Hamburgs Speicherstadt

Kaufmannsträume hinter Backsteinmauern

Hamburgs Speicherstadt(ag). In wunderbar ausdrucksstarken Bildern hat der Hamburger Fotograf Michael Zapf die beeindruckende Atmosphäre von „Hamburgs Speicherstadt“ festgehalten. Hierbei hat er bewusst von den üblichen Fotografien der roten Backsteinmauern Abstand genommen und sich stattdessen auf die einzelnen Details und kurzen stimmungsvollen Momenten konzentriert. Die gusseisernen floralen Ornamente am Brückengeländer des nebligen Wandrahmsfleets kommen dabei ebenso eindrucksvoll zur Geltung, wie der Blick durch das Brückengeländer auf die Katherinenkirche bei strahlend blauem Himmel.

Darüber hinaus hält Autorin Bärbel Dahms die Geschichte und historische Bedeutung des einzigartigen Baudenkmals auf so ansprechende Weise fest, dass man sich seiner Faszination kaum entziehen kann. Eingehend beschreibt sie unter anderem die Bombardierungen von 1943 bis 1945 bei der die Speicherstadt zu über 50 Prozent zerstört und die weltweit bekannte Kaffeebörse fast vollkommen zum Erliegen kam. Die steinernen Gestalten von Kolumbus und Vasco da Gama sind dagegen erhalten geblieben und weisen seit jeher von der Stadtseite den Weg in den Freihafen.

Nicht nur als Warenlager wird die Speicherstadt seit ihrer Entstehung 1888 immer wieder hervorgehoben, sondern auch als bewusst entworfener Handelsplatz für das Naturprodukt Kaffee. Bis zum ersten Weltkrieg galt die Deutsche Kaffeebörse in der Speicherstadt als die drittwichtigste der Welt. Die begehrten Bohnen stellen bis heute nach dem Rohstoff Erdöl das wichtigste Welthandelsprodukt dar, und in der Speicherstadt liegt noch immer der bedeutendste Kaffeehandelsplatz Deutschland. Bei der traditionellen Kaffeelagerung ist eine der beachtenswerten Tätigkeiten der Händler die Beurteilung des Kaffees nach seinem Geschmack. Der Kaffee wird hierbei vor Ort in kleinen Probenröstern geröstet, nach der Mahlung aufgebrüht und unter lautem Schlürfen von einem Probierlöffel verkostet. Dabei erstaunen besonders die Menge des verkosteten Kaffees, schließlich muss ein professioneller Verkoster pro Tag bis zu 200 Tassen probieren können!

Bärbel Dahms und Michael Zapf weisen in dem aussagekräftigen Bildband „Hamburgs Speicherstadt“ durchgehend auf das Traditionsbewusstsein, die Kollegialität und die Weitsicht hin, die den Handel in der Speicherstadt geprägt haben. Mit ihren Bildern und Texten ist ihnen ein beachtliches Werk gelungen, das der Schönheit und Besonderheit des einzigartigen Baudenkmals auf eindrucksvolle Weise gerecht wird!

Autorenportrait:
Bärbel Dahms, 1969 in Hamburg geboren, arbeitet seit 1983 als freie Mitarbeiterin und Museumspädagogin für das Museum der Arbeit mit dem Schwerpunkt Grafisches Gewerbe. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Speicherstadtmuseums sowie für die inhaltliche Erarbeitung und Durchführung spezieller Veranstaltungen verantwortlich, wie beispielsweise Schmuggelfahrten, Kaffeeverkostungen und Kriminächte.

Fotografenportrait:
Michael Zapf, Jahrgang 1965, fotografiert seit 1983 für Tageszeitungen und Zeitschriften. Neben den tagesaktuellen Geschehnissen arbeitet er besonders gern zu architektonischen Themen. Seit 1993 hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht.

Hamburgs Speicherstadt

Bärbel Dahms
Hamburgs Speicherstadt
Kaufmannsträume hinter Backsteinmauern
Mit Fotos von Michael Zapf
Medien-Verlag Schubert, Hamburg
ISBN 3-929229-88-9
96 Seiten, mit 124 farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden, Format 30,5 x 24,5 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 21,80 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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