Tee aus heimischen Kräutern und Früchten
Eine alte Tradition neu entdecken
(tik).
Tee ist ein Jahrtausende altes Kulturgut. Der große chinesische Gelehrte
Laotse nutzte ihn bereits im vierten vorchristlichen Jahrhundert als Genussmittel.
Es sollte jedoch noch bis ins frühe 17. Jahrhundert unserer Zeitrechnung
dauern, bis die erste Ladung des später so beliebten schwarzen Tees im
Rotterdamer Hafen von einem Schiff auf europäisches Festland gehievt wurde.
Von hieraus begann der Siegeszug, und Tee entwickelte sich bald zum beliebtesten
Getränk in den Häusern der wohlhabenden und adligen Bewohner des alten
Kontinents.
Was darüber manchmal vergessen wurde: Die Methode, sich aus getrockneten Blättern oder Früchten einen heißen Aufguss zu bereiten und ihn wegen erhoffter Heilwirkungen oder auch nur zur Entspannung zu trinken, war hierzulande längst bekannt. Natürlich nannte man diese Getränke noch nicht Tee, was heute der von der chinesischen Bezeichnung für den Teestrauch abgeleitete übliche Sammelbegriff für alle solche Aufgüsse ist. Schon vor etwa 800 Jahren empfahl die Äbtissin Hildegard von Bingen einen Trunk, der auf die nämliche Weise aus Hagebutten hergestellt wurde, zur Stärkung während der kalten Jahreszeit.
Zu dieser alten Tradition hat Manfred Neuhold nun seinen Ratgeber „Tee aus heimischen Kräutern und Früchten“ veröffentlicht. Von einer kurzen Einleitung über die Geschichte des Tees, geht das Buch schnell über zu praktischen Tipps und Hinweisen im Umgang mit heimischen Kräutern. Dass der Misteltee schon bei den alten germanischen Druiden als Zaubertrank galt, weiß seit Asterix und seinem Freund, dem Druiden Miraculix, wohl jeder. Doch dass er auch heute noch ein wirksames Regulationsmittel bei zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck ist, dürfte vielen unbekannt sein.
Manfred Neuhold geht nicht nur ausführlich auf das Sammeln von Heilkräutern sowie deren Anbau und Pflege im eigenen Garten ein, er erklärt auch die verschiedensten Wirkungen, die den Pflanzen jeweils zugeschrieben werden. Dabei schneiden heimische Gewächse meist wesentlich besser ab als beispielsweise der schwarze Tee aus China, der aufgrund seines Koffeingehalts mit Vorsicht zu genießen ist. Doch selbst hierfür kann im Garten vor der Haustüre ein Ersatz gefunden werden: Wie wäre es mit Tee aus Brombeerblättern? Der Geschmack kommt an den qualitativ hochwertigen schwarzen Tees durchaus heran und selbst kleinen Kindern darf er schon bedenkenlos zu trinken gegeben werden. Nebenbei erläutert Manfred Neuhold auch noch, wie die Fermentation, ein über Jahrhunderte hinweg streng gehütetes Staatsgeheimnis Chinas, einfach zu hause nachvollzogen werden kann.
Für alle, die sich für heimische Kräuter und deren Verarbeitung interessieren oder die – aus welchen Gründen auch immer – weniger schwarzen Tee trinken wollen, lässt „Tee aus heimischen Kräutern und Früchten“ kaum eine Antwort offen.
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