Tausend Tage in Venedig
Eine Romanze mit Rezepten
(twi).
Die Autorin Marlena de Blasi wollte erst gar nicht nach Venedig, sie liebte
Rom und versuchte, die Lagunenstadt zu umgehen. Warum, das weiß sie heute
nicht mehr so genau, doch die Liebe entfachte am ersten Tag in Venedig. Dort
trifft Marlena de Blasi ihren zukünftigen Ehemann, einen echten Venezianer,
der sie schon vorher beobachtet hatte und mit dem Sie 1.000 Tage nach ihrer
Hochzeit in Venedig in seiner Wohnung leben wird, bevor sie gemeinsam die Stadt
verlassen. Tatsächlich könnte man glauben, die Kräfte des Schicksals
hätten sich bei diesem Paar sehr offenbart.
Marlena de Blasi webt in „Tausend Tage in Venedig“ einen bezaubernden,
wunderschönen Roman um ihr Leben, ihre Liebe und die Stadt Venedig, und
wenn dies nicht wahr wäre, so müsste es sofort erfunden werden. Sie
schreibt in Form einer immerwährenden Liebeserklärung die durch Herz
und Magen geht, und als Köchin weiß sie, was sie tut. Schon auf den
ersten Seiten erschließt sich dem Leser die ungeheure Begeisterungsfähigkeit
und der immanente Wille, der Marlena de Blasi innewohnt. Sie schafft es, den
fremden Venezianer, der sie liebt und sie heiraten will, in ein Wesen zu verwandeln,
welches nicht mehr kleinkariert und spießbürgerlich ist. Es gelingt
ihr durch ihre eigenen Krisen hindurch, anderen zu helfen, sie aufzubauen und
Anschluss zu finden, an eine Welt die ihr fremder nicht sein kann.
Die Autorin charakterisiert sehr zutreffend die eigentümliche Art der Italiener,
mit der Arbeit, ihrer Umgebung und den Menschen umzugehen, immer freundlich
und doch entwaffnend ehrlich. Gerade ihre Ehrlichkeit ist es, die mich persönlich
sehr angesprochen hat, denn sie schildert in vielen Farben kaleidoskopartig
all die verschiedenen Facetten Venedigs und der Bewohner. Selten habe ich so
viel gelacht und geschmunzelt, wie bei diesem Buch, aus dem amerikanischen Englisch
von Marion Balkenhol übersetzt. Die dem Buch angegliederten Rezepte sind
leider kaum der Rede wert und ohne Abbildungen.
Wahrscheinlich werden gerade Frauen an dieser Liebesromanze um Venedig und einen
Venezianer sehr großen Gefallen finden, denn die Autorin Marlena de Blasi
schreibt sehr gefühlsbetont und offen über alles, was sie erlebt hat.
Doch kann nur jedem Italienbegeisterten und Venedigliebhaber „Tausend
Tage in Venedig“ ans Herz gelegt werden, denn es ist großartig und
ehrlich, liebevoll und hinreißend, romantisch und raffiniert!
Autorenportrait:
Marlena de Blasi, 1956 in New York geboren, war in Amerika Küchenchefin,
Journalistin und Restaurantkritikerin und hat zwei Kochbücher über
die regionale italienische Küche verfasst. Sie und ihr Mann Fernando leben
heute in Orvieto und veranstalten Feinschmeckerreisen durch die Toskana und
Umbrien.
© Copyright by: Public Dialog Hamburg