Hippies
Opulenter Bildband über die „Love and Peace“-Bewegung 1965-1971
(pr).
Inmitten der konservativen amerikanischen Konsumgesellschaft entstand eine alle
Tabus und Grenzen sprengende Bewegung: Hippies, Blumenkinder, langhaarige Freaks
und Musiker, wie die Beatles, wollten in den 1960er Jahren als schrille Gegenkultur
die Welt verändern. Die „Love and Peace“-Bewegung kam auch
nach Europa; in England war es eine Art trotzige Reaktion auf den grauen Alltag
der Nachkriegszeit, in der nur die Wahrung des Status quo zählte.
In dem opulenten Bildband „Hippies“ setzt sich Autor Barry Miles
mit den 1960er Jahren auseinander und schildert eindringlich die Ereignisse,
die psychedelische Hippies, die Frauenbewegung, Protestmärsche der Afroamerikaner
und organisierte Antikriegsgegner hervor brachten. Die Übersetzungen sowohl
der Texte als auch der Bildunterschriften stammen von Thomas Ritsche und Michael
Sailer. Durch Großschrift hervorgehobene Zitate lassen wichtige Personen
wie die Beatles, Bob Dylan und Allen Ginsberg zu Wort kommen. Auch Überschriften
aus der damaligen Presse und verschiedene abgedruckte Plattencover spiegeln
authentisch die Stimmungen und Meinungen der Zeit.
Barry Miles, Gründer der legendären Untergrund-Buchhandlung „Indica“
in London und des „International Times Magazine“, rekonstruiert
in dem großformatigen und einzigartigen Bildband „Hippies“
chronologisch die Zeit von 1965 bis 1971. Er tut dies ohne Auslassungen oder
zu beschönigen.
Das ausführliche Vorwort beschreibt einige wichtige Geschehnisse vor 1965,
die zur Hippiebewegung führten. Das aufwändig gestaltete Buch ist
in Abschnitte nach den Jahren unterteilt und beschreibt zunächst die Hippie-Ursprünge
in Literatur, Mode und Musik. „Die Hippies fielen nicht über
Nacht vom Himmel, aber 1965 wurden sie erstmals als echte Jugendbewegung erkennbar“.
Die Droge LSD erlangte durch die Medien eine ungeahnte Popularität und
war neben Marihuana legitim. Ken Kesey, Autor des Buches „Einer flog über
das Kuckucksnest“, fuhr mit seinen Freunden, die sich„Merry Prankster“
(„fröhlichen Narren“) nannten, in dem so genannten „Bus“
los, um möglichst viele Amerikaner dem „Acid Test“, der Verteilung
von LSD während Privatkonzerten, zu unterziehen. Sex, Drugs und Rock ’n’
Roll stand sowohl in der Musik als auch auf den „Happenings“ und
schließlich auch in Woodstock im Mittelpunkt.
Die farbigen und schwarzweißen Fotografien, teilweise aus Barry Miles
Privatbesitz, aus der damaligen Presse und anderen Quellen bebildern außergewöhnlich
authentisch die Zeit von 1965 bis 1971. Viele der Aufnahmen zeigen unter anderem
Portraits von Musikern, präsentieren die Mode der Hippie-Szene sowie ihre
Art zu leben und vor allem zu feiern. Die Fotos aus der offiziellen sowie der
Untergrund-Presse geben einen Eindruck über die politischen Ereignisse
zu dieser Zeit.
Erscheinungen und wichtige Personen aus Musik, Kunst und Gesellschaft, die bis
heute bekannt sind und die Geschichte Amerikas und Europas geprägt haben,
werden durch Barry Miles Texte anschaulich erklärt und vorgestellt. Im
Register finden sich Namen, Orte und Ereignisse zum Nachschlagen.
Das damalige Freiheitsgefühl und die Loslösung von allen konservativen
Zwängen ist in der heutigen, kapitalistischen und globalisierten Welt gänzlich
verloren gegangen. Dennoch finden nicht nur modische Revival der 1960er Bewegung
statt, auch „Woodstock 1994“ und andere Rockfestivals erinnern an
damals. Vielleicht wird es Zeit, sich genauer an die ursprünglichen Ideen
der „Hippies“ und ihren unabänderlichen Glauben an Liebe und
Frieden zu erinnern.
Der eindrucksvolle Bildband „Hippies“ ist ein erster Schritt, um
sich der Entfaltung einer bewegten und bewegenden Zeit zu entsinnen –
„Let the sunshine in!“
Autorenportrait:
Barry Miles gründete das legendäre „International Times Magazine“
sowie die Londoner Underground-Buchhandlung „Indica“, eine Anlaufstelle
für viele amerikanische Hippies. Er war Manager von „Zapple Records“,
dem Experimental-Label der Beatles. Er veröffentlichte „Spoken-word-Platten“
mit verschieden Dichtern wie Gregory Corso und Lawrence Ferlinghetti und publizierte
zahlreiche Bücher zum Thema der 60er Jahre.
© Copyright by: Public Dialog Hamburg