Sylt Lexikon
Umfangreiches Nachschlagewerk zur Insel
(tik). Auf Sylt befindet sich die nördlichste Ortschaft Deutschlands, Sylt ist die größte der nordfriesischen Inseln, beliebteste Urlaubsinsel der Republik und ähnliches mehr – wer hat davon nicht schon irgendwann einmal gehört? Doch muss man sich mit solch oberflächlichem Wissen über die Insel der Superlative und geschichtsträchtigen Begebenheiten, eventuell beim letzten Urlaub auf Sylt erworben, nicht zufrieden geben. Für all jene, die etwas tiefer in die Materie einsteigen wollen, haben Harry Kunz und Thomas Steensen ihr „Sylt Lexikon“ zusammengestellt.
Hier findet sich nahezu alles, was für die Sylter und ihr Fleckchen Land in der Nordsee irgendwann einmal von Interesse war: Angefangen beim Aal, der geräuchert, in Gelee eingelegt oder als Aalsuppe auf den Tellern der Inselbewohner landet, über die unsichtbaren, aber fleißigen Schiffsgeister, genannt Klabautermänner, bis hin zu „Zweitwohnungen“ und „Zwergseeschwalben“. Dass „Ekke Nekkepenn“ ein nordfriesischer Meergott ist, mag noch dem einen oder anderen bekannt sein. Will man jedoch erfahren, wo die Legende von ihm und seiner Frau Ran ihren Ursprung hat, ist man auf das „Sylt Lexikon“ angewiesen. Dort lässt sich dann zum Beispiel nachlesen, dass zur Besänftigung der beiden Meergötter die Siedlungen Eidum und Rantum nach ihnen benannt wurden. Was allerdings wenig Zweck hatte, wurden doch beide Ortschaften unter Sturmfluten und Flugsand begraben.
Besonders bei Fragen zu solchen und ähnlichen Sagen, die es auf Sylt buchstäblich wie Sand am Meer gibt, ist das „Sylt Lexikon“ eine wertvolle Informationsquelle. Aber auch Interessantes zur Geschichte von den steinzeitlichen Hünengräbern bis zur Walfangindustrie, die bis ins 19 Jahrhundert einen der wichtigsten Wirtschaftszweige auf der Insel stellte, Informationen zu berühmten Personen oder über die heimische Flora und Fauna können hier nachgelesen werden.
Mit über 1.300 Stichworten, die auf dem neuesten Stand der Forschung erläutert werden, und etwa 600 meist farbigen Abbildungen stellt das „Sylt Lexikon“ eine ansehnliche Sammlung für Syltfans und andere Interessierte dar. In den schön geschriebenen und sachlich fundierten Artikeln kann auch vor einem Sylturlaub einfach geschmökert werden. Dabei hilft ein knappes friesisches Wörterverzeichnis gleich, die Sprachkenntnisse wieder etwas aufzufrischen.
Das „Sylt Lexikon“ ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk für alle Insulaner und Sylt-Liebhaber!
Autorenportrait:
Dipl.-Soz. Harry Kunz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts „Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins“ am „Nordfriisk Instituut“. Vor allem zu Landwirtschaftgeschichte, hat er bereits mehrmals veröffentlicht.
Prof. Dr. Thomas Steensen ist Direktor des „Nordfriisk Instituut“ in Bredstedt. Er veröffentlicht regelmäßig zu friesischer Geschichte und Kultur und lehrt an der Universität Flensburg.
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Harry Kunz und Thomas Steensen |
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