Frida Kahlo
Ein leidenschaftliches Leben Das Buch zum Film mit Salma Hayek
(sl).
Sie hat sich Zeit ihres Lebens nie unterkriegen lassen: Frida Kahlo. Mit 18
Jahren, 1925, verunglückt die lebenslustige Tochter eines deutschen Vaters
und einer mexikanischen Mutter bei einem Busunfall in Mexiko City. Fast erliegt
sie ihren schweren Verletzungen, die sie zum „Krüppel“
machten, wie sie selber sagt. „Ihr Rückgrat war an drei Stellen
im Beckenbereich verletzt, ein Schlüsselbein und zwei Rippen gebrochen,
am rechten Bein zählte man elf Brüche, ihr rechter Fuß war ausgerenkt
und zerquetscht; ferner war ihre linke Schulter ausgekugelt, und das Schambein
war dreifach gebrochen. Der stählerne Handgriff hatte ihren Unterleib förmlich
aufgespießt. Das Eisen hatte sich in die linke Hüfte gebohrt und
war bei der Vagina wieder ausgetreten. „Auf diese Weise habe ich meine
Unschuld verloren“, bemerkte sie dazu.“
Nach dem Krankenhausaufenthalt wird ihr Elternhaus für die nächsten Monate zum Krankenlager, das Haus, welches sie selber einmal als „eines von den traurigeren Häusern, die ich kennengelernt habe“ bezeichnet. Frida Kahlo beginnt zu malen. Zu malen, um sich von ihren Schmerzen abzulenken und den Unfall zu verarbeiten, zu malen, um sich gegen die Unfähigkeit ihrer Eltern, mit dem Unglück umzugehen, zu wehren, und um das auszudrücken, was sie nicht in Worte fassen kann. Ihr Leben ist fortan von Schmerzen und langen Krankenhausaufenthalten geprägt, Jahre später ist sie ganz ans Bett gefesselt.
Dazwischen liegen turbulente Jahre: Nachdem sie wieder einigermaßen laufen kann, sucht Frida Kahlo den berühmten Freskenmaler Diego Rivera auf, um ihre Bilder kritisch beurteilen zu lassen. Der bekennende Kommunist ist nicht nur von Fridas Kunst begeistert die beiden heiraten 1929. Sie wird seine dritte Ehefrau, obwohl Frida Kahlo von Diegos Neigung zur Untreue weiß. Sie wünscht sich nur Loyalität von ihm. Doch ihre Ehe wird zur Achterbahnfahrt: Diego Rivera ist ihr immer wieder untreu, betrügt sie später sogar mit ihrer eigenen Schwester Cristina. Sie fängt in späteren Jahren an, sich mit den Frauen zu trösten, die eine Liebesbeziehung zu ihrem Mann hatten. Wie sehr seine Untreue sie verletzt, zeigen auch Frida Kahlos Bilder. Ihr Werk, meist surrealistisch anmutende Selbstporträts mit starken Einflüssen der mexikanischen Volkskunst, behandelt ihre Krankheit und ihre problematische Ehe. Es kommt schließlich zur Scheidung und zur Wiederheirat der beiden.
Frida Kahlos kurzes Leben sie wurde nur 47 Jahre alt ist schlicht beeindruckend. Ebenso beeindruckend ist die Biografie „Frida Kahlo“ von Hayden Herrera zu lesen, aus dem Englischen von Dieter Mulch übersetzt. Mit sachlicher Kompetenz und zugleich fesselnd wie in einem Roman beschreibt die Autorin das Leben der mexikanischen Künstlerin. Sie lässt dabei weder die Familienproblematik, noch das politische Engagement des Ehepaares außer Acht. Zahlreiche Auszüge aus Briefen und Tagebüchern verdichten die Authentizität des Buches.
Die Erklärungen von Frida Kahlos Malerei sind auch für Leser verständlich, die sich zuvor nicht mit Kunst auseinander gesetzt haben. Schade ist nur, dass nicht alle Bilder in Farbe abgedruckt sind. Hayden Herreras Buch „Frida Kahlo Ein leidenschaftliches Leben“ diente als Vorlage für die erstklassige Verfilmung „Frida“ mit Salma Hayek in der Titelrolle.
Ein faszinierendes Buch über eine einzigartige Frau und Künstlerin: Frida Kahlos Motto war „Viva la vida“ es lebe das Leben. Es lebe Hayden Herrera für ihre absolut lesenswerte und vielschichtige Biografie über „Frida Kahlo Ein leidenschaftliches Leben“. Bravourös!
Autorenportrait:
Hayden Herrera verbrachte einen großen Teil ihrer Jugend in Mexiko und lebt heute in New York, wo sie Kunstgeschichte studierte und promovierte. Ihr Fachgebiet ist die amerikanische und lateinamerikanische Kunst des 20. Jahrhunderts.
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