Sagenhaftes Sylt

Geschichten aus der Vergangenheit

Sagenhaftes Sylt(tik). Sylt ist eine Urlaubsgegend. Dementsprechend bekannt und berühmt ist auch alles, was mit der Insel im hohen Norden Deutschlands zu tun hat. Der Strand von Westerland, die Seehundbänke, der Eisenbahndamm – das sind die üblichen Assoziationen, die ohne viel Überlegen jedem in den Sinn kommen, wenn von dem kleinen Flecken Land in der Nordsee die Rede ist. Doch wer von den vielen Inselbegeisterten, von den Fans und selbsternannten Experten weiß wirklich Bescheid?

„So, Sie kennen Sylt?“ – die Ironie in dieser Frage, mit der Frank Deppe, Autor von „Sagenhaftes Sylt“, sein Buch eröffnet, ist nicht zu überhören. Kein Zweifel: Wer mit solchen Worten einleitet, der ist überzeugt, dem Leser auf den folgenden Seiten ein Bild von Sylt präsentieren zu können, wie es die meisten wohl noch nicht gekannt haben. Und tatsächlich ist Frank Deppe und dem Fotograf Volker Frenzel in „Sagenhaftes Sylt“ ein interessanter Rundgang über die Insel jenseits der ausgetretenen Touristenpfade gelungen. Zu diesem Zweck haben Autor und Fotograf in der mythischen Vergangenheit ihrer Heimat gestöbert und allerhand märchenhafte und unheimliche Sagen zu Tage gefördert.

Schon die Entstehung der Insel, mit der das Buch „Sagenhaftes Sylt“ eröffnet, war einer Legende zur Folge ein fantastisches Ereignis. Damals, als noch Riesen, Zwerge und andere unheimliche Kreaturen die Erde bevölkerten, kreuzte ein gewaltiges Segelschiff in der Nordsee. Als es in Folge eines Navigationsfehlers vor dem dänischen Esbjerg auf Grund lief, wollte der Riesenkapitän Ual vom Festland Hilfe hohlen. Er stapfte durch das flache Wasser der Küste und blieb dabei unversehens mit einem Fuß im Schlamm stecken. Zwar gelang es ihm, sich zu befreien, seine Schuhsole hielt dem heftigen Ziehen und Zerren jedoch nicht stand, riss ab und bildet seither den Rücken der Insel Sylt.

Die Geschichte ist voll solcher Mythen. Egal, ob es sich um den Zwergenkönig Finn handelt, der einst auf einem steinernen Thron über dem Hünengrab Denghoogs residierte oder um Meister Nicks vom Roten Kliff, zu jedem Ort auf der Insel lässt sich eine passende Sage finden. Und so gerät das Buch „Sagenhaftes Sylt“ zu einem anregenden Streifzug durch die oft unheimliche und märchenhafte Geschichte Sylts, die immer wieder an den bekannten Sehenswürdigkeiten und touristischen Attraktionen festgemacht wird.

Die Erzählungen basieren meist auf den Aufzeichnungen des Sylter Chronisten und Heimatforschers Christian Peter Hansen, der im 19. Jahrhundert die mündlichen Überlieferungen der Bevölkerung schriftlich fixierte. Mit zusätzlichen Recherchen aufgestockt und im eher knappen Reportagestil wiedergegeben, sind sie nicht nur zum gemütlichen Vorlesen geeignet, sondern bieten auch die Möglichkeit, sich einen schnellen Überblick über die Schönheiten des heutigen Sylts und deren mythische Vergangenheit zu verschaffen.

Autorenportrait:
Frank Deppe, Jahrgang 1965, wuchs auf der Insel Sylt auf und ist seit zwölf Jahren als hauptberuflicher Journalist tätig. Nach einem Volontariat beim „Flensburger Tageblatt“ arbeitete er als Lokalredakteur in verschiedenen Orten Schleswig-Holsteins. 1992 kehrte er auf seine Heimatinsel zurück und arbeitet seitdem als Redakteur bei einer Sylter Wochenzeitung.

Fotografenportrait:
Volker Frenzel, geboren 1948, fotografiert seit über 30 Jahren. Der hauptberufliche Polizist liefert Aufnahmen für diverse Zeitungen, Zeitschriften und Agenturen, wobei das aktuelle Zeitgeschehen, der Küstenschutz und Luftaufnahmen die Schwerpunkte seiner Arbeit bilden.

Sagenhaftes Sylt

Frank Deppe
Sagenhaftes Sylt
Geschichten aus der Vergangenheit
Mit Fotos von Volker Frenzel
Medien-Verlag Schubert, Hamburg
ISBN 3-929229-32-3
88 Seiten, mit ca. 60 Farbfotos, Hardcover gebunden.
Unverbindliche Preisangabe: € 15,80 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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