Top Clubs Fußball
Die größten Vereine der Welt
(hpe).
Der „FC Bologna“ ein Top Club? Viele werden Schwierigkeiten haben,
auch nur einen berühmten Spieler dieses Vereins zu benennen. Einer von
ihnen war der deutsche Nationalspieler Helmut Haller, der 1962 zu den Italienern
wechselte. Aus dieser Zeit stammen auch die letzten größeren Erfolge
der Bologneser, die ihre Hoch-Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs
hatten. An diesem Beispiel sieht man, wie weit Autor Omar Gisler in die Vergangenheit
zurück gegangen ist, um für sein Buch „Top Clubs Fußball“
die erfolgreichsten und schillerndsten Vereine der Welt zusammen zu tragen.
Er nennt nur Vereine, die in ihrem Land nationale Meisterschaften errungen oder
eine besondere historische Bedeutung für die sportpolitische Entwicklung
haben.
Insgesamt 79 Mannschaften aus 23 Ländern hat er gefunden, und nach der
Lektüre des Buches „Top Clubs Fußball“ fragt man sich
nicht, warum so viele Einlass gefunden haben, sondern eher, warum so viele weggelassen
wurden. So fehlen zum Beispiel die gerade in den zurück liegenden zehn
Jahren überaus erfolgreichen „Deportivo La Coruna“ und „Olympique
Lyon“. Aber bei subjektiven Listen, so schreibt Omar Gisler im Vorwort
selbst, wird es immer Meinungsverschiedenheiten zwischen Verfasser und Lesern
geben.
Schön ist aber, dass nicht nur die „üblichen Verdächtigen“
Erwähnung finden, sondern auch Clubs wie der „1. FC Nürnberg“
oder „Standard Lüttich“, die ihre Blütezeit schon lange
hinter sich haben. Die Aufnahme von zahlreichen südamerikanischen Vereinen,
wie „Boca Juniors“, „FC Santos“, „Colo Colo“
etc., zeugt nicht nur von großer – angesichts seines Alters überaus
bemerkenswerter – Übersicht des Autors, sondern bietet auch den Experten
für den europäischen Fußball neue Einsichten.
Der Leser kann sich an den vielen Anekdoten aus der meist mehr als 100 Jahre
währenden Geschichte eines jeden Vereins erfreuen, denen jeweils zwischen
fünf und zehn Seiten gewidmet sind. Zu allen Clubs finden sich Fotos aus
der jüngeren Vergangenheit, immer von ordentlicher Qualität und meist
in Farbe. Standard sind grau unterlegte Kästen, die die Erfolge der Mannschaften
und ihre bekanntesten Spieler und Trainer aufzählen. Zudem informiert das
Buch „Top Clubs Fußball“ über Gründungsdatum, Internet-
und Postadresse, Stadion und Trikotfarben.
Im Mittelpunkt der kurzen Abhandlungen steht aber die chronologisch abgefasste
Vereinsgeschichte abseits der nackten Fakten. Anfangs wird bei fast jedem Verein
die Gründungszeit ins Visier genommen, nicht ohne auch das politische und
soziale Umfeld zu erwähnen. Ob nun das Stadionverbot für Osama bin
Laden im Highbury Park von „Arsenal London“ oder der tragische Flugzeugabsturz
von „Manchester United“ im Jahr 1958, der die halbe Mannschaft das
Leben kostete – gut und umfassend recherchiert sind die Geschichten immer.
Manchmal kommt man sogar zum Schmunzeln, so zum Beispiel wenn Omar Gisler die
Entstehung der Vereinsfarben des „AC Florenz“ nacherzählt:
Eine Wäschefrau wusch die ursprünglich weiße und rote Spielkleidung
versehentlich zusammen und heraus kam das immer noch aktuelle Violett. Bei einer
derartigen Fülle an Material würde eine effekthaschende Sprache nur
ablenken. Deshalb nimmt sich der Autor auch angenehm zurück und beschränkt
sich auf eine schnörkellose Berichterstattung.
„Top Clubs Fußball“ hat das Zeug zu einem Standardwerk! Sein
Informationsgehalt ist riesig und Autor Omar Gisler versteht es mit seiner guten
Mischung aus Fakten und Anekdoten, dem Leser eine trotz ihres großen Umfangs
abwechslungsreiche Lektüre zu bieten.
Autorenportrait:
Omar Gisler, Jahrgang 1976, studierte an der Universität Basel Geschichte
und italienische Literatur. Während seines Studiums arbeitete er als Sportredakteur
bei einer Basler Wochenzeitung. Seit 2001 berichtete er als Korrespondent für
die „Schweizerische Depeschenagentur“ aus dem Tessin. Er ist verheiratet
und lebt mit Frau und Kindern im Dorf Castel San Pietro. Er
ist außerdem Autor des Buches „Grüner
Rasen, fette Beute“.
© Copyright by: Public Dialog Hamburg