Verrückt nach Fußball
Die besten Geschichten der Stehplatz-Autoren
(pr).
Ein Mensch steht in einem windigen Betonkessel, um ihn herum Tausende, die in
den gleichen Farben gekleidet sind. Auf der Gegenseite des Kessels stehen wiederum
Tausende, die alle in Trikots und Schals einer anderen Farbe gehüllt sind.
Beide Gruppen versuchen sich mit unmelodischen Liedern gegenseitig zu übertönen.
Die Luft ist erfüllt von dem Geruch von Schweiß, Zigaretten, Bratwurst
und Bier. Nur hier befindet er sich in seinem Element, nur hier ist er wirklich
frei: der Fußballfan. Die Anthologie „Verrückt nach Fußball“
erzählt vom Leben dieser in Deutschland weit verbreiteten Spezies. „Kickbase“
und „Snickers“ initiierten Wettbewerbe für „Fanzine“-Autoren.
Die Ergebnisse waren so überraschend gut, dass sie in diesem Buch veröffentlicht
werden mussten.
BVB-Star Christoph Metzelder und HSV-Ikone Uwe Seeler verfassten zwei sehr persönliche
Geleitworte. Ersterer erzählt von seinem rasanten Weg, der ihn innerhalb
von zwei Jahren vom Amateurspieler zum Deutschen Meister machte und wie er 1998
den Klassenerhalt seines damaligen Lieblingsvereins Borussia Mönchengladbach
miterlebte. „Uns Uwe“ schreibt von der Bedeutung des Fans, den er
liebevoll „mein Freund“ nennt.
Vier Kapitel umfasst das Buch „Verrückt nach Fußball“,
die jeweils Geschichten zu einem Aspekt beinhalten. „„Bis dass das
Tod uns scheidet“ – Warum bin ich Fan von…?“ beantwortet
die Frage, die sich vermutlich jeder Anhänger eines Clubs schon einmal
gestellt hat. Von ersten Stadion-Erlebnissen ist die Rede oder von Herversagen
und Wiedergeburt.
„„Grenzenlos“ – Fans unterwegs“ ist ein Kapitel
über Auswärtsspiele, von Konkurrenz und Harmonie zwischen rivalisierenden
Fangruppen und dem Gefühl der Gemeinschaft, das so nur unter den Anhängern
eines Vereins entsteht. Sehr zu Herzen geht die Geschichte des kleinen Janosch,
der das „Wunder von Bern“ aber auf der Seite der Ungarn erlebt;
lächeln muss man bei der Erzählung über den Jungen, der in Österreich
verzweifelt versucht, die Bundesligaergebnisse über Radio zu empfangen.
Das Kapitel „„Der Ball ruht“ – Fankultur rund um das
Leder“ bietet Gemischtes aus der Fußballwelt. Benimmregeln im Stadion,
die katastrophale Betreuung der Fans bei der WM durch den DFB, die positiven
Auswirkungen von Fußball auf die Beziehung oder die „Gedanken zur
Winterpause“ sind nur ein kleiner Ausschnitt aus einer sehr breiten Themenpalette.
Das letzte Kapitel „„Dat Ei zum Nulleins tut mir gezz noch im geistigen
Auge schmerzen“ – Entscheidende Spiel“ erzählt von den
ganz wichtigen Partien: Freud und Leid des Schalke-Fans bei der knapp verpassten
Meisterschaft sind gleich drei Geschichten gewidmet, so tief brannte sich dieses
Erlebnis anscheinend in die Herzen der Fußballgemeinde ein. Auf- und Abstieg,
verlorene Spiele und knappe Siege – all das vereint dieses Kapitel in
sich, tief emotional und direkt aus dem richtigen Fußballleben.
Was der Leser geboten bekommt, ist eine Sammlung von Geschichten, wie sie das
Dasein als Fan schreibt. Wer ein wahrer Fan ist, der wird sich selbst mehr als
einmal wiedererkennen und schmunzeln, wie treffsicher die Beobachtungen der
Autoren ausfallen. Ihr Stil ist humorvoll und könnte so auch von professionellen
Journalisten stammen.
Mit „Verrückt nach Fußball“ findet der Fan eine Anthologie,
die ihm alles bietet, was er an Fußball liebt!
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