Hochzeit auf alle Fälle
Ein Bräutigam kneift vor dem Termin
(ini).
„Geschafft“, denkt sich Harriet, die sich mit 33 Jahren
bereits gefährlich dem „Verfallsdatum“ nähert, als sie
ihren Freund Jimmy dazu bewegen kann, sie zu heiraten. Doch die Freude währt
nur kurz, denn sechs Wochen vor der Hochzeit eröffnet ihr Jimmy, dass er
sich seiner Gefühle für sie nicht mehr sicher ist und lieber doch
nicht heiraten will. Harriet, attraktiv, aber nicht wirklich schön, ist
verzweifelt: Was jetzt? Ihr Traum von der Märchenhochzeit droht zu platzen
und damit auch ihre Chance, ihrer Mutter und ihrer perfekten Schwester Penny
endlich zu zeigen, dass auch sie eine selbstständige und begehrenswerte
Frau ist. Aber so einfach gibt Harriet nicht auf! Sie beschließt, den
Rückzieher ihres Freundes einfach zu ignorieren und mit den Vorbereitungen
so weiter zu machen wie bisher. Nur ihren engsten Vertrauten, ihrer Freundin
und Mitbewohnerin Mish, ihrem schwulen Freund Gerry und Priscilla, eine exzentrische
Freundin ihrer Mutter und Harriets Ratgeberin, erzählt sie, was passiert
ist.
Anfangs halten sie Harriet für verrückt, helfen ihr aber dann doch,
als sie sehen, wie sich ihre Freundin mehr und mehr in die Idee verrennt, Jimmy
könne zurückkommen, ihr Leben dabei aber im Chaos zu versinken droht.
Als der Termin für die Ankunft ihrer Eltern, die Einführung des Bräutigams
in die Familie und die offizielle Probe in der Kirche immer näher rücken,
Jimmy seine Meinung aber noch immer nicht geändert hat, kommt Priscilla
die rettende Idee: Harriet braucht einen Ersatz-Mann. Glücklicherweise
hat sich gerade Sam, ein Entwicklungshelfer, mit seiner kolumbianischen Frau
Gloria bei Priscilla einquartiert. Er ist die Idealbesetzung für die Rolle.
Harriet zögert, doch als auch Gloria einwilligt, nimmt sie sein Angebot
an. Sam stellt sich als äußerst attraktiv, hilfsbereit und liebenswert
heraus. Selbst als Harriets hochgradig anstrengende Eltern zu einem Abendessen
bitten und der Probetermin in der Kirche ansteht, lässt er sie nicht im
Stich. Die beiden verstehen sich prächtig, und Harriet kommen erste Zweifel,
ob sie Jimmy wirklich zurückhaben will… .
Autorin Arabella Weir hat – zumindest auf den ersten 100 Seiten –
ein höchst unterhaltendes Buch geschrieben, treffend und schwungvoll von
Susanne Kundmüller-Bianchini aus dem Englischen übersetzt. „Hochzeit
für alle Fälle“ ist ein Roman, der Erinnerungen an Filme mit
Hugh Grant wach werden lässt. Er als der Kumpeltyp Sam, Andie McDowell
als chaotische Harriet – eine Traumbesetzung. Im Kino würde man den
beiden die Durchsichtigkeit der Handlung sicher auch verzeihen, im Buch wird
das schon schwieriger. Spätestens nach der Hälfte ist klar, auf welches
Ende die Geschichte herausläuft. Doch die Voraussehbarkeit hat auch etwas
Tröstliches: Amüsiert kann man die „Beinah-Katastrophen“
der Hauptfigur verfolgen, ohne je befürchten zu müssen, Harriet könne
ernstlich scheitern – Balsam für die romantische Seele.
„Hochzeit für alle Fälle“ ist eine nette Lektüre!
Autorenportrait:
Arabella Weir ist Comedystar im englischen Fernsehen und auch als Buchautorin
sehr erfolgreich.
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