Schafsköpfen
Ein Krimi auf Sylt
(mkb).
Tatort Sylt: Eine von Touristen umschwärmte Nordseeinsel wird Schauplatz
einer Mordserie, die rituellen Charakter aufweist. Autor Jörn Ingwersen,
mitten im Segen und Fluch des Tourismus’ um Sylt aufgewachsen, ließ
die Gegensätze aufeinanderprallen und aus den Fingerspitzen floss ein Kriminalroman.
Ein Kriminalroman, in dem eine handvoll Proleten im Bierdunst das Leben in Schwarz
und Weiß, die Menschheit in Gut und Böse aufteilen. Das Prädikat
„Gut“ gilt in diesem Falle dem Sylter, „Böse“ dem
Touristen und seinem Gastgeber. Die Insel bereinigen, lautet die Devise, und
schon mischen sich Geld und Visionen zu einem spannungsgeladenen Krimi. Jörn
Ingwersen hat seinen Erfahrungsschatz auf seiner Heimatinsel gesammelt, mit
einer großen Prise Fantasie versetzt und mit leichter Feder „Schafsköpfen“
verfasst. Ein Kriminalroman, der einen zugleich das Gruseln und das Lachen lehrt.
Der Tourist wird der Geächtete, ein paar Insulaner die Rächer und
mitten drin Jakob, der in einer lauen Nacht über einen Koffer stolpert
und ihn öffnet. „Wieder griff er in hinein und brachte den nächsten
Plastiksack hervor, der dem ersten allerdings in Form und Gewicht absolut unähnlich
war. (...) Außerdem musste sich Jakob eingestehen, dass der fiese Geruch
von diesem Beutel auszugehen schien. Das konnte kein Geld sein. Das war eklig.
(...) So kam es, dass der Beutel auf halbem Weg aufriss, und Jakob zu seinem
ungläubigen Entsetzen einen Ball fliegen sah, auf dem offenbar Mengen von
Haaren befestigt waren.“ Neben dem grausigen Fund entnimmt Jakob
dem Gepäckstück ein paar Scheine, die seine Geldsorgen mit einem Schlag
lösen und zugleich verantwortlich für ein neues, lebensbedrohliches
Sorgenpaket sind.
Im Kontrast zu berauschenden Landschaftsbildern steht Mord und Totschlag; im
Wahn des scheinbaren Befreiers eine Figur der Kontroversen: Finn, grausamer
Gangleader, unter dessen Panzer ein verschüchtertes Kind jammert. Ein Ku-Klux-Klan
wird ins Leben gerufen, der sich der „Kurschweine“ annimmt.
Jakob legt sich auf die Lauer, getrieben von einer Abenteuerlust, die unter
Alkohol- und Drogeneinfluss aus dem Ruder läuft.
Geschrieben hat der Autor mit einem Gespür für die Musik der Sprache, die Worte wie Noten zusammengefügt, sodass aus den Sätzen und Paragraphen eine Melodie entstanden ist, die den Leser in die Welt des Verfassers entführt. Im Ende sitzt der große Showdown, die Auflösung manch eines Rätsels, das sich im Laufe des Lesens aufgetan hat und das Finale ist so ganz anders als erwartet.
„Schafsköpfen“ ist ein fesselnder Krimi mit Wortwitz und literarisch
wunderbar gemalten Landschaftsbildern, die besonders das Herz des Syltliebhabers
höher schlagen lassen. Jörn Ingwersen hat einen Kriminalroman geschrieben,
der bis zuletzt rätselhaft und spannend bleibt!
Autorenportrait:
Jörn Ingwersen, Jahrgang 1957 und auf Sylt aufgewachsen, ist ein Allroundtalent.
Er hat sich als Musiker, Übersetzer und Autor einen Namen gemacht.
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