Katharine Hepburn

Ein Jahrhundertleben

Katharine Hepburn(akg). Es gibt wohl kaum eine Schauspielerin, die in ihrem Leben so viel erreicht hat wie sie: Katharine Hepburn. Fast ein ganzes Jahrhundert blieb die vierfache Oscar-Preisträgerin einer der begehrtesten Filmstars Hollywoods, verkehrte mit Mediengrößen von Liz Taylor bis Michael Jackson und versprühte noch mit 75 Jahren die Energie einer 20-Jährigen. Kein Wunder, dass Pulitzer Preisträger A. Scott Berg sie für eine Liste vorschlug, die 50 Personen umfassen sollte, die in den letzten 50 Jahren viel bewirkt haben. Einziges Problem: Die Zeitschrift wollte ebenso wenig Schauspieler wie Frauenbiographien vorstellen. Für das faszinierende Leben der Katharine Hepburn entschloss man sich jedoch zu einer Ausnahme und freute sich auf die beispiellose Karriere der Leinwand-Diva. Auf einen Artikel, der nie zustande kam. Dafür beeindruckt die 20 Jahre später erschienene Biographie „Katharine Hepburn“ umso mehr, die aus langjähriger Freundschaft zwischen Filmheldin und Biograph entstand, und die – so hatte es Katharine Hepburn verfügt – erst nach ihrem Tod erscheinen durfte. Am 29. Juni 2003 ist Katharine Hepburn 96-jährig in ihrem Haus in Connecticut gestorben.

Leichthändig beschreibt das aus dem Amerikanischen von Reiner Pfleiderer und Andrea Kann übersetzte Werk das Leben der Filmheldin, die als zweites von sechs Kindern 1907 zur Welt kam. Schon als Kind ein Wildfang mit unbeugsamen Willen, arbeitet sie zielstrebig auf eine Schauspiellaufbahn zu. Um die Regeln der mitunter prüden 20er und 30er Jahre kümmert sie sich dabei wenig und genießt ihr Leben in vollen Zügen. Noch als A. Scott Berg sie als weit über 70-Jährige kennen lernt, schwärmt sie von Karamellsoße und stürzt sich täglich in die kalten Fluten. Etwas, zu dem sich der damals 30 Jahre alte Biograph erst nach langem Zögern entschließt... .

In diesen Zeitsprüngen zeigt sich die Stärke der Biographie „Katharine Hepburn“, in der leider nur wenige Bilder enthalten sind: Fast ist es, als spräche man selbst mit der großen Schauspielerin und nimmt die alternde Frau dabei ebenso wahr wie die extravagante Jungschauspielerin von früher. Neben ihr, der unangefochtenen Hauptperson der Biographie, gibt es jedoch noch eine weitere starke Rolle – die des Biographen. Die 20 Jahre währende Freundschaft, die Autor A. Scott Berg mit Katharine Hepburn verbindet, sind auch an dem Autoren nicht spurlos vorbei gegangen. Oft schildert er hierbei auch sein eigenes Leben, seine Karriere, seine Bekanntschaften. Allerdings verlässt er die Schauspielerin dabei nie für lange, sodass ihm das schwierige Unterfangen gelingt, sich selbst in seiner „Katharine Hepburn“-Biographie zu verewigen.

Ohne Frage machte Katharine Hepburn eine beispiellose Karriere. Aber auch Leinwand-Diven sind Enttäuschungen ausgesetzt: Der Bruder beging Selbstmord, die Ehe mit dem reichen und grundsoliden Ludlow Smith zerbricht und die große Liebe ihres Lebens, Film- und Lebenspartner Spencer Tracy, stirbt über 30 Jahre vor ihr. Die besondere Tragik dabei: Katharine Hepburn konnte Spencer Tracy, mit dem sie 27 Jahre zusammen war, nicht heiraten, weil sich dessen streng gläubige Ehefrau nie von ihm scheiden lassen wollte. Dämmen lässt sich ihr unbändiger Lebenswille davon jedoch nie, ihre Liebe zum Leben und zur Schauspielerei bleibt immer bestehen. Und selbst nach ihrem Tod 2003 wird sie uns in Filmen wie „Bringing up Baby“ und „African Queen“ ewig erhalten bleiben!

„Katharine Hepburn – Ein Jahrhundertleben“ ist eine Jahrhundertbiographie – authentisch und absolut lesenswert!

Autorenportrait:
A. Scott Berg, Jahrgang 1950, studierte an der Princeton University und ist als herausragender Biograph bekannt. Er erhielt mehrere Auszeichnungen. Für seine Biographie „Charles Lindbergh – Ein Idol des 20. Jahrhunderts“ wurde ihm der Pulitzer-Preis verliehen. Er lebt in Los Angeles.

Katharine Hepburn

A. Scott Berg
Katharine Hepburn
Ein Jahrhundertleben
Karl Blessing Verlag, München
ISBN 3-89667-168-5
1. Auflage, 382 Seiten, mit 12 s/w-Abbildungen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag.
Unverbindliche Preisangabe: € 21.- (D) / € 21,60 (A) / sFr 35,50

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