Mister Peabodys Äpfel
Über die Macht der Wörter
(sl).
Knapp ein halbes Jahr nach dem Erscheinen ihres ersten Kinderbuches "Die
Englischen Rosen" hat Madonna nun ihr zweites Bilderbuch
veröffentlicht. Und wie man es aus Madonnas Musikkarriere kennt, ist sie
immer für eine Überraschung gut: "Mister Peabodys Äpfel" ist
völlig anders und unvergleichbar mit ihrem Debütbuch. Während
"Die
Englischen Rosen" ein fröhliches Kinderbuch ist, macht
"Mister Peabodys Äpfel" einen doch ein wenig betroffen und lässt den
Leser, ob Kind oder Erwachsener, nachdenklich zurück.
"Mister Peabodys Äpfel" beruht auf einer fast 300 Jahre alten Geschichte, die Madonna von ihrem Kabbalah-Lehrer erzählt bekam. "Es geht darin um die Macht der Wörter. Und darum, wie vorsichtig wir sie wählen müssen, damit wir andere Menschen nicht verletzen.", schreibt Madonna im Anhang. Ausgesprochen gut hat auch Anu Stohner die Worte gewählt, die "Mister Peabodys Äpfel" aus dem Amerikanischen übersetzt hat.
Mister Peabody ist Geschichtslehrer der örtlichen Grundschule in einer typisch amerikanischen Kleinstadt namens Happville. Im Sommer organisiert er jeden Samstag Baseball-Spiele, die den Jungen der Stadt viel Spaß machen, auch wenn sie nicht gewinnen. Mister Peabody ist ein beliebter Lehrer und geschätzter Bürger - bis zu dem Samstag, an dem Tommy Tittlebottom beobachtet, wie Mister Peabody sich auf dem Rückweg vom Baseball-Spiel in Mister Funkadelis Obst- und Gemüseladen einen Apfel nimmt, ohne ihn zu bezahlen. Am nächsten Samstag wiederholt sich das Geschehene und Tommy und seine Freunde, denen er es schon erzählt hatte, "konnten es gar nicht schnell genug all ihren Freunden erzählen. Die erzählten es ihren Eltern, die erzählten es ihren Nachbarn und die erzählten es ihren Freunden überall in Happville". Am Samstag drauf steht Mister Peabody allein auf dem Baseball-Feld. Nur der kleine Billy kommt und sagt mit gesenktem Blick: ""Alle denken, Sie sind ein Dieb"".
Spätestens hier wird auch dem kleinsten Leser klar, was ein Gerücht bewirkt. "Mister Peabodys Äpfel" wird all jenen zu denken geben, die vorschnell ihre Meinung kundtun - und hoffentlich genau das erreichen, was sicher Madonnas Anliegen für ihr zweites Buch war: Zu zeigen, was für einen unwiederbringlichen Schaden unbedachte Worte bewirken können. Was es mit dem Apfel auf sich hat, ob Mister Peabody nun ein Dieb ist, und was mit Tommy Tittlebottom passiert, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Seine Strafe ist schmerzlich und wird unvergesslich bleiben, nicht, weil sie körperlich wehtut, nein, Mister Peabody bestellt Tommy zum Baseball-Platz und bittet ihn, ein Federkissen mitzubringen... .
Kongenial sind die Bilder von Loren Long, der zu den bedeutendsten Illustratoren der USA zählt. Mit ihm hat Madonna den Richtigen gefunden, um von ihm "Mister Peabodys Äpfel" gelungen ins Bild setzen zu lassen. Teilweise doppelseitig, sanfte Farben, ausdrucksstarke Gesichtszüge der Personen und eine wunderschöne Landschaft bringen einem Happville, das als Synonym für viele amerikanische Kleinstädte steht, nach Hause und sorgen für das optische Vergnügen.
"Mister Peabodys Äpfel" ist wunderschön, ausgesprochen klug, wirklich bewegend und eine Bereicherung für jeden!
Autorenportrait:
Madonna Ritschie, eigentlich Madonna Louise Ciccone, geboren am 16. August 1958 in Bay City, stilisierte sich in unzähligen Rollen und Verkleidungen als charismatische Persönlichkeit der Pop-Musik. Sie lebt mit ihrem Mann, Filmregisseur Guy Ritschie, und ihren beiden Kindern Lola und Rocco in London und Los Angeles. Ihr erstes Kinderbuch "Die Englischen Rosen" erschien zeitgleich in 30 Sprachen und über 100 Ländern und steht seit dem auf zahlreichen Bestsellerlisten der Welt. Alle Einkünfte aus dem Buch "Mister Peabodys Äpfel" stellt die Autorin der "Spirituality for Kids Foundation" zur Verfügung.
Illustratorenportrait:
Loren Long zählt zu den bedeutendsten Illustratoren der USA und lebt mit seiner Frau Tracy und zwei Söhnen, Griffith und Graham, in Cincinnati, Ohio. Er war Lehrer für das Fach Illustration und arbeitet für zahlreiche Zeitschriften. Er ist leidenschaftlicher Baseball-Fan und war selber viele Jahre als Spieler aktiv.
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