Traumhotels
Reisen ohne Reue für betuchte Gäste
(jaf).
Schön, teuer und vor allem eines: exklusiv. Wer in die nobelsten Hotels
dieser Welt reist, kann sicher sein, nicht von den Nachteilen des Massentourismus
behelligt zu werden. In der Neuauflage des 1995 erstmals erschienenen Bildbandes
„Traumhotels“ lädt der Reisejournalist Peter von Gerdes zu
einer farbenprächtigen Luxus-Reise von der Algarve über die Karibik
bis Venetien ein.
Gleich mit der ersten Seite steht eines fest: „Noblesse oblige“ Adel verpflichtet. In der Interpretation von Peter von Gerdes bedeutet das für alle Reichen, Schönen und vor allem schönen Reichen: „Reisen ohne Reue“ in die „Traumhotels“ dieser Welt. Dem Titel wohnt eine große Portion Dekadenz inne nicht umsonst wird Oscar Wilde bemüht, dessen Aphorismus „Man versehe mich mit Luxus. Auf alles notwendige kann ich verzichten“ für „Traumhotels“ offenbar Pate stand.
Als entscheidender Vorteil des Luxus’ handelt Peter von Gerdes dessen exklusiven Charakter. Fernab von Massentourismus und Gruppenreisen erwarten Weltenbummler mit dem nötigen Kleingeld „private Refugien“, „vornehme Abgeschiedenheit“ und „Oasen der Entspannung“ in den mondänen Weltklasse-Hotels. Leider sehr störend an „Traumhotels“: Zwischen den Zeilen lässt Autor Peter von Gerdes so manche snobistische Dünkelhaftigkeit hervorblitzen Sätze wie „Wenn Sie den Miami International Airport erreichen, müssen Sie sich erst einmal durch die Einreisekontrolle quälen. Gut zahlende Gäste sollte man so nicht empfangen“ oder „Das kleine Paradies ’Royal Palm’ wäre perfekt, gäbe es nicht immer wieder einige Gäste, die sich zu gerne selbst inszenieren und die elitäre Klientel als Prüfstein für ihr unterentwickeltes Selbstbewusstsein sehen“ sind durchaus geeignet, viele derer zu verschrecken, die „Traumhotels“ eher als farbenfrohen Zeitvertreib zum Schwelgen verstehen könnten denn als Pflichtkatalog für den nächsten Familienurlaub. Diese Chance ward vertan schade!
Obwohl Peter von Gerdes sich der Perfektion verschrieben hat und diese auch von den vorgestellten Hotels verlangt, unterlaufen ihm eklatante Fehler, wie beispielsweise bei der Beschreibung des „Abtei-Hotel“ in Hamburg: „Petra und Fritz Lay schufen nach ihrer Rückkehr aus England in dem vornehmen Vorort Harvestehude ein Kleinod (…)“ wer Hamburg ein wenig kennt, weiß genau, dass Harvestehude kein Hamburger Vorort ist, sondern unmittelbar an der Alster im Herzen Hamburgs liegt. Solche Fehler hat Peter von Gerdes leider nicht einmal bei der Überarbeitung seines Bildbandes bemerkt.
Die wundervollen Aufnahmen der orientalischen Luxustempel von Marokko bis Hongkong, der herrlichen Ausblicke italienischer Palazzi, der erlesenen Möbel in Neuengland oder der exquisiten Buffets in Edel-Herbergen von Madrid und Madeira sind vor allem für eines geeignet: Zum Träumen wie der Titel „Traumhotels“ schon anmutet.
Autorenportrait:
Peter von Gerdes lebt auf Reisen, und das seit Jahren. 25 Jahre lang arbeitete er für große internationale Reedereien. Seit 1982 ist das Reisen an sich zu seiner Hauptbeschäftigung geworden beruflich wie privat. Von ihm sind bereits zwei Bildbände erschienen.
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