangen
und zu zeigen.“
Sechs bekannte Fotografen erzählen in kurzen Essays von der Geschichte
des „National Geographic“ und den Entwicklungen in der Fotografie
der letzten hundert Jahre. Zum Teil gehen sie auf ihren eigenen Werdegang als
Fotografen ein, berichten von der Entstehung der abgedruckten Fotos und den
darauf abgebildeten Menschen. Es werden besonders aussagekräftige Portraitfotos
der vergangenen Jahrzehnte aus dem „National Geographic“ vorgestellt.
Darunter sind auch einige selbstgemachte Bilder von den Fotografen und Fotos,
die sie persönlich oder ein breites Publikum berührt haben. Zum Beispiel
gibt es ein Bild von William Albert Allard, dass einen weinenden Jungen aus
Peru zeigt, dessen halbe Schafherde gerade von einem Auto totgefahren wurde.
Die Leser waren von diesem 1982 entstandenen Foto dermaßen gerührt,
dass sie mehr als 6.000 Dollar für das Kind spendeten. Bis heute gilt der
unumstößliche Leitsatz, der die Bilder des Magazins „National
Geographic“ so einmalig macht: Fotos weder zu inszenieren, noch zu manipulieren.
Im ersten, einleitenden Teil „National Geographic Porträts“
von Leah Bendavid-Val erfährt der Leser von den Anfängen der Fotografie
für die Zeitschrift mit dem Herausgeber und Amateurfotografen Gilbert Hovey
Grosvenor. Im „National Geographic“ gab es vereinzelte Porträts
von Berühmtheiten, im Vordergrund standen und stehen jedoch Kulturen, nicht
einzelne Menschen.
Der zweite Teil „Das Fremde und das Exotische. Vor 1930“ von Stuart
Franklin berichtet von den ersten Charakterstudien zu Beginn der 1920er dank
kleinerer, leichterer Handkameras: Es entstanden ausdrucksstarke Milieustudien
statt gestellter Motive im Fotostudio. Damals waren die Fotos eher von ethnographischer
als fotografischer Bedeutung. Bis in die 1930er Jahre waren Manipulation und
Retusche der Bilder vollkommen üblich.
In „Ausgeblendet: Die Wirtschaftskrise & Krieg. Die 1930er und 1940er“
erklärt Sam Abell, dass in damaliger Zeit den Lesern des Magazins „beruhigende
Bilder einer zunehmend in bunten Farben abgelichteten Welt geliefert“
wurden, „aufgenommen aus einer gewissen Distanz.“ Die aktuellen,
einschneidenden Weltereignisse wurden vollkommen ausgeklammert. In der Fotografie
gab es jedoch auch Fortschritte: Die Farbfotografie verbreitete sich. Patriotismus
und Zensur im Zweiten Weltkrieg begünstigten die Einstellung des „National
Geographic“, kritiklose Bilder abzudrucken.
Im vierten Teil „Unbeschwerte Tage in Kodachrom. Die 1950er und 1960er“
teilt Fotograf Jodi Cobb dem Leser interessante Gedanken über die Vielfalt
der Gesichter und Portraits und das Ziel des Fotojournalismus mit. Noch immer
gab es in den 1950ern und 1960ern arrangierte Szenen. Erst in den folgenden
Jahrzehnten kam ein Wandel hin zur persönlicheren Sicht der Menschen, wie
man in „Zurück zum Realismus. Die 1970er und 1980er“ von William
Albert Allard erfährt: „Es war eine Rückbesinnung auf alte
Ideale, mit einem Unterschied: Die neue Generation fühlte sich zum Alltäglichen
hingezogen – ferne, exotische Völker waren schön und gut, aber
die Leute aus dem eigenen Viertel nicht minder interessant.“
Im letzten Teil „Fotografie und Mehrdeutigkeit. Die 1990er Jahre bis zur
Gegenwart“ beschäftigt sich David Alan Harvey mit der Frage, ob die
Fähigkeit des Fotografen oder das dargestellte Motiv wichtiger ist. Außerdem
geht er auf die gegenwärtige Aufgabe der Fotografie ein, die Welt zu dokumentieren,
wie sie ist: „In diesem von Unsicherheit geprägten Jahrzehnt
bringen die Fotografen von „National Geographic“ und ihre Kollegen
in ihren Bildern die Relativität, Mehrdeutigkeit, Launenhaftigkeit und
Ungewissheit unserer Zeit zum Ausdruck.“
Die Essays der preisgekrönten Fotografen sind sehr interessant und vielfältig,
von Gerlinde Schermer-Rauwolf und Robert Weiß aus dem Englischen übersetzt,
ebenso wie die beeindruckenden, großformatigen Bilder verschiedener Fotografen:
sie berühren oder schockieren, verzaubern oder entlarven. Im Mittelpunkt
des Bildbandes „Best of National Geographic“ stehen 250 faszinierende,
zum Teil bislang unveröffentlichte Fotografien von Menschen aus aller Welt,
die in mehr als 100 Jahren von Fotografen des bekannten Reportage- und Entdeckermagazins
gemacht wurden. Die chronologisch gesammelten Fotografien halten individuelle
Gesichter fest und scheinen bis ins Innere der Menschen vor zu dringen. Gleichzeitig
spiegeln sie die Kulturen dieser Erde sowie die Fortschritte in der Geschichte
der Portraitfotografie. Der außergewöhnliche Bildband zeigt die ersten
Schwarzweiß-Portraits, das Älteste stammt von 1898, nostalgisch und
in warmen Sepiatönen gehalten. Die Fotografien der 1920er und 1930er waren
meist handkoloriert, in den folgenden zwei Jahrzehnten entstanden farbenfrohe
Kodachrombilder.
Es ist schön, wenn auf den Fotografien selbst keine, manchmal störende
Bildunterschriften zu sehen sind. Sie zum Teil vier Seiten entfernt zu platzieren,
ist für den Leser jedoch etwas umständlich.
„Best of National Geographic – Die faszinierendsten Gesichter der
Welt“ ist mit zahllosen Höhepunkten der Portraitfotografie ein wunderschönes
Geschenk für Menschen, die sich für die Vielfalt der Welt interessieren
und die Kunst der Portraitfotografie schätzen oder kennen lernen wollen,
denn der außergewöhnliche Bildband lädt zu einem einzigartigen
Seh-Erlebnis ein!
Autorenportrait:
Sam Abell schrieb verschiedene Bücher. Von ihm stammen die Fotografien
für mehr als 20 Reportagen im „National Geographic“-Magazin.
William Albert Allard veröffentlichte fünf Bücher. Seine Fotografien
und Texte erscheinen seit 1964 bei „National Geographic“.
Leah Bendavid-Val hat mehr als zwei Dutzend Bücher im Auftrag von „National
Geographic“ herausgegeben.
Jodi Cobb hat bei sechs „National Geographic“-Büchern mitgewirkt
und 24 Geschichten für das „National Geographic“-Magazin mit
ihren Fotos bebildert.
David Alan Harvey, Mitglied der „Magnum Photo Agency“, lieferte
die Bilder für mehr als 35 „National Geographic“-Artikel.
Stuart Franklin, ebenfalls Mitglied bei „Magnum“, hat zwei Bücher
herausgebracht. Seine Fotografien erscheinen seit 1994 in „National Geographic“.
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