Sturmwarnung
Berichte von den Brennpunkten der globalen Klimakatastrophe
(twi).
Autor Mark Lynas ist eine ausgewiesene Autorität, wenn es darum geht, Flagge
zu zeigen im Kampf gegen die schleichende Zerstörung des klimatischen Gleichgewichts.
Als Redakteur und Journalist bereist er die Welt auf der Spurensuche nach dem
Schrecken, der uns alle mehr und mehr heimsucht. Von Wetterkapriolen bis zu
ausgewachsenen Hurrikans, von der Gletscherschmelze bis zur Änderung der
Fauna und Flora in riesigen Landstrichen – alle diese Bereiche fügen
sich für Mark Lynas zusammen zu einem großen Bild: die Klimakatastrophe.
In seinem Buch „Sturmwarnung“, aus dem Englischen von Gisela Kretzschmar
übersetzt, zeigt der Autor in sehr guter Recherchemanier, was weltweit
vor sich geht. Doch wozu in die Ferne schweifen, wenn vor der eigenen Haustür
die Katastrophe schon voll im Gange ist. In Deutschland selbst sind die Veränderungen
bereits spürbar, ohne darauf einzugehen, wer tatsächlich der Urheber
von allem ist. Sehr warme Sommer, die bereits im April und Mai beginnen, stark
nachlassende Winter, Überflutungen und Regenfälle, die ihresgleichen
suchen, haben die Menschen hierzulande bereits aufschrecken lassen. Doch wer
ist der Urheber? Diskussionen gibt es noch und noch. Autor Mark Lynas scheint
sich sicher zu sein, den Urheber gefunden zu haben: wir selbst. Die Menschheit
scheint der Übeltäter zu sein, mit Stickoxiden, Kohlenmonoxid und
Kohlenwasserstoffen traktieren wir die Umwelt und da diese Stoffe vor den Landesgrenzen
nicht halt machen, haben wir letztlich alle etwas davon.
Mark Lynas geht in seinem Buch „Sturmwarnung“ an die Brennpunkte
der globalen Klimakatastrophe: Hurrikans in den USA, Staubstürme in China,
Gletscherschmelze in Peru, Ölförderung in Alaska und sinkende Inseln
im Pazifik. Traurige Höhepunkte in der menschlichen Entwicklung, dem Hunger
nach Energie und dem Willen zur Macht. Seine Schlussfolgerungen scheinen logisch,
und doch ist es eine komplizierte Sache, den Nachweis zu führen. Dies nutzen
natürlich seine Gegner aus, und solange es nicht bewiesen ist, ist die
Sache in der Schwebe. Die Sache kocht aber bereits über, und Hurrikans
wie auch Staubstürme lassen sich durch Diskussionen nicht stoppen, noch
beeindrucken. Auch die sinkenden Inseln im Pazifik können im Nachhinein
nicht mehr angehoben werden, wenn feststeht, dass es doch wir waren, die es
verursacht haben, letztendlich ist es dann eben so.
Das Buch „Sturmwarnung“ besticht durch seine Faktenlage und die
sachliche Art und Weise mit der die Daten und Berichte zusammengetragen wurden.
Der Autor ist thematisch sehr wohl in der Lage, Schlussfolgerungen zu ziehen
und den Schuldigen zu benennen. Wenn man sich das Gespräch mit dem Leiter
der Ölförderung im größten Ölgebiet Alaskas noch einmal
durchliest, dann weiß man, wer was will und wo der Hase im Pfeffer liegt,
insbesondere wenn hier ausgewiesene Naturschutzgebiete geöffnet werden
sollen, um die Ölbohrungen dort zu ermöglichen.
Die Illustrationen im Buch sind leider nur in schwarz-weiß und wären
in Farbe (Hurrikans und Staubstürme) sicherlich besser zur Geltung gekommen,
dennoch vermitteln sie ein gutes Bild von dem, was da draußen vor sich
geht.
Mark Lynas hat mit „Sturmwarnung“ ein kompetentes Buch abgeliefert,
welches uns alle betrifft, denn wir brauchen die Natur, nicht die Natur uns
– leider scheinen einige Menschen auf der Welt dies vergessen zu haben.
Autorenportrait:
Mark Lynas erfuhr als Sohn eines Geologen eine kosmopolitische Jugend. 1963
auf den Fidschi-Inseln geboren, wuchs er in Peru, Spanien und Großbritannien
auf. Er studierte Geschichte und Politik an der Universität Edinburgh und
organisierte als Redakteur den Aufbau der globalisierungskritischen Website
„OneWorld.net.“. Mittlerweile hat er sich zum Experten in Sachen
Klimawandel entwickelt und arbeitet als Journalist und Moderator auch für
Rundfunk und Fernsehen. Er engagiert sich aktiv politisch für ökologische
Ziele und lebt momentan in Oxford.
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