Broken Music
Autobiographie von Sting
(pr).
Gordon Sumner alias Sting ist natürlich zunächst einmal nicht als
Autor, sondern als Sänger und Songwriter ein Begriff. Er gehört aber
nicht zu jenen, die Bedeutsamkeit ihrer eigenen Persönlichkeit etwas überschätzenden
Künstlern, die derzeit mit ihren Autobiographien den Buchmarkt überschwemmen,
und er benötigte für sein Werk auch keinen Ghostwriter. Seine Autobiographie
„Broken Music“ endet an der Stelle, an der Stings großer,
kommerzieller Erfolg beginnt und dreht sich also um die Jahre bevor er zum Star
wird.
Der Hörer bekommt einen Eindruck von Stings Kindheit, die geprägt
ist von Geldknappheit, den Eheproblemen der Eltern, der strengen Schulerziehung
und dem Wunsch aus dieser Trostlosigkeit auszubrechen. Man erfährt einiges
Privates, unter anderem über die Frauen in Stings Leben, seine Einstellung
zu seinem Beruf als Lehrer, seine kurzfristige Arbeit als Model oder über
die Geburt seines ersten Kindes, die er verschläft. Immer wieder werden
Einblicke in das Seelenleben des sensiblen Künstlers gewährt, zum
Beispiel, wenn er von seinem todkranken Vater doch noch die Anerkennung für
seine Arbeit bekommt, auf die er so lange gewartet hat.
Das große Thema, das Stings Leben und damit auch seine von Manfred Allié
und Gabriele Kempf-Allié aus dem Englischen übersetzte Autobiographie
beherrscht, ist natürlich die Musik. Von seinen ersten, weniger erfolgreichen
Versuchen am Klavier, die seine Großmutter „Broken Music“
nannte, bis zur Entstehung von „The Police“ ist die Musik ein ständig
präsenter Faktor. Sting erzählt eindringlich von seiner Beatles-Bewunderung,
von seiner ersten Gitarre, mit der er Jimi Hendrix-Songs nachspielt, seinem
frühen Traum von einer Musikkarriere. Bis ins Detail hört man von
den Fort- und Rückschritten auf dem Weg zum ersten Album, und es wird die
Bedeutung und Entstehung der einzelnen Tracks erklärt. Stings Talent als
Songwriter spiegelt sich in seiner Autobiographie wieder: Seine Sprache ist
sinnlich und mitreißend, die Beschreibungen immer anschaulich und treffend.
Gelesen wird Stings Autobiographie abwechselnd von Ulrich Matthes und Xavier
Naidoo. Beide transportieren die verschiedenen Stimmungen und Emotionen gekonnt
und geben auch den verschiedenen Personen, die zu Wort kommen, jeweils einen
eigenen Klang. Dem im Hörbuchbereich bisher noch unerfahrenen Xavier Naidoo,
der nicht zuletzt wegen seiner einprägsamen Stimme zur Musikelite Deutschlands
zählt, gelingt es fast noch besser als dem erprobten Sprecher und Schauspieler
Ulrich Matthes, Gefühl in seine Stimme zu legen.
Um das Hörbuch „Broken Music“ genießen zu können,
muss man nicht unbedingt Sting-Fan sein, es genügt völlig, wenn man
ein Liebhaber gut erzählter und ergreifender Geschichten ist!
Autorenportrait:
Sting wurde am 2. Oktober 1951 als Gordon Matthew Sumner in Wallsend/England
als Sohn eines Milchmanns und einer Friseuse geboren. Den Spitznamen „Sting“
bekam er während der Schulzeit. Nach Abschluss des Colleges arbeitete er
als Grundschullehrer. Er sang in der Amateurband „Last Exit“. Anfang
der 70er Jahre und machte erste Erfahrungen in anderen Jazzrock-Gruppen. In
London gründete Sting 1977 die Band „The Police“ und wurde
zum Pop-Idol. Drei „Grammys“ bekam er für das Album „Synchronicity“.
Als Schauspieler sah man ihn 1979 in „Quadrophenia“ und 1984 in
„Dune – Der Wüstenplanet“. Im gleichen Jahr trennte er
sich nach fünf Alben auf dem Höhepunkt der Karriere von „The
Police“. Er mischte Stile wie Jazz, Klassik, Folk, Country und kreierte
seinen eigenen Sound. Noch im selben Jahr begann seine Solokarriere. Heute zählt
er zu den erfolgreichsten Musikern weltweit. Die Königin von England ernannte
ihn im Oktober 2003 zum „Commander of the British Empire“.
Erzählerportrait:
Xavier Naidoo wurde am 02.10.1971 in Mannheim geboren und arbeitet seither neben
seiner Solo-Karriere auch als Produzent, Songwriter und Mitglied der Formation
Söhne Mannheims. Für seine Arbeiten erhielt er den „Echo“
oder den europäischen „MTV Award“. Er lebt und arbeitet nach
wie vor in seiner Heimatstadt Mannheim.
Ulrich Matthes, der 1959 in Berlin geborene Schauspieler, begann seine Karriere
am Renaissance-Theater Berlin, dann spielte er an den städtischen Bühnen
Krefeld, dem Schauspielhaus Düsseldorf, dem Bayerische Staatsschauspiel
und den Kammerspielen München und kam 1992 wieder zurück nach Berlin,
an die Schaubühne am Lehniner Platz. Auch vor der Kamera feierte er große
Erfolge. Neben Bühne und Film tritt er mit Buchlesungen auf und verleiht
eindrucksvoll Hörbüchern seine Stimme.
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