Der Schatten des Windes
Auf der Suche nach Julián Carax
(akg).
Daniel ist zehn Jahre alt, als ihn sein Vater zum Friedhof der vergessenen Bücher
mitnimmt. Hier darf er sich ein Buch aussuchen, das sich in der Zeit verloren
hat und von der Welt vergessen ist. Seine Wahl fällt auf „Der Schatten
des Windes“, das ihn für immer bezaubern wird. Er möchte mehr
von dem begnadeten Autor Julián Carax lesen, doch dieser Wunsch gestaltet
sich als aussichtslos: Seit Jahren verbrennt ein von Narben Entstellter alle
Exemplare, die jemals von Carax veröffentlicht wurden. Die Recherche über
den geheimnisvollen Autor und dessen Romane werden zu Daniels Lebensaufgabe
und prägen seine Jugend. Doch je mehr er herausfindet, desto tiefer wird
auch er in den Strudel von Macht und Intrigen hineingezogen.
In Spanien wurde „Der Schatten des Windes“ im vergangenen Jahr als literarische Sensation gefeiert. Zu Recht erliegen Kritiker und Leser gleichermaßen Carlos Ruiz Zafóns Meisterwerk, das Kriminal- und Liebesroman in einem ist und zugleich von der schwierigen Zeit des Erwachsenwerdens berichtet.
Wenn Daniel auf der Suche nach Julián Carax ist und dabei auch sich selbst entdeckt, ist das aus dem Spanischen von Peter Schwaar übersetzte Werk nicht nur unglaublich fesselnd, sondern gleichzeitig überaus poetisch erzählt. Mitreißend sind auch die Charaktere, auf die Daniel während seiner Recherche trifft: Vom fabulierenden Bettler zum geschäftstüchtigen Buchhändler bis hin zur blinden Clara, die ihm wie ein in Nebel modellierter Engel erscheint. Über all diesen verhängnisvollen Begegnungen vergisst er jedoch nie sein eigentliches Ziel: Die Suche nach Julián Carax. Nicht ahnend, dass er ihm näher ist als er es zu träumen wagt und sich ihre Schicksale auf geheimnisvolle Weise ineinander verweben.
Daniels Suche nach Julián Carax findet in Barcelona statt, wo Autor Carlos Ruiz Zafón geboren ist und mehrere Jahre lebte. Sein Roman ist eine Hommage an die Stadt, wie sie in den 1940er Jahren gewesen sein muss. Obwohl die Bewohner unter der politisch-sozialen Situation des Franco-Regimes leiden, sind sie von einem überlebenssüchtigen Optimismus beflügelt, der sie zum Leben zwingt und einen Neuanfang wagen lässt.
Von der großen Liebe zu einer Frau ist in „Der Schatten des Windes“ die Rede sowie von der ebenso beständigen Liebe zu Büchern und der Literatur. Nicht umsonst ist Daniel Sohn eines Buchhändlers, nicht umsonst wird die Suche nach einem Autor zum Mittelpunkt seiner Jugend. „Wenige Dinge prägen einen Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahnt“, lässt Autor Carlos Ruiz Zafón Daniels Vater sagen. „Diese ersten Seiten, das Echo dieser Worte, die wir zurückgelassen glauben, begleiten uns ein Leben lang und meißeln in unserer Erinnerung einen Palast, zu dem wir früher oder später zurückkehren werden, egal, wie viele Bücher wir lesen, wie viele Welten wir entdecken, wie viel wir lernen oder vergessen.“ So ist es gut möglich, dass manch einer von uns immer wieder zum Palast „Der Schatten des Windes“ zurückkehren wird – und für immer seinem Zauber erliegt.
Autorenportrait:
Carlos Ruiz Zafón wurde am 25. September 1964 in Barcelona geboren. Als Kind besuchte er die Jesuitenschule Sarrià. Bevor er zum Schreiben kam, war er zunächst Student, ab 1992 dann als Werbetexter tätig. 1993 erhielt er für seinen ersten Roman „El príncipe de la niebla“ den Edebé-Jugendliteraturpreis, es folgten drei Kinderbücher. Seit 1994 lebt er in Los Angeles. Er arbeitet als Drehbuchautor und schreibt für die spanischen Tageszeitungen „El País“ und „La Vanguardia“. Mit seinem fünften Roman „Der Schatten des Windes“ gelang ihm international der literarische Durchbruch.
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