Bildergedichte
Die unbekannte Seite der Geschichte
(pr).
„Mein liebes Weib, ruft Marx, ich seh se doch nur als Deine Antithese!“
Mit diesen einleuchtenden Worten erklärt Karl Marx in einem von Hans Traxlers
„Bildergedichten“ seiner Frau den Seitensprung mit einer Dame des
Küchenpersonals. Das bleibt aber nicht der einzige, neuartige Einblick,
den man in das Leben bekannter Künstler, Musiker, Politiker oder in den
Verlauf der Geschichte bekommt. Man stößt auf die gewalttätige
Ader von Caspar David Friedrich, findet heraus, wie Oedipus den nach ihm benannten
Komplex leicht hätte vermeiden können, erfährt Überraschendes
über den Ursprung von Sigmund Freuds Penisneidtheorie und den eigentlichen
Grund, aus dem sich Vincent Van Gogh seines Ohres entledigte. Letzterer erklärt
dies selbst in einem Brief an seine Liebste: „Für heute nur dies
Ohr von mir – doch morgen bin ich ganz bei Dir!“.
Satiriker Hans Traxler selbst hat die besten seiner legendären „Bildergedichte“,
die ab den 1980er Jahren im „Zeit“-Magazin erschienen, ausgewählt
und präsentiert sie nun in einer aktuellen, durchgehend farbigen Version
und mit weiteren neuen Blättern in einem Bildband. Quer durch die Jahrhunderte
widmet sich Hans Traxler den eher unbekannten und oft überraschenden Seiten
geschichtlicher Ereignisse und berühmter Persönlichkeiten von Noah
bis hin zu Einstein, von ihm mit spitzer Feder illustriert und begleitet von
treffenden Reimen, in denen die bedichteten Personen auf humorvolle Weise karikiert
werden.
Über jedes der witzigen „Bildergedichte“ ist eine passende
Überschrift gesetzt, ergänzt werden sie durch einige Zeichnungen,
die ohne Reime auskommen, wie zum Beispiel die „Kinderzeichnungen berühmter
Maler“. Das Buch endet mit „Eine kurz gefasste Geschichte der Römischen
Päpste“ und schließt mit den besten Empfehlungen des Autors:
„Wer wär da noch? Der Pabst aus Polen! Und damit, Leser, Gott
befohlen!“.
Wer sich alle „Bildergedichte“ von Hans Traxler zu Gemüte geführt
hat, kann sich rühmen, gehörig etwas für seine Allgemeinbildung
getan zu haben und hatte dabei auch noch jede Menge Spaß!
Autorenportrait:
Hans Traxler gehört zu den Mitbegründern der Neuen Frankfurter Schule
und der Satirezeitschriften „Pardon“ und „Titanic“.
Er ist ein Geschichtslehrer, wie ihn jeder gern in seiner Schulzeit erlebt hätte
und hat mehr als zwei Dutzend Bücher veröffentlicht, sowie verschiedene
Verssammlungen von Eugen Roth illustriert. Zuletzt sind von ihm erschienen „Das
Schutzengelbuch“. Er lebt in Frankfurt am Main, im Taunus
und auf Reisen.
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