Vom Feeling her ein gutes Gefühl
Rhetorische Spitzenleistungen in der Welt des Fußballs
(hpe).
Was wäre der Fußball, wenn man nicht über ihn reden würde.
Am Besten oder zumindest am Lustigsten können das noch immer
die Protagonisten selbst, wie Andreas Möllers Titelzitat eindrucksvoll
unter Beweis stellt. Diese und noch unzählige weitere intellektuelle und
sprachliche Verrenkungen hat Autor Klaus Bittermann für den geneigten Leser
zusammengestellt. Neben unvergessenen Evergreens, die die komplette Fußballgemeinde
auswendig herunterbeten kann, finden sich auch bisher eher unbekannte Kicker-Perlen.
Es kommen aber nicht nur die Spieler selbst zu Wort, auch denen, die hauptberuflich über Fußball reden, wird eine ausreichende Plattform zur Verbreitung ihrer mehr oder weniger klugen Kommentare geboten, wie „Die Brasilianer sprechen zwar nur portugiesisch, aber auf dem Platz verständigt man sich optimal“ von Heribert Faßbender.
„Vom Feeling her ein gutes Gefühl“ ist eine größtenteils gelungene Aufzählung einiger der bizarrsten Wortschöpfungen rund um den Fußball. Leider ist die überarbeitete Version der 1999 erstmals erschienenen Ausgabe in alter Rechtschreibung und zudem mit einigen orthografischen Fehlern verfasst worden. Unterteilt in zwanglose Rubriken werden teils gewollt, teils ungewollt komische Einwürfe zur schönsten Nebensache der Welt rezitiert und vereinzelt mit eher mäßig originellen Illustrationen versehen. Zum Abschluss enthält das Buch ein vom Autor erstelltes kommentiertes Personenregister, das mit sehr persönlichen und nicht immer über der Gürtellinie bleibenden Einschätzungen über das Who-is-who des deutschen Fußballs aufwartet.
Natürlich wird jeder Fußballinteressierte einige Zitate vermissen, wo ist zum Beispiel der legendäre Satz von Fritz Walter: „Der Jürgen Klinsmann und ich wir sind ein tolles Trio.“?! alles in allem ist „Vom Feeling her ein gutes Gefühl“ aber ein durchaus gelungenes Potpourri der Unzulänglichkeiten, das des Öfteren für Lacher sorgt und auch für Fußballlaien eine nette Abwechslung darstellen dürfte!
Autorenportrait:
Klaus Bittermann, geboren 1952, lebt als Autor und Verleger in Berlin. Schreibt für die „Junge Welt“ die Kolumne „Blutgrätsche“, die Wahrheit über den Bundesligaspieltag und hat mehrere Bücher veröffentlicht.
Illustratorenportrait:
Der Illustrator Marcus Weimer arbeitet unter dem Namen Rattelschneck für verschiedene Zeitungen.
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