70 Jahre Donald Duck

Die „Väter“ der Ente blicken zurück

70 Jahre Donald Duck(sl). Er ist ein Choleriker und Romantiker, langjähriger Junggeselle und ewiger Pechvogel und doch – oder gerade deswegen – hat sich Donald Duck in die Herzen von Millionen Fans geschnattert. In dem am 9. Juni 1934 erschienenen Cartoon „The Wise Little Horn“ hatte Donald Duck seinen ersten öffentlichen Auftritt. Nun hat die liebenswerte Ente schon 70 Jahre auf dem Buckel. Grund genug für Donalds „Väter“ Vicar, Al Taliaferro, Carl Barks, Tony Strobl, Romano Scarpa, Volker Reiche, William van Horn, Don Rosa und Jan Gulbransson, die Zeit Revue passieren zu lassen.


In dem Buch „70 Jahre Donald Duck“ wird jeweils ein Jahrzehnt dem Zeichner gewidmet, der für die Epoche am prägendsten für die Entwicklung der Ente war. Der erste Abschnitt „Die 30er“ beginnt Al Taliaferro, der 1937 auch Dauerverlobte Daisy sowie Donalds Neffen erfand, mit der von Horst Berner übersetzten Kurzgeschichte „Die kleinen Engelein“. Damit sind natürlich Donalds „zauberhafte“ Neffen Tick, Trick und Track gemeint, die ihrem Onkel mit fiesen Späßen mal wieder so richtig den Besuch verderben.


„Die 40er Jahre“ sind Carl Barks gewidmet, der später auch Onkel Dagobert und Daniel Düsentrieb erfand und mit „Die vertauschten Briefe“, übersetzt von Dr. Erika Fuchs, an Donald erinnert. Darin gibt Daisy im Streit Donald seine Liebesbriefe zurück, stellt dann aber entsetzt fest, dass sie aus Versehen die Liebesbriefe von Gustav Gans genommen hat, was natürlich zu einigen Turbolenzen führt.


Im Kapitel „Die 50er“ kommt Tony Strobl mit der Geschichte „Das Preisausschreiben“ zu Wort, „Die 60er“ bestimmt Romano Scarpa mit „Der große Spurt“, von Susanne Walter übersetzt, und „Die 70er“ Volker Reiche mit „Schnappi in Gefahr“. William van Horn prägte „Die 80er“ und steuert die Geschichte „Der Eisenefeu“ bei, von Peter Daibenzeiher übersetzt. „Die 90er“ war Don Rosa Donalds geistiger Vater und erzählt „Scharfblick schützt vor Schaden nicht“. „70 Jahre Donald Duck“ endet mit dem Kapitel „Das neue Jahrtausend“ und der Geschichte „Anglers Pein“ von Jan Gulbransson.


Neben diesen acht bekannten Geschichten ist in „70 Jahre Donald Duck“ auch eine exklusive Jubiläumsgeschichte zu finden. Diese stammt von Vicar und heißt „Der Held der Stunde“ – wer das ist, sei natürlich nicht verraten. Das vierseitige Vorwort mit einigen Farbfotos zu „70 Jahre Donald Duck“ schrieb Hella von Sinnen und outet sich darin als glühende Verehrerin von Donald. „Die Maus ist in all den Jahren eine langweilige Klugscheißerin geworden“, begründet sie ihre Liebe zur Ente.


„70 Jahre Donald Duck“ ist eine gelungene wenn auch kurz gehaltene Zusammenstellung aus sieben Jahrzehnten in Entenhausen. Schön wäre es gewesen, wenn jeder Abschnitt mit einigen Informationen zum jeweiligen Zeichner oder Anekdoten zur Entstehungsgeschichte eingeleitet worden wäre. Aber die wie immer witzigen und durchgehend farbig illustrierten Abenteuer unseres geliebten Loosers trösten den Leser schnell darüber hinweg.


Potzblitz – „70 Jahre Donald Duck“ ist ein schönes Jubiläumswerk und sollte in keiner Sammlung fehlen!

70 Jahre Donald Duck

Walt Disney
70 Jahre Donald Duck
Mit Illustrationen von Vicar, Al Taliaferro, Carl Barks, Tony Strobl, Romano Scarpa, Volker Reiche, William van Horn, Don Rosa und Jan Gulbransson
Aus dem Englischen von Peter Daibenzeiher, Horst Berner, Dr. Erika Fuchs und Susanne Walter
Egmont vgs Verlag, Köln
ISBN 3-7704-0419-X
1. Auflage 2004, 111 Seiten, durchgehend farbig illustriert, Hardcover gebunden, Format 22,1 x 29,4 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 16.- (D) / € 16,50 (A) / sFr 28,60

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