Who’s who in der antiken Mythologie
Lexikon zu Figuren und Taten aus Sagen und Erzählungen
(pr).
Lange Zeit ist vergangen, seit die Griechen und Römer ihr Netz aus Sagen
und Mythen gesponnen haben. Unzählige Geschichten erzählen von Göttern,
Halbgöttern, Monstern und Menschen, von Verrat und Freundschaft, Mut und
Feigheit, ehrenvollen Taten und hinterhältigen Morden. Das ganze Spektrum
menschlicher Fehler und Fähigkeiten stellten diese Geschichten dar und
verknüpften sie mit der bestehenden religiösen Vorstellung. Noch heute
sind viele Begriffe aus dieser Zeit präsent: Die „Sisyphusarbeit“,
die „Odyssee“ oder „becircen“.
Autor Gerhard Fink stellt in seinem Lexikon „Who’s who in der antiken
Mythologie“ rund 800 Figuren, alle wichtigen Personen, Götter und
Kreaturen, vor, macht Zusammenhänge klar und erschafft ein komplettes Bild
von der Erzählkunst der antiken Dichter. Dabei erhebt er keinen Anspruch
auf Vollständigkeit, sondern hebt die wichtigsten Aspekte hervor und zeigt
die bedeutendsten Kunstwerke auf.
Seine Begriffe sind alphabetisch geordnet und in ihrer Komplexität dem
jeweiligen Thema angemessen. So umfasst der Eintrag zu „Zeus“ zwei
Seiten und die Geschichte von berühmten griechischen Helden wie „Achilleus“
oder „Odysseus“ sind ähnlich umfangreich erläutert. Das
ist aber auch nötig, um allen Aspekten der einzelnen Personen gerecht zu
werden und auch Zusammenhänge zwischen verschiedenen Ereignissen und Persönlichkeiten
aufzuzeigen. Doch nicht nur als Lexikon lässt sich das Buch „Who’s
who in der antiken Mythologie“ nutzen. Dank der Ausführlichkeit der
Texte ist es auch eine spannende Lektüre.
Wichtige Informationen, die unter anderen Stichwörtern abgedruckt sind,
sind gut gekennzeichnet. Der Leser wird um das eine oder andere Nachschlagen
nicht herum kommen, wenn er das ganze Gefüge erkennen und verstehen möchte.
An einigen Stellen zitiert der Verfasser aus den Übersetzungen der antiken
Vorlagen und möchte so „dem Leser den raschen Zugriff zu einer
guten Übersetzung oder gar zum Originaltext ermöglichen.“
Illustriert ist „Who’s who in der antiken Mythologie“ mit
mehr als 80 Bildern, die die Werke von Künstlern aus allen Epochen zeigen,
die sich mit diesen Themen befassten. Die Abbildungen der ältesten Stücke
zeigen Reliefs, Vasen und Skulpturen, die meistens Helden, Götter oder
wichtige Kämpfe darstellen. Durch alle kunsthistorischen Epochen ziehen
sich die Darstellungen, die Künstler auf Leinwand bannten und die in diesem
Lexikon zu sehen sind. Auch hier stehen die mythologischen Gestalten und Taten
im Mittelpunkt, wie zum Beispiel bei Sandro Botticellis Gemälde „Pallas
Athene und der Kentaur“. Diese Art der Bebilderung veranschaulicht sehr
schön die dauerhafte Beeinflussung der Kunst durch diese Themen und gibt
dem Betrachter eine Vorstellung, wie die Personen ausgesehen haben könnten.
Im Anhang findet der Leser Stammtafeln der Götter und wichtiger Herrscherfamilien,
die dazu beitragen, dass die oftmals verworrenen Verwandtschaftsverhältnisse
besser durchschaut werden. Zwei Karten von Griechenland und Kleinasien bieten
auch den geographischen Zusammenhang und das Kapitel „Lesehinweise“
verweist auf Quellen, aus denen zitiert wurde.
„Who’s who in der antiken Mythologie“ ist ein sehr umfangreiches
und schön gestaltetes Lexikon, das dem Leser äußerst übersichtlich
und schnell alle relevanten Informationen zu einem Thema vermittelt. Wer sich
für die griechische Mythologie interessiert, wird an diesem Nachschlagewerk
nicht vorbei kommen!
Autorenportrait:
Gerhard Fink, 1934 in Fürth geboren, studierte Alte Sprachen, Germanistik,
Philosophie und Geschichte. Nach der Promotion lehrte an einem Nürnberger
Gymnasium. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche und populärwissenschaftliche
Publikationen sowie bedeutende Horaz-, Ovid- und Seneca-Übersetzungen.
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