Max und Isabelle
Ein Liebesroman
(mkb). Der One-Night-Stand mit Isabelle dient Max ausschließlich zu therapeutischen Zwecken: Er soll Jana aus seinen Gedanken jagen, ihm das unbeschwerte Junggesellenleben zurückbringen. Isabelles Motiv allerdings gründet nicht unbedingt tiefer. Sie fühlt sich verpflichtet, ihrer halbwüchsigen Tochter den Beweis zu liefern, dass ein Mutterdasein Frau nicht notwendigerweise zum Neutrum reduziert. Beste Voraussetzungen also, um diesem Projekt eine explosive Note zu verleihen, die der Stoff für einen brüllend komischen Roman wird.
Der Nacht folgt ein Tag, der schließlich in einem regelmäßigen
Schlagabtausch zwischen feurigem Wiedersehen und dramatischen Abschiedsszenen
mündet. Eine Variante des ganz normalen Wahnsinns, den die Liebe zuweilen
in sich birgt. Das Grundproblem sind zwanzig Jahre, die zwischen den Hauptdarstellern
klaffen. In Zeiten der Emanzipation schmücken sich prominente Frauen zwar
mit jüngeren Männern, aber die Gesellschaft des Spießertums
lässt eine solche Verbindung höchstens mit bedeutungsschwerem Getuschel
gewähren. Grund genug für Isabelle, Max einen Korb zu überreichen,
der ungefähr so klingt: „Max, also... ich weiß auch nicht,
was ich sagen soll. Ich meine, ich dachte also ich finde, versteh mich jetzt
nicht falsch ich bin vollkommen sprachlos...“. Es dürfte also
den Leser kaum überraschen, dass der Schlussstrich unter dieser deutlichen
Aussage nicht endgültig und schon gar nicht sauber gezogen ist. Die Verbindung
Max und Isabelle fegt wie ein Wirbelsturm durch die Geschehnisse, und es bedarf
eines spontanen Einfalls, um die Wogen zu glätten.
Autor Daniel Bielenstein nennt seinen Liebesroman schlicht „Max und Isabelle“.
Er vollführt perfekt den Spagat zwischen weiblicher Intuition und männlichem
Realitätssinn. Behänd schlüpft er abwechslungsweise in die Rolle
Isabelles, einer Hausfrau, Mutter, Geschäftsfrau und Geliebten sowie Max,
einem erfolgreichen Fernsehreporter, dem sämtliche männliche Makel
anzuhaften scheinen, die man(n) so in sich tragen kann. Es ist, als leide der
Autor unter einer besonderen Art der Schizophrenie, so sehr findet sich Frau
in den Zeilen der ihr gewidmeten Kapitel wieder.
Witzig und frech beschreibt der Autor die Problematik, dass Mann und Frau subjektiv
gesehen wohl dieselbe Sprache sprechen, es aber in beeindruckender Konsequenz
fertig bringen, ihr Gegenüber falsch zu interpretieren. Daniel Bielenstein
hat mit „Max und Isabelle“ einen typischen Frauenroman geschrieben,
der nicht alleine der weiblichen Leserschaft vorbehalten bleiben sollte –
einfach köstlich!
Autorenportrait:
Daniel Bielenstein, geboren 1967, lebt als Journalist in Hamburg. Für seine
Kurzgeschichten ist er mehrfach ausgezeichnet worden. Im Frühjahr 2003
erschien sein Bestseller „Die
Frau fürs Leben“. 2005 legte
er den Roman „Ein
Mann zum Stehlen“ vor. Zuletzt veröffentlichte er „Das
richtige Leben“.
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