Schlimmes Ende
Eddies verrückte Welt Gelesen von Harry Rowohlt
(ag). Der elf Jahre alte Eddie ist kaum einen halben Tag von seinen Eltern getrennt, als er sie auch schon vermisst. Denn immerhin ist er mit seiner Wahnsinnigen Großtante Maude in einer Kutsche eingepfercht und muss ihre seltsamen Gespräche mit einem ausgestopften Wiesel ertragen. Außerdem hat er erst drei Reisen ohne seine Eltern unternommen, die jedoch insgesamt zehn Jahre dauerten. Das ist jedoch nur eine Verrücktheit dieses Romans für Kinder, in dem Pferde auf der Toilette vergessen werden, Laberliesen im Küchenschrank wohnen und zur Erholung Eiswürfel in Form toter Generäle verordnet werden.
Schon der Grund, weshalb Eddie zu seinem Wahnsinnigen Großonkel Jack nach „Schlimmes Ende“ ziehen muss, ist mehr als außergewöhnlich: Seine Eltern leiden nämlich an einer seltsamen Krankheit. Ganz gelb sind sie, dazu merkwürdig wellig an den Rändern und stinken nach alten Wärmflaschen. Hätte Eddie gewusst, was auf dieser Reise alles auf ihn zukommen würde, wäre er sicherlich trotz großer Ansteckungsgefahr zu Hause geblieben. So aber geht er ahnungslos mit seinen Verwandten und kommt dabei „Schlimmes Ende“ immer näher... .
Autor Philip Ardagh ist mit seinem Kinderroman eine wunderbar „wahnsinnige“ Geschichte gelungen. Voller Phantasie erzählt er von Eddie, der durchweg vom Pech verfolgt wird und trotz aller Zwischenfälle eine positive Lebenseinstellung bewahrt. Seinen besonderen Reiz erhält „Schlimmes Ende“ jedoch durch zahlreiche Details des l9. Jahrhunderts, die allesamt vollkommen erlogen sind und mit der tatsächlichen Handlung nichts zu tun haben. So erfahren wir etwa wie das „St. Fürchterlich-Heim“ für Waisenkinder seinen Namen erhielt, und durch wie viele Unstimmigkeiten der Geschichte der berühmte „Fürchterlich“ schließlich heilig gesprochen wurde.
Wie der arme Eddie jedoch auf seinem Weg nach „Schlimmes Ende“ in dieses Waisenhaus kommt, und warum er plötzlich mit einer fiesen Ratte sein Zimmer teilen und sich von Haferschleim aus Tapetenkleister ernähren muss, klärt sich erst viel später. Erst einmal wenden wir uns nämlich Eddies Eltern zu, die durch einen Hausbrand endlich von ihrer schrecklichen Krankheit geheilt werden.
Für Übersetzer und Leser Harry Rowohlt war die Übersetzung dieses Hörbuchs „... nicht nur eine Ehre und ein Privileg, sondern auch ein riesengroßer Spaß“. Das überträgt sich beim Hören von „Schlimmes Ende“ auf die einzelnen Figuren, die ihre ganz besonderen Eigenarten beim Sprechen erhalten. Wer zu dieser ausgefallenen Geschichte auch noch witzige Illustrationen sehen möchte, dem sei das Kinderbuch „Schlimmes Ende“ ebenso ans Herz gelegt.
Zum Glück nimmt es mit Eddie am Schluss kein so „Schlimmes Ende“ wie Titel und Handlung vorerst versprechen. Bis sich schließlich jedoch alles zum Guten wendet, bevölkern wunderbar verrückte Figuren die Szenerie, und kleine und große Zuhörer kommen mit dem Hörbuch in den Genuss von wahrhaft englischem Humor!
Autorenportrait:
Philip Ardagh hat auch mehr als 50 Bücher für Kinder jeden Alters geschrieben. Er arbeitete unter anderem als Werbetexter, als Reinigungskraft in einer Klinik, als (höchst untauglicher) Bibliothekar und als Vorleser für Blinde. Derzeit ist er Vollzeit-Schriftsteller. Seine Bücher, die er unter verschiedenen Namen veröffentlicht, wurden bislang in neun Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Frau und zwei Katzen in einem kleinen Küstenort in England.
Erzählerportrait:
Harry Rowohlt ist als Autor und Sprecher gleichermaßen geschätzt. Er ist ein hervorragender Übersetzer aus dem Englischen, und mit „Schlimmes Ende“ hat er einen ganz besonderen Schatz gehoben, von dem er selber sagt: „Von den 108 Büchern, die ich bislang übersetzt habe, ist dies eines der besten“.
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Philip Ardagh |
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