Tolkiens ganz gewöhnliche Helden
Tugenden und Werte in „Der Herr der Ringe“
(twi).
J.R.R. Tolkiens Mutter trat der römisch-katholischen Kirche bei, aus Überzeugung
und für ihren Mann, der in Südafrika als Brite war und dort auch starb.
Da J.R.R. Tolkien bereits im Alter von zwölf Jahren seine Mutter ebenfalls
früh verlor, kam er als Vollwaise mit seinem Bruder in die Obhut eines
römisch-katholischen Priesters, der für ihn insbesondere Vaterersatz
wurde.
Man merkt es dem „Herrn der Ringe“ nicht an, doch das Buch strotzt nur so von Tugenden und Werten. Autor Mark Eddy Smith hat sie in seinem Buch „Tolkiens ganz gewöhnliche Helden“ alle zusammengestellt und beleuchtet sie aus überzeugt christlicher Sicht. Diese sehr christliche Betrachtungsweise seines Romans ist zwar sicherlich nie Absicht von J.R.R. Tolkien gewesen, doch die Gedanken sind frei, und die Hinweise sind reichlich zu finden.
Ob es um die gewöhnlichen Tugenden wie Einfachheit, Großzügigkeit, Freundschaft, Gastfreundschaft und den Glauben geht oder um Sichtweisen, die Gemeinschaft, die Opferbereitschaft, Wunder, die Versuchungen oder das Versagen – „Der Herr der Ringe“ gibt diesen Tugenden und Werten Raum und Stimme. Auch die Buße, das Leid und die Demut haben Platz im „Herrn der Ringe“, ebenso Vertrauen, Weisheit und die Hoffnung. Der Roman ist wie ein Kaleidoskop der menschlichen Seele, welche ebenfalls die Tugenden und Untugenden, die Werte und Unwerte wieder zu spiegeln vermag. Letztendlich finden sich in J.R.R. Tolkiens Werk auch der Mut, die Freude, die Dummheit und auch die Gerechtigkeit und die Liebe wieder. Alles in allem, also ein Kosmos an Menschlichkeit mit Fehlern und herausragenden Tugenden, eben immerwährenden Werten.
Autor Mark Eddy Smith hinterlegt jede Tugend und jeden Wert mit einem Bibelzitat und seinen persönlichen Anmerkungen zu dem jeweiligen Thema. Dies macht das Buch „Tolkiens ganz gewöhnliche Helden“ an und für sich perfekt für den Kommunionsunterricht oder die Konfirmandenstunde. Der Autor ist selbst überzeugter und praktizierender Christ, dies merkt man dem Buch auch stark an. Daher ist das Buch „Tolkiens ganz gewöhnliche Helden“ nicht jedem Tolkienbegeisterten zu empfehlen, weil es zu stark bibelbezogen den „Herrn der Ringe“ interpretiert, dennoch ist es außergewöhnlich, das Werk Tolkiens auch einmal von dieser Seite, der christlichen, aus zu betrachten. Dass Tolkien überzeugter Katholik war, ist bekannt. Dass „Der Herr der Ringe“ ein Epos ist und Werte und Tugenden besitzt und herausstellt, wird auch jedem Zuschauer der Filme und Leser der Bücher aufgefallen sein. Wie man sich es letztendlich denken mag, sei jedem Leser freigestellt.
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