Grenzen der Landschaft

Fotografiert auf Sylt

Grenzen der Landschaft(pr). Während seiner fotografischen Anfänge widmete sich Hans Jessel ausschließlich der Welle und dem Himmel, das Element der Erde kam erst später hinzu. In seinem Bildband „Grenzen der Landschaft – Fotografiert auf Sylt“, der anlässlich seines 25-jährigen „Dienstjubiläums“ erschienen ist, untermalt mit Essays von Siegward Sprotte, Traugott Giesen, Hella Kemper, Frank Höfer und Hans Jessel selbst, sieht man diese Elemente vereinigt und auch Motive wie Buhnen, Strandkörbe oder gar Häuser, als „Vorposten der Zivilisation“, kommen hinzu. Doch auf den richtigen Moment, die richtige Stimmung und den perfekten Lichteinfall zu warten, dauert manchmal ewig und erfordert wahnsinnig viel Geduld.

„Eigentlich sei seine Arbeit eine Form von Realitätsflucht, gesteht er. Die Dünen, der Strand, das angrenzende Meer, der Himmel, das alles ist eine eigene Welt, eine stille Welt, in der Hans manchmal für Stunden an einer Stelle sitzt, heißen Tee trinkt und geduldig wartet, bis das Licht genau in dem Winkel einfällt, den er sich erhoffte.“, so berichtet Hella Kemper, die ihn einen Tag auf der Suche nach dem perfekten Bild begleiten durfte.

Seiner Geduld und auch dem Streben nach Perfektionismus hat es Hans Jessel zu verdanken, dass ihm so einmalige, faszinierende, die Natur in ihrer Ursprungsform zeigende Bilder gelingen. So sagt Pastor Traugott Giesen über dessen Bilder: „Sie haben Anhalt an der Wirklichkeit, doch die Wirklichkeit ist hinter den Bildern her.“ Noch wirklicher als die Realität sind die Abbilder der Natur, so dass seine Bilder zuweilen „auch surreale Züge tragen“, so schreibt Frank Höfer.

Ziel und Sinn seiner Jagd nach dem perfekten idealen Urzustand der Natur ist es, die Veränderlichkeit der Landschaft darzustellen, „weil sich die Natur jeden Morgen neu präsentiert. „Es gibt im Laufe der Jahre unzählige Wellen, aber jede ist anders“, sagt der Inselkenner, „auch die Rippelmarken am Strand sind nach kürzester Zeit wieder weg. Sie werden sich noch unendlich oft neu bilden, aber nie wieder genau so.““ Hans Jessel will den Augenblick, den Moment, festhalten, und dieser ändert sich fortwährend. Er sucht sozusagen nach dem Dynamischen in der Landschaft, und in seinen Bildern möchte er zeigen, wie sich die Natur verändert, warum sie so aussieht und welche Prozesse sie durchlebt hat. Er sucht nach der Erhabenheit der unberührten Natur, in der der Mensch noch keine Spuren hinterlassen hat. Deswegen sieht man ebendiese auf seinen Fotos kaum oder gar nicht. Er stellt auf umwerfende Art und Weise die Zeitlosigkeit dar und hält das Ewige auf farbigen Bildern fest.

Hans Jessels Bildband „Grenzen der Landschaft“ zeigt die Faszination der Natur auf der Insel Sylt in grandiosen Bildern – einfach grenzenlos schön!

Fotografenportrait:
Hans Jessel, 1956 in Westerland geboren, studierter Geograf und bekennender Inselliebhaber, fotografiert seit 25 Jahren auf seiner Heimatinsel Sylt. In unzähligen Zeitschriftenbeiträgen, Buch- und Kalenderveröffentlichungen hat er sein Bild der Insel entworfen, das von Respekt und Ehrfurcht zeugt. Es ist eine Hommage an die Grandesse dieser Landschaft. Herzstück seiner Arbeit ist der Ausstellungszyklus unter dem Thema „Grenzen der Landschaft“. Seit 1980 geht es ihm dabei nicht vorrangig um die Darstellung der Insel, sondern um eine Dokumentation der faszinierenden Äußerungen der Natur im Grenzbereich von Land, Meer und Atmosphäre. Beobachtet auf Sylt, in augenfällig ortsneutralen und zeitlosen Motiven. Sein Hauptaugenmerk richtet er auf ungewöhnliche Lichtstimmungen und die sprichwörtliche Dynamik der Küstenlandschaft, ausgehend von dem Motiv der Welle als landschaftsprägender Strukturform. Er versteht seine Arbeit stets als Beitrag zu einem besseren Verständnis der Landschaft.

Autorenportrait:
Siegward Sprotte lebt seit 58 Jahren auf Sylt und feierte im Jahr 2003 seinen 90.Geburtstag mit einer Reihe vielbeachteter Ausstellungen, unter anderem auf Sylt und in Potsdam, wo ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde. Seine Galerie in Kampen gilt als Mekka für Freunde des Meeres und windzerzauster Küstenlandschaften. Dem Thema der brechenden Welle hat er einen guten Teil seines Lebenswerkes gewidmet.
Traugott Giesen ist nicht allein aufgrund seiner Tätigkeit als Pastor an der St. Severin Kirche in Keitum, sondern auch als Autor dutzender von Büchern und hunderter von Kolumnen in der überregionalen Presse ein bekennender Freund der Schöpfung, gerne auch in fotografierter Form: „Ungewohnte Ansichten entwickeln Einsicht, wenn man nur unverwandt schaut.“ schrieb er 1995 im Vorwort des Bildbandes „Sylt für die Seele“ (4.Auflage 2003) zu den Fotos von Hans Jessel.
Hella Kemper lebt und arbeitet als Kulturjournalistin und Autorin in Hamburg. Sie hat ein Faible für Menschen, deren Lebensinhalte nicht unbedingt der Norm entsprechen. Deshalb dauerte es nicht lange, bis sie nach ihrem ersten Sylt-Aufenthalt im Jahre 1992 auf die Arbeit Hans Jessels stieß.
Frank Höfer war zum Zeitpunkt des Erscheinens seines Beitrags Redakteur bei der „Sylter Rundschau“ in Westerland/Sylt. Heute arbeitet er in der Zentraldirektion des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages in Flensburg und lebt auf der idyllischen Halbinsel Holnis. Beim Blick aus seinem Wohnzimmerfenster präsentiert sich das Meer durchweg ruhiger als auf Sylt.

Grenzen der Landschaft

Hans Jessel

Grenzen der Landschaft

Fotografiert auf Sylt

Mit Essay von Siegward Sprotte, Traugott Giesen, Hella Kemper und Frank Höfer

Eiland Verlag, Westerland

ISBN 978-3-938549-97-1

2. Auflage, 40 Seiten, mit über 30 Farbfotos, Hardcover gebunden, Querformat 19,5 x 28,5 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 19,80 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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