Sylt Inselgeschichten

Anekdoten, Kuriositäten, Außergewöhnliches von gestern und heute

Sylt Inselgeschichten(tik). Sylt, die nördlichste Insel Deutschlands, kann mit einigen Besonderheiten aufwarten: Nicht nur die geographische Lage verschafft ihr eine Ausnahmestellung, auch andere Superlative, Kuriositäten und geschichtsträchtige Anekdoten lassen sich in der Vergangenheit der Insel und ihrer Bewohner aufstöbern. Solche interessanten Fakten zu Tage zu fördern, ist Autor Frank Deppe und der Fotograf Volker Frenzel in ihrem Buch „Sylt Inselgeschichten“ gelungen.

Unter 14 thematischen Schwerpunkten, wie etwa „Allerlei Strandgut“ oder „Irrungen und Wirrungen“, zeigen sie, wie ereignisreich das Leben zwischen Wattenmeer und Reetdachhütte sein kann. Frank Deppe war jahrelang im Lokaljournalismus tätig und arbeitet seit 1992 als Redakteur bei einer Sylter Wochenzeitung. Diesen beruflichen Hintergrund des Autors merkt man „Sylt Inselgeschichten“ an, denn die Aufmachung der Texte entspricht weitgehend dem Zeitungsstil. Volkstümliche Bräuche, herausragende Leistungen der Bewohner oder besondere Ereignisse wurden gründlich recherchiert und jeweils zu einer kurzen Geschichte nach Art eines Artikels ausgearbeitet. Knackige Überschriften und die journalistisch-professionellen Fotografien von Volker Frenzel machen den Eindruck perfekt.

„Ein gewichtiges Strandgut“ lautet beispielsweise eine Schlagzeile, unter der die Erzählung einer Walstrandung von 1995 folgt. Damals verirrte sich ein großer Finnwal in die Nordsee, starb und wurde am Strand von Wenningstedt angeschwemmt, wo ihn einige arglose Urlauber fanden. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer über die ganze Insel und für Tage stellte der Wal das wichtigste Gesprächsthema.

„Zurück blieb nur ein Wrack im Watt“, „Raketeneinschlag auf den Kampener Dünen“ oder „Gewaltmarsch durch die weiße Wüste“ sind weitere solcher Schlagzeilen, die zeigen, wie Frank Deppe und Volker Frenzel Sensation und Geschichte in ihrem Buch vereinen. Der Lokalzeitungsstil herrscht vor, und genau das ist der Grund, warum die Erzählungen auch auf Nicht-Sylter großen Reiz ausüben. Der Leser ist eben nicht nur Leser, er wird in die Geschehnisse einbezogen, als wohne er nur ein paar hundert Meter vom Ort des Geschehens entfernt, als wäre er der Interessierte, der sich gleich aufmacht, den toten Wal mit eigenen Augen zu besichtigen. Kurz: Man kann sich selbst einmal wie ein waschechter Sylter fühlen. Und wer hat nicht schon davon geträumt, alles hinter sich zu lassen und auf die Insel zu ziehen?

Doch auch ein anderer großer Vorteil der Zeitung, macht sich bei „Sylt Inselgeschichten“ bemerkbar: Es bleibt dem Leser selbst überlassen, ob er sich gemütlich zurücklegt und in die Lektüre vertieft, oder nur schnell die Schlagzeilen überfliegt. Beides ist möglich und beides hat seinen Reiz.

Autorenportrait:
Frank Deppe, Jahrgang 1965, wuchs auf der Insel Sylt auf und ist seit zwölf Jahren als hauptberuflicher Journalist tätig. Nach einem Volontariat beim „Flensburger Tageblatt“ arbeitete er als Lokalredakteur in verschiedenen Orten Schleswig-Holsteins. 1992 kehrte er auf seine Heimatinsel zurück und arbeitet seitdem als Redakteur bei einer Sylter Wochenzeitung.

Fotografenportrait:
Volker Frenzel, geboren 1948, fotografiert seit über 30 Jahren. Der hauptberufliche Polizist liefert Aufnahmen für diverse Zeitungen, Zeitschriften und Agenturen, wobei das aktuelle Zeitgeschehen, der Küstenschutz und Luftaufnahmen die Schwerpunkte seiner Arbeit bilden.

Sylt Inselgeschichten

Frank Deppe
Sylt Inselgeschichten
Anekdoten, Kuriositäten, Außergewöhnliches von gestern und heute
Mit Fotos von Volker Frenzel
Medien-Verlag Schubert, Hamburg
ISBN 3-929229-51-X
128 Seiten, mit ca. 110 meist farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden.
Unverbindliche Preisangabe: € 18.- (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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