Die glorreichen Drei
Wahre Helden gibt es nur im amerikanischen Western
(pr).
„Du, Papa? (…) Steht Spannendes da in der… der Dings?
– Frag nicht so dumm … und mach weiter! Was da steht, bringt dich
nur durcheinander. Die Zeitung gibt’s erst, wenn du groß bist, und
bis dahin tust du das, was ich dir sage!“ – So oder ähnlich
scheint der amerikanische Präsident George W. Bush aufgewachsen zu sein.
Cartoonist und Autor Gerhard Haderer nimmt in seinem ironischen Buch „Die
glorreichen Drei“ nicht nur George W. Bush ordentlich auf die Schippe,
auch die ehemaligen amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan und Bill Clinton
bekommen ihr Fett weg. Er beschreibt äußerst vergnüglich, was
die drei Herren so treiben und vor allem, was sie dazu veranlasst hat.
George sieht eigentlich schon ziemlich erwachsen aus. Er sitzt mit seinem Vater,
dem Sheriff, in einem Kaff irgendwo in Arizona fest und poliert seinen Revolver,
weil der sonst so quietscht. Sein Vater, sichtlich genervt von dem unreifen
Sohn, schickt ihn buchstäblich in die Wüste, um Öl zu finden.
Damit könne man ausgezeichnet Pistolen putzen. Und weil George immer tut,
was sein Vater verlangt, wirbelt er das quietschende Schießeisen um seinen
Zeigefinger, muss dieses dann vom staubigen Boden aufheben und macht sich auf
den Weg in die Wüste. Weit kommt er nicht, denn da ist plötzlich so
ein entsetzlicher Gestank, der ihn an die schlechte Küche seiner Mutter
erinnert. McRonald, ein ruhmloser Schauspieler, versucht im wahrsten Sinne aus
Scheiße Gold zu machen, in dem er übel riechende Burger verkauft.
Gemeinsam ziehen die beiden weiter durch die Wüste, wo sie auf eine Kutsche
treffen, in der Willie seiner Frau Hillie an die Wäsche geht. Die findet
das aber nicht so anregend und schmeißt ihn raus. Auf dem Kutschbock sitzt
ein dunkelhäutiger Mann, der aussieht wie ein gewisser Iraker. Da hilft
auch Arnie nicht, der sein Pferd auf den Schultern tragend vorbei kommt. So
stehen die drei verkannten Helden in der Wüste, die genau wissen, was zu
tun ist – für immer und ewig sowie insbesondere weltweit.
„Die glorreichen Drei“ von Gerhard Haderer ist ein köstliches
Lesevergnügen mit viel Liebe zum Detail, wie zum Beispiel der Kamm in McRonalds
Halfter, die Sternenbanner-Unterhose von Willie und der affenähnliche Gesichtsausdruck
von George junior. Die farbigen Cartoons zeigen in größeren Bildern
den jeweiligen Schauplatz und in kleineren Rahmen werden bestimmte Einzelheiten
hervorgehoben. Schwarzweiße Strichzeichnungen illustrieren das Geschehen
zusätzlich.
Das Cartoon-Buch „Die glorreichen Drei“ ist eine gelungene Satire
auf das saubere Amerika, seine heldenhaften Präsidenten und die Suche nach
dem „schwarzen Gold“. Wahre Helden gibt es eben nur in Western,
und die werden in Amerika gemacht.
Autorenportrait:
Gerhard Haderer, 1951 in Leonding geboren, war nach dem Abschluss der Linzer
Fachhochschule für Gebrauchsgrafik mehrere Jahre als Werbegrafiker tätig.
Seit 1985 erscheinen regelmäßig seine satirischen Zeichnungen in
Zeitschriften und Magazinen. Er ist Autor zahlreicher Bücher, wie „Das
Leben des Jesus“. Er lebt und arbeitet in Linz.
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