Wolfsaga

Kampf für die Freiheit im Tal der Flüsternden Winde

Wolfsaga(bhs). Die Idylle trügt: Es braut sich ein Sturm zusammen über dem Tal der flüsternden Winde. Ein fremdes Wolfsrudel, angeführt von einem schwarzen Wolf namens Schogar Kan, nähert sich dem Tal. Waka, das Gesetz, nach dem alle Tiere zusammenleben, ist in Gefahr, gebrochen zu werden. Das Ziel des schwarzen Wolfes ist, die Welt und alle Tiere zu beherrschen.

Totalitarismus, Gleichschaltung, Machtergreifung, der Aufstieg eines totalitären Systems – ein interessantes Thema, das gerade Jugendliche ansprechen sollte, und vermutlich war das auch die Intention der Autorin des Romans „Wolfsaga“. Die Umsetzung ist dabei nicht glücklich gelungen: Die Parallelen zur Machtergreifung im Dritten Reich, der Wille, sich alles untertan zu machen, all das verpackt Käthe Recheis in einen undurchsichtigen und verworrenen Kokon, aus der sich die Kernaussage nicht mehr befreien kann, sie geht unter in der blumigen, manchmal ins schwülstige abgleitenden Sprache und den verwirrenden Bezeichnungen. Selbst die Namensgebung der Hauptdarsteller führt den Leser zuweilen in die Irre, da man mehrere Seiten zurückblättern muss, um sich wieder ins Gedächtnis zu rufen, wer was wann wo warum sagte. Dass es – wenn auch mit anderen Hintergründen – anders geht, zeigen Bücher wie „Watership Down“ oder „Felidae“.

Die zahlreichen und hübschen Schwarzweiß-Illustrationen zu „Wolfsaga“ stammen von Karen Holländer.

Käthe Recheis zeigt ihr Interesse an Wölfen und der indianischen Mythologie in dieser „Wolfsaga“ überdeutlich, daher kann das Buch nur dem empfohlen werden, der sich für beides sehr interessiert – und einen Notizzettel neben dem Buch liegen hat.

Autorenportrait:
Käthe Recheis ist seit 1961 freie Schriftstellerin. Sie erhielt zahlreiche in- und ausländische Preise. Ihre Werke wurden in alle gängigen europäischen Sprachen sowie ins Japanische, Koreanische und Afrikaans übersetzt. Ein besonderer thematischer Schwerpunkt ihres Schaffens liegt im Engagement für Indianervölker. Im Bereich des Märchens, der Mythologie und des Phantastischen findet sich die Gestalt des Wolfes als zentrales Symbol in ihren Werken. Ihre Liebe zu den Wölfen, die auf einen Wolfshund aus ihrer Kindheit zurückgeht, wurde durch die Beziehung zu den Indianern noch verstärkt. Von ihren indianischen Freunden erhielt sie den Ehrennamen „Molse Mawa“, Beschützerin des Wolfes.

Wolfsaga

Käthe Recheis
Wolfsaga
Mit Illustrationen von Karen Holländer
Kerle im Herder Verlag, Freiburg i. Br.
ISBN 3-451-70170-7
4. Auflage, 507 Seiten, mit zahlreichen s/w-Abbildungen, Hardcover gebunden mit Lesebändchen.
Unverbindliche Preisangabe: € 19,90 (D) / k. A. (A) / sFr 36.-

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