Als die Römer im Regen standen
Der Einfluss des Wetters auf den Lauf der Geschichte
(jaf).
Obwohl seine Kernaussage so einfach und banal ist, dürfte der Autor und
ehemalige BBC-Kriegsberichterstatter Erik Durschmied mit dem Buch "Als die Römer
im Regen standen" ein völlig neues Feld betreten haben: "Höhere
Gewalt und das Wetter hatten entscheidenden Einfluss auf den Lauf der Geschichte.
(...) Und das wird wohl auch in Zukunft so sein", postuliert er und liefert
mit seinem akribisch recherchiertem Buch ein überzeugendes Plädoyer
für dieses bislang kaum beachtete Parameter der Weltgeschichte und den
"Einfluss des Wetters auf den Lauf der Geschichte". "Der Mensch musste sehr
viel häufiger gegen die Natur kämpfen als gegen andere Menschen",
läutet Erik Durschmied den ungewöhnlichen Perspektivwechsel ein, "doch
fallen beide Konflikte zusammen, kommt es unweigerlich zur Katastrophe".
Von biblischen Plagen über die Varusschlacht im Teutoburger Wald (9 nach Christus) über die Wirren der Französische Revolution seit 1789 bis zum Ardennenfeldzug 1944 und der Tet-Offensive in Vietnam des Jahres 1968 durchkämmt Erik Durschmied die Weltgeschichte und stößt in historischen Epochen von Antike bis Zeitgeschichte auf Ereignisse, die anders verlaufen wären, wenn das Wetter nicht gehörig seine unheilvollen Finger mit im Spiel gehabt hätte; denn, so erfährt der Leser: "Regen ist konterrevolutionär", wie es in der Sprache des einstigen französischen Außenminister Charles-Maurice de Talleyrand (1754-1838) heißt. "Italiener und Österreicher hatten die Berge unterschätzt", erläutert Erik Durschmied beispielsweise im Kapitel vom "Weißen Tod", das den 13. Dezember 1916 während des Ersten Weltkrieges in den Alpen beschreibt. "Insgesamt gingen zwei Drittel der Opfer auf das Konto des Wetters bzw. der harten klimatischen Bedingungen. Der Mensch kann zwar einen anderen Menschen besiegen, doch gegen die Naturgewalten ist er machtlos".
Gewissenhaft arbeitet sich Erik Durschmied durch seinen Stoff, ordnet erzählerisch die Fakten, fügt historische Wetterberichte, Schlachten-Abläufe und Kriegstagebücher zusammen, für den Leser anschaulich mit übersichtlichem Kartenmaterial portioniert und nicht zuletzt durch einen breiten Anhang über weiterführende Literatur abgerundet. Erik Durschmied versteht es, Geschichte lebendig und kenntnisreich zu erzählen, aus dem Englischen von Kirsten Langbein übersetzt. Selbst ein Ausblick auf das Jahr 2025 und künftige geophysische Kriegswaffen wie künstliche Erdbeben, die Umlenkung tropischer Wirbelstürme oder die Produktion von Löchern in der Atmosphäre dürfen da nicht fehlen.
"Als die Römer im Regen standen" ist das ideale Buch für alle, die auf spannende Weise ihr Wissen über die Kriegsgeschichte dieser Welt auf Hochglanz bringen wollen!
Autorenportrait:
Erik Durschmied wurde 1930 in Wien geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte er nach Kanada. Er war Kriegsberichterstatter für BBC und CBS und berichtete über alle großen Konflikte und Kriege. Er wurde mehrfach ausgezeichnet und lebt mit seiner Familie in Paris und in der Provence.
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