Wenn Tiere verreisen

Saukomisches über tierische Eigenarten in den Ferien

Wenn Tiere verreisen(sl). Schon das Vorwort von „Wenn Tiere verreisen“ stimmt auf das vor einem liegende Lesevergnügen ein: „Leider wissen aber die wenigsten Menschen, wie sie sich gegenüber Tieren auf Reisen verhalten sollen. Muss man einem angetrunkenen Kragenbären auf Verlangen den Platz in der Business-Class frei machen? Sollte man sich über rauchende Löwen im Speisewagen beschweren? (…) Was tun, wenn ein mitreisendes Tier abends auf der Speisekarte erscheint? Diese oder ähnliche oder vollkommen andere Fragen werden in dem vorliegenden Standardwerk beantwortet, an dem Bernd Pfarr und Hans Zippert über 40 Jahre lang gearbeitet haben. Es ist unerlässlich für alle, die gerne Bücher lesen, an denen Autoren über 40 Jahre lang gearbeitet haben, und die darüber hinaus noch unbedingt wissen wollen, was passiert, wenn Tiere verreisen…“.


Von der Amöbe, in deren Reisepass eingetragen ist „Bes. Kennzeichen: wechselt häufig die Gestalt“, über die Schlange, die meist „locker aufgewickelt“ reist und alles verschlingt, „was es zu einem Thema gibt: Fremdenführer, Bibliothekare, Wissenschaftler und Diaprojektoren“, und den Löwen, der am liebsten „auf Schnäppchenjagd in der Fußgängerzone“ geht, bis hin zum Nilpferd, von dem nur bekannt ist, dass es länger unter Wasser bleiben kann als Leberwurstbrote, hat Autor Hans Zippert alle möglichen Tiergattungen und ihr Reiseverhalten unter die Lupe genommen.


Herrlich auch die Abhandlung über den Bär, der bei „Dr. Petz Reisen“ ein Winterarrangement namens „Schweiz im Schlaf“ buchen kann. Diese entpuppt sich allerdings als gigantischer Schwindel, denn „die schlafenden Bären werden einfach in ein Fotostudio verfrachtet, in einer halben Stunde vor verschiedenen Fototapeten mit Bergmotiven abgelichtet und anschließend wieder in ihrer Höhle abgeladen“, weiß Insider Hans Zippert. Auch Fragen wie „Müssen Elefanten ihr Elfenbein verzollen? Haben Kängurus einen speziellen Kulturbeutel?“ und ob Lemminge immer Gruppenreisen bevorzugen, werden erschöpfend beantwortet. Und wenn Sie wissen wollen, welches „Der Alptraum für alle Touristen“ ist, sollten Sie „Wenn Tiere verreisen“ sowieso lesen, bevor Sie in den Urlaub fahren. Ein kleiner Tipp: „Fordern Sie vom Veranstalter vor Fahrtantritt eine Teilnehmerliste an.“ Verdächtig sind alle namens „Egbert, Sören, Bärbel, Trixi oder Kevin“. Warum? Wird hier nicht verraten, denn wir wollen Ihnen den Spaß ja nicht verderben!


Tierisch witzig sind auch die kongenialen Illustrationen von Bernd Pfarr, die teils auch ohne Text auskommen, wie der Abschnitt „Das Huhn“, auf dem ein „Wienerwald“-Fahrzeug zu sehen ist, und die Bildunterschrift „Wenn Hühner verreisen“ schon alles sagt.


Vor den Ferien, in den Ferien, nach den Ferien – immer und zum Brüllen komisch: „Wenn Tiere verreisen“, bleibt kein Auge trocken!

Autorenportrait:
Hans Zippert, geboren 1957, wurde bei der Geburt im Krankenhaus vertauscht und wuchs in einer Wildschweinrotte im Wiehengebirge auf. Studierte anschließend Zoologie und Jura und promovierte über „Eigentumsdelikte juveniler Elstern“. Forschungsreisen führten ihn ins Innere Ostwestfalens und bis an den Hochtaunuskreis.

Illustratorenportrait:
Bernd Pfarr, geboren 1958, studierte Zoologie und Aktzeichnen an der renommierten Entenhausener Airbrush University. Promovierte über „Exhibitionismus bei Nacktschnecken“. Reiste 1994 unerkannt mit einem Schwarm Graugänsen nach Norwegen, wo er auch seine spätere Frau kennen lernte.

Wenn Tiere verreisen

Hans Zippert
Wenn Tiere verreisen
Mit Illustrationen von Bernd Pfarr
Kein & Aber Verlag, Zürich
ISBN 3-0369-5215-2
1. Auflage 2003, 64 Seiten, mit zahlreichen farbigen Illustrationen, Hardcover gebunden, Format 18 x 22 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 16,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 29,80

Buch bestellen.

© Copyright by: Public Dialog Hamburg

www.literaturtipp.com

Impressum