Tanith Die Wolfsfrau
Jugendroman um den spannenden Weg eines Mädchens zur Schamanin
(twi).
Nicht erst seit der Ausrufung zum Jahr der Wölfe 2003 sind diese im Mittelpunkt
des Interesses von Filmschaffenden und Buchautoren. Schon seit längerem
beginnt sich die Gesellschaft mit dem Thema Wölfe auseinander zu setzen
und ihn, den großen Jäger, neu zu bewerten. Mittlerweile weiß
man, dass der Wolf weder falsch, noch hinterhältig oder verschlagen ist.
Diese bösen Eigenschaften wurden ihm „in die Wiege gelegt“,
um ihn zu diskreditieren, ihn in Verruf zu bringen und ihn auszulöschen.
Seine Konkurrenz für die damaligen Jäger zum Jagdwild hat ihm das
eingebracht, dabei ist der Wolf doch so scheu, sozial und intelligent. Leider
konnte ihn dies nicht vor der Gier und dem Hass der Menschen bewahren.
In ihrem Jugendroma „Tanith“ erzählt Autorin Sherryl Jordan die Geschichte eines kleinen Mädchens, welches als Schamanin ausgebildet werden soll und deshalb als Auserwählte im Alter von zwei Jahren für wenige Tage zu den Wölfen geschickt wird. Doch das Schicksal macht diesem Weg vorerst ein Strich durch die Rechnung und verschlägt das Mädchen als Kriegsbeute an einen gegnerischen Clan.
Das Jahr, in dem diese Geschichte spielt, ist unbestimmt, liegt aber wohl in der Zeit der Kelten; der Handlungsort könnte Kontinentaleuropa sein, doch das spielt an und für sich keine Rolle. Die schwarzhaarige Tanith wird als Kriegsbeute zu einem Clan gebracht, deren Mitglieder alle blond sind. Dort wächst sie durch die Gunst des Häuptlings und seiner Frau behütet auf, denn er sieht das schwarzhaarige Mädchen als gutes Omen an. Doch mit den Jahren merkt Tanith, dass ihre Zeit abläuft und sie in dem Clan der blonden Krieger niemals ganz akzeptiert wird. Sie kennt ihre Herkunft und ihr Herz weiß, dass sie zurückkehren muss, zurück zu den Wölfen.
Mit den steigenden Anfeindungen, nimmt auch der ungerechtfertigte Hass gegen die Wölfe der Umgebung immer mehr zu, sie werden als verschlagen gebrandmarkt, als feige, als hinterlistig und als Seelenräuber, als gierige Kumpane böser Geister. Tanith weiß aber um die Wahrheit und schließlich verlässt sie immer öfter heimlich den Clan, um sich den Wölfen anzuschließen. Die Konfrontation ist voraussehbar und letztendlich nicht mehr abzuwenden. Tanith verlässt schließlich und endlich den Clan der blonden Krieger und wird zu der weisen Frau und Schamanin. Dieses Schicksal war ihr immer vorherbestimmt, denn sie ist es, welche um das wahre Geheimnis der Wölfe weiß und deren Kraft nutzen kann.
Mit „Tanith“ ist der Autorin eine interessante Auseinandersetzung mit dem Problem der Wölfe gelungen, welche sich durch die gesamte europäische Geschichte zieht. Die einfache und doch fesselnde Übersetzung aus dem Englischen von Joanna Schroeder ist gut gelungen, ohne dass der Stil der Autorin Sherryl Jordan, welche gerne historische Welten in ihren Büchern verarbeitet, darunter gelitten hat.
„Tanith Die Wolfsfrau“ hat das wahre und zeitweise ambivalente Verhältnis zwischen Mensch und Wolf gut getroffen und ist eine Botschaft für alle jugendlichen Leser, dass Verständigung immer möglich ist, wenn man sein Herz öffnet!
Autorenportrait:
Sherryl Jordan, geboren 1949, lebt in Tauranga, Neuseeland. Ihre Karriere im Buchgeschäft begann sie als Illustratorin. Bald schon wandte sie sich jedoch dem Schreiben zu. Sie arbeitete mehrere Jahre mit taubstummen Kindern. Ihre Bücher, die oft im mittelalterlichen England spielen, haben in zwischen auch hierzulande einen festen Fankreis erobert.
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