Rilke Projekt
„Bis an alle Sterne“
(mkb).
„Ich glaube, dass gerade in unserer High Speed-Gesellschaft Poesie
ganz wichtig ist. Und ich glaube auch, dass viele Menschen Poesie vermissen,
ohne zu wissen, was sie vermissen.“ Die Produzenten Richard Schönherz
und Angelica Fleer wollten diesen Zustand nicht einfach hinnehmen und schufen
ein Hörbuch, das allen Alters- und Interessensgruppen einen Zugang zur
Poesie verschaffen sollte: das „Rilke Projekt“. Dafür versammelten
sie zwölf Stars aus der Neuzeit, darunter unglaubliche Gegensätze
wie Montserrat Caballé und Nina Hagen, Ben Becker und Rudolph Mooshammer,
legten ihnen Gedichte von Rainer Maria Rilke in den Mund und untermalten das
Ganze mit tragenden Melodien. Diese gewagte Verbindung macht die Magie dieses
Werkes aus und schuf daraus ein einzigartiges Kunstobjekt der Moderne. Wie ein
Rauschwerk der Träume geht das gesprochene Wort ins Blut über, Stimmungsbilder
kehren mit den Reimen in unsere Köpfe ein, entführen uns in bisher
ungekannte Welten. Es ist, als würde der Sprache Leben eingehaucht.
Die einst skandalumwitterte Nina Hagen stülpt in „Die Welt in Monden“ und „Wie das Gestirn“ ihren Sinn für mystische Offenbarung über Rainer Maria Rilkes Reime. Himmelskörper steigen mit ihr über die Gärten unserer Träume, hinterlassen in uns ein Bild der Stille.
Ein Höhepunkt im „Rilke Projekt“ sind sicherlich Ben Becker und Xavier Naidoo mit „Du nur, du“. Der Beweis, dass moderner Sprechgesang und die Sprachmelodie eines Dichters wie Rainer Maria Rilke keinen unbedingten Gegensatz bilden müssen. Sie vereinen sich zu einem Klangerlebnis, das nachhaltig im Gedächtnis des Hörers bestehen bleibt.
Das Hörbuch schließt mit Mario Adorf und Montserrat Caballé. Ein ausgewähltes Gedicht, welches treffender in unserer schnelllebigen Zeit nicht sein könnte: „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, / die sich über die Dinge ziehn. / Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, / aber versuchen will ich ihn...versuchen will ich ihn...versuchen will ich ihn...“.
Rainer Maria Rilke, ein Dichter des vergangenen Jahrhunderts, ein Verehrer Nietzsches, inspiriert durch seine Geliebte Lou Salomé, ist zu einem Meister seiner Zeit geworden. Ein Dichter der Jahrhundertwende kehrt mit Stars der Jahrtausendwende in unser Wohnzimmer ein. Sie füllen Leerräume und die Sinne, lassen uns inne halten. Es scheint, als fiele die Hektik der Gegenwart von uns ab, und wir ziehen Kraft aus diesen wenigen Worten, die auf wunderbare Weise und untermalt von magischen, melodischen Klängen in uns Einkehr halten.
Das „Rilke Projekt“ ist ein Hörgenuss für Jung und Alt, verschafft den Gedichten einen Platz in der modernen Unterhaltungslandschaft und ist sicherlich dafür geeignet, im einen oder anderen gar eine ungeahnte Vorliebe für Lyrik zu erwecken!
Autorenportrait:
Rainer (eigentlich René) Maria Rilke wurde am 4. Dezember 1875 in Prag geboren. Der österreichische Dichter, Lyriker, Prosaist und Essayist führte ein ruheloses Wanderleben: Kadettenanstalt in Österreich, Studium in Prag, München, Wien, Berlin, 1899 und 1900 Russlandreisen. 1901 heiratete er in Worpswede die Bildhauerin C. Westhoff, die er ein Jahr später wieder verließ. Von 1905 bis 1914 hatte er seinen Wohnsitz in Paris, zuerst als Sekretär bei Auguste François René Rodin, unternahm dann viele Reisen, besonders in die Mittelmeerländer und ließ sich 1919 in der Schweiz nieder. Seine Dichtung hatte weltweite Wirkung und rief widersprüchliche Deutungen hervor. Rainer Maria Rilke starb am 29. Dezember 1926 in Valmont bei Montreux.
Produzentenportrait:
Richard Schönherz, Komponist, Texter, Arrangeur und Keyboarder, ist in
Europa vor allem durch seine Zusammenarbeit mit André Heller bekannt
geworden und war zweimal der geistige Schöpfer des österreichischen
Beitrags zum „Eurovision Song Contest“. Spätestens durch seine
Erarbeitung der sinfonischen Teile der CD „Victor“ des „Royal
Philharmonic Orchestra“ wurde man auch in den Vereinigten Staaten auf
ihn aufmerksam, wo er zahlreiche weitere Eigenkompositionen und Arrangements
klassischer Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Frédéric
Chopin, Gabriel Fauré oder Wolfgang Amadeus Mozart veröffentlichte.
Angelica Fleer hat bereits mit zahlreichen nationalen und internationalen Künstlern
zusammengearbeitet. Unter dem Projektnamen „YARA“ hat sie ein von
der Kritik hochgelobtes Instrumentalalbum mit namhaften Musikern veröffentlicht,
das auch in den USA erschienen ist.
Beide sind Produzenten des „Hesse Projekt“.
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